Gaichtspitze, 1986 m, Ditzl, 1817 m

Gipfel himmelhoch über Lech- und Tannheimer Tal Bergwege in der Almregion, bei Nässe schmierig, an der 30 m hohen Schrofenstufe unter der Gaichtspitze Trittsicherheit und alpine Erfahrung nötig. Evtl. Aufstieg zur Gehrenspitze, dort alpine Erfahrung und beste Trittsicherheit unerlässlich. (Autor: Dieter Seibert)
Auf die Gaichtspitze (1986 m) Von der Bergstation (1733 m) führt ein breiter Weg nur wenige Meter abwärts, dann gelangen wir – immer etwas rechts haltend – über die Matten mit ein wenig Höhenverlust auf den innersten Boden (bis dort meist weglos). Nun geht es auf kleinem, aber deutlichem Steig am Wasserschloss vorbei in einem Bogen über den Hang zur Geländekante empor. Jetzt steigen wir auf einem deutlichen, manchmal schmutzigen Weg über die stark gegliederten Weideflächen – immer etwas links des Kammes – unter das Gipfelmassiv mit seiner zum Teil senkrechten Felsmauer hinauf. Steil und steinig zieht die Halde empor; ein paar Meter geht es nach links, dann im hinteren Winkel über meist guten, griffigen Fels etwa 30 m hinauf (dickes Tau) und in eine kleine Lücke. Drüben wandern wir kurz hinab bis unter die Latschenfelder, anschließend zum Gipfel mit großem Kreuz und Buch hinauf. Gratweg zum Ditzl Von der Gaichtspitze spaziert man wieder zurück bis zum unteren Ende der stark gegliederten Weideflächen. Dort hält man sich links in einen Sattel, dann auf und etwas rechts neben dem Grat, der Piste folgend, bis knapp unter den Gipfel des Hahnenkamms (1938 m), den man von links (Westen) aus besteigt. Kurz geht es wieder zurück, dann nach Norden hinab ins Tiefjoch (1717 m). Steigspuren führen über den Grasrücken auf den kleinen, abgerundeten, ganz von Grün überzogenen Doppelgipfel der Ditzl (1817 m), im Frühsommer ein Blumenberg der Extraklasse. Achtung – sehr steiles Grasgelände gegen Norden und Osten! Vom Tiefjoch aus sollte man noch die urige Schneetalalm (1745 m, 10 Min.) besuchen, bevor man auf dem oberen Weg und am Alpenblumengarten vorbei zur Bergstation zurückkehrt. Das große Ziel – Gehrenspitze (2164 m) Von der Bergstation steigt man auf einem breiten Weg beinahe eben um den Ausläufer des Hahnenkamm-Ostgrates zu den weiten Wiesenböden mit der bewirtschafteten Lechaschaueralm (1670 m) und weiter in der gleichen Richtung auf dem Alpenrosenweg, bis man auch die Ostflanke der Schneid hinter sich hat. Dort geht es links empor ins Gehrenjoch (1858 m). Über den Graskamm wandern wir auf die Felsen zu, dann rechts quer durch das sehr steile Gelände mit einer ausgesetzten Stelle in die auffallende, von Felsen eingefasste Südrinne. Über bröseliges Material (keine Steine abtreten!) kraxeln wir mühsam die abschließende Lücke im Westgrat hinauf. Nördlich der Schneide geht es noch um ein Köpfl und schließlich auf dem Grat zum Gipfel. Bei Abstieg kehren wir ins Gehrenjoch zurück, und es geht dann weiter nach Osten über teilweise nasse Weideflächen zur Gehrenalm (1611 m) auf aussichtsreicher Lichtung. Ein guter Wanderweg führt meist im Wald über die Luchseris zur Forststraße hinab. Nach deren siebter Kehre leiten Fußwege ziemlich direkt nach Winkl hinunter, einem Dorf am Rand der weiten Wiesenflächen. Auf dem Fahrweg wandert man nun am Bergfuß entlang zum Leinbach und nach Holz. Auf einer Brücke queren wir den Hirschbach und gelangen zurück zur Talstation der Bahn. Mit Familie und Kindern Die Gaichtspitze eignet sich trotz der etwas ausgesetzten Felsen auch für Kinder ab etwa acht Jahren, wenn man in der Aufstiegsrinne die nötige Vorsicht walten lässt, und – das ist ganz wichtig – sich selbst absolut sicher in diesem Gelände bewegt. Die Ditzl sind kurz und einfach und deshalb problemlos zu erreichen. Außerdem gibt es noch das Hornbergl (1755 m, 30 Min.), ein niedriger, aber kecker Zacken gleich südlich der Bergstation.

