Furgler (3004 m)

Zum Furgler Bergwege in teilweise steilem Gelände, beim Abstieg Schneefelder bis in den Sommer; interessante Tour mit meist hindernislosen Ausblicken und dunkler, mit Seen geschmückter Felslandschaft. (Autor: Dieter Seibert)
28 km
1760 m
4.00 h
Vom Lazid auf den Furgler (2.30 Std.).
Von Serfaus mit der Seilbahn zur Bergstation beim Kölner Haus (1965 m) und weiter auf den Lazid (2346 m). Nun über den ausgeprägten Kamm der Böderköpfe, wobei man am schönsten auf der Schneide mit dem Fußweg bleibt, mit Auf und Ab in den Sattel »Scheid« (2429 m). Erst ziemlich gerade in dem steilen Gelände empor, dann schräg links durch die Hänge ins Tieftal und zum gleichnamigen See in 2790 Meter Höhe. Links um ihn herum, dann über die Schuttböden und -hänge auf den breiten Gipfel mit Kreuz.
Rückweg über den Furglersee (2 Std.).
Auf dem breiten, blockreichen Nordrücken weit hinab ins Furglerjoch (2748 m) und nach rechts ins Kar. Links über dem Blocktälchen in schöner Felslandschaft zum Furglersee und auf breiten Wegen noch weit talaus zum Kölner Haus. Man kann auch – sehr lohnend, aber 25 Minuten weiter – schon vor dem Furglersee links abbiegen, um nach kurzem Anstieg das einmalige Glockhauser Seenplateau zu erreichen. Vom Blankasee dann erst nach Süden über die Hochfläche, anschließend durch einen Einschnitt hinab und immer hoch oben in den Hängen der Malfrischwiesen zum Kölner Haus und zur Seilbahnstation.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour28 km
Höhenunterschied1760 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortSerfaus (1429 m), bekannter Ski- und Ferienort auf sonnenreicher Terrasse hoch über dem Oberinntal
AusgangspunktSerfaus (1429 m), Talstation der Seilbahn am Oberende des Ortes
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDas Wort »Samnaungruppe« ist wenig geläufig, obwohl es sich hier um ein großes Gebirge handelt. Man rechnet dazu die Massive nördlich und südlich des Samnauntales. Die Gipfel im Nordteil zeigen fast alle ein ähnliches Aussehen. Über oft seengeschmückten Hochkaren stehen die meist etwas behäbigen Gipfel mit ihren Fels- und Blockgraten. Es herrschen dabei ganz auffallend die dunklen Töne vor. Auch unser Gipfel und der benachbarte, ebenfalls mit zwei Steigen erschlossene Hexenkopf (3035 m) passen in dieses Schema, wenn sie sich auch touristisch stark unterscheiden. Der Furgler lässt sich auch als Tagestour schnell und ohne Schwierigkeiten besteigen, man kann ihn sogar überschreiten und kommt am 200 Meter langen Tieftalsee vorbei – in 2790 Meter Höhe! Dort versteckt sich mitten im Steilgelände ein blaues Auge, sofern die Sommersonne es schon geschafft hat, die mächtige Eisdecke zu schmelzen. Die Bergseen sind sowieso der besondere Schmuck in dieser Landschaft. Jeder Neugierige wird beim Rückweg vom Furgler den Gegenanstieg von 25 Minuten in Kauf nehmen, um dem Glockhauser Seenplateau einen Besuch abzustatten. Vom einstigen Gletscher geschliffene Felsplatten, Graspolster, ein großer See, ein paar mittelgroße Seen und zusätzlich einige Lacken, dazu ein freier Blick nach Südosten – das sind die Attribute dieser Hochfläche.
Hinweise
Siehe Tour 30 in Karte.
KartentippÖsterreichische Karte, Blatt 144 (Landeck)
VerkehrsanbindungIns Oberinntal und über Prutz nach Ried, dort rechts ab und auf Serpentinenstraße noch 10 km hinauf nach Fiss und Serfaus
Tipps
Eine Gratwanderung vom Feinsten bietet sich als ungewöhnlicher Zugang zum Kölner Haus an - Man fährt vom Nachbarort Fiss mit den Bahnen ins Fisserjoch (2432 m) hinauf und folgt dann auf einem Steig stets dem Grat über drei Gipfel zum Brunnenkopf (2682 m) und weiter zum Planskopf (2804 m, 2.30 Std.). Von dort steigt man dann direkt zur Hütte ab.
Informationen
Der Hauptgipfel über Komperdell. Das nächste ganz große Massiv im Kamm trägt den Hexenkopf (3035 m), den Hauptgipfel in diesem Teil der Samnaunberge. Das ist eine leicht rötliche, zerborstene Ruine mit Pfeilern und Kanten, mächtigen Blöcken und einem zackigen Grat. So sehr der Furgler zu den Modezielen gehört, so ursprünglich sind die Routen am Hexenkopf, teilweise gibt es keinen richtigen Weg, man findet nur Markierungen, an denen man sich orientiert. Zudem ist der Zugang, vor allem aber der Rückweg mit den müden Beinen über das Arrezjoch weit und umständlich. Deshalb beschreiben wir diese Tour hier auch nur als Anhängsel. Vom Lazid über den Ostgrat auf den Hexenkopf (3.30 Std.). Vom Lazid zum »Scheid«-Sattel (siehe oben). Von dort schräg hinab ins Ladermoos (2370 m) und über die sanften, begrünten Böden wieder empor ins Arrezjoch (2587 m). Ganz kurz rechts über den Grat empor, dann links durch die Flanke und über eine Steilstufe ins Masnerjoch (2685 m). Auf Steigspuren gut auf die Markierungen achtend über Schutt, später zwischen Blöcken und auf Fels sehr interessant über den langen, anfangs ganz breiten Ostgrat auf den Ostgipfel, wo das Gelände viel schroffer wird. Nun mit leichter Kletterei rechts der Kante in eine Lücke hinab und durch eine Rinne auf den höchsten Gipfel des Hexenkopfs (3035 m; Schwierigkeitsgrad I ). Rückweg über den Hexensee (2.45 Std.). Auf dem Grat nach Süden, dann längs einer Geländerippe zwischen Blöcken, durch Schutt und über Gras in den Hexensattel. Nach Osten nur anfangs in der Mulde, dann nach rechts zum Gratrücken und zur schmucken Hexenseehütte (2590 m). Dieser schön gelegene Stützpunkt knapp über dem Hexensee gehört ebenfalls der DAV Sektion Köln; Auskünfte und gegebenenfalls einen Schlüssel bekommt man im Kölner Haus. Auf dem Weg mit Auf und Ab wieder ins Arrezjoch. – Diese Route ist einfacher als der Aufstieg über den Ostgrat. Bitte in die Tourenplanung mit einbeziehen: Der Rückweg ab Hexensattel bis zum Lazid ist weit und durch einige kurze Aufstiege erschwert.
Höchster Punkt
Furgler (3004 m)
Unterkunft
Kölner Haus (1965 m), DAV, 55 Schlafplätze, Tel. - 05476/6214

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