Dauer - Gesamtgehzeit 3 1/2 Std. Auf die Gaichtspitze gut 1 1/2 Std. Gratübergang und Rückweg knapp 2 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour19 km
Höhenunterschied560 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHöfen (868 m), südlichste der sechs Gemeinden in der unmittelbaren Nähe von Reutte im Lechtal, Segelflugplatz. Beim Hinweisschild rechts ab und hinauf zur Talstation (923 m, 1 km) der Reuttener Bergbahn.
TourencharakterDie Tannheimer Berge enden mit der gegen das Lechtal vorspringenden Südgruppe; als letzter Berg ragt hier die Gaichtspitze auf. Ihre Südflanke überzieht ein dicker Wald- und Latschenmantel, während sie gegen Norden mit einer wilden, teilweise senkrechten Felsfluh abbricht. Kommt man auf unserem Weg der Wand nahe, dann wirkt sie reichlich eindrucksvoll. Dort hinaufsteigen? Doch links ist eine Bresche mit einer Rinne eingelagert, durch die wir mit Hilfe eines dicken Taus dann besser als erwartet emporturnen können. Hier handelt es sich um das Ideal einer kurzen Tour für alle inklusive des Nachwuchses, die ihre Eignung für gesicherten Fels testen wollen. Dieses Unternehmen lässt sich beliebig ausbauen, etwa mit dem schönen Gratübergang über den Hahnenkamm zum Ditzl, einem kleinen, auffallend runden, doppelgipfeligen Graskopf, der an Kamelbuckel erinnert. Und nicht vergessen – oberhalb der Bergstation der Bahn gibt es einen liebevoll angelegten Alpenblumengarten. Wirklich Erfahrene lockt die Besteigung der so wilden Gehrenspitze (2164 m), die das Wahrzeichen von Reutte bildet. Harte Kalke schufen dieses steile Felsriff. Beim Zugang vom Gehrenjoch zum Gipfelgrat gibt es nur teilweise einen richtigen Steig; in der Südrinne muss man über bröselige Schrofen klettern, was – vor allem beim Abstieg – einige Geschicklichkeit voraussetzt.
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt 1 - 50000, Blatt WK 352 Ehrwald, Lermoos–Reutte, Tannheimer Tal.
VerkehrsanbindungVon der Allgäu-Autobahn durch den Grenztunnel bei Füssen und nach Reutte. Dort über den Lech und gut 2 km auf der Lechtalstraße nach Höfen.
GastronomieRestaurant bei der Bergstation der Seilbahn. Lechaschaueralm (1670 m), 35 Schlafplätze, Tel. 0043/676/ 4247953.
Tipps
Reutte Reutte ist Bezirkshauptort (entspricht dem deutschen Begriff Kreisstadt) und liegt im weiten Kessel des Lechtals mit schöner Bergkulisse. Sehenswert sind die stattlichen Giebelhäuser im zentralen Teil des Marktfleckens mit Fresken, Korbgittern, Freitreppen, Portalen, Balkonen und alten Schildern. Am bekanntesten ist das Zeillerhäuschen aus dem 18. Jh. mit seinen Lüftlmalereien auf der Fassade. Franz Anton, vor allem aber Johann Jakob Zeiller aus Reutte waren bekannte Maler des Barock; die Gewölbefresken in der Kirche im schwäbischen Ottobeuren etwa stammen von J. J. Zeiller.
Höchster Punkt
Gaichtspitze (1986 m) Evtl. Gehrenspitze (2164 m)
Unterkunft
Wie Einkehr.
Tourismusbüro
Tourismusverband Höfen, Hauptstr. 24, A-6600 Höfen, Tel. 0043/5672/64937, E-Mail: huefen@reutte.com.
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