Fürstenberg und Römerstadt in Xanten

Auen am Altrhein, Amphitheater, Archäologischer Park Aussichts- und Kulturwanderung auf durchgehend bequemen Wegen. (Autor: Bernhard Pollmann)
14 km
100 m
3.00 h
Bislicher Insel Am Ausgangspunkt, der Bushaltestelle Haus Lau an der B 57 in Xanten-Birten, fällt der Blick über den Alten Rhein hinüber zur Bislicher Insel. Sie ist mit 12 km2 eine der größten Auenlandschaften Deutschlands; 8,86 km2 stehen unter Naturschutz. Die Bislicher Insel beherbergt die größte Kormoran-Kolonie Nordrhein-Westfalens und ist im Winter Rastgebiet für Zehntausende arktischer Wildgänse. 2004 wurden zwei Biberfamilien ausgesetzt – die ersten Biber am Niederrhein seit mehr als 120 Jahren. Herzstücke des Naturschutzgebiets sind der Altrhein mit seinen Wasser- und Uferpflanzen und Auenwäldern sowie die renaturierten Kiesgruben im Zentrum; dort befindet sich in den Gebäuden eines ehemaligen Bauernhofs das Natur-Forum als Informationszentrum und Ausgangspunkt eines Erlebnispfads, der zu drei Aussichtsplattformen mit Blick auf das reiche Vogel- und Pflanzenleben im Naturschutzgebiet führt. Die Bislicher Insel entstand im Jahr 1200 während eines Rheinhochwassers - Damals bildete der Fluss eine Südschleife aus und verlagerte sein Bett. Unter preußischer Herrschaft wurde der Rhein im 18. Jh. durch Anlage eines Kanals wieder begradigt, der Alte Rhein verlandete. Viktor von Xanten Von der Bundesstraße führt der Heesweg dorfeinwärts zum Dorfplatz von Birten mit der Kirche Sankt Viktor. Viktor von Xanten soll um 303 im nachmaligen Xanten seines christlichen Glaubens wegen von den Römern zu Tode gefoltert worden sein. Der Legende zufolge diente er als Soldat in der Thebäischen Legion, deren Mitglieder sich aus der oberägyptischen Thebais rekrutierten und Christen geworden waren. Als sie sich mit Hinweis auf ihren Glauben weigerten, an einem Massaker mitzuwirken, wurden sie im Wallis ermordet. Viktor und einigen Gefährten gelang die Flucht, doch beim nachmaligen Xanten gerieten auch sie in die Fänge der römischen Häscher. An der Viktorkirche in Birten ist Viktor von Xanten dargestellt; auch der Dom von Xanten ist nach ihm benannt. Amphitheater Birten Vom Platz mit der Kirche und dem Friedhof folgt der Europäische Fernwanderweg 8 (Markierung »x13«) der »Römerstraße« ortsauswärts zum Amphitheater und auf die als Kulturdenkmal ausgewiesene Freifläche der ehemaligen Römersiedlung »Castra Vetera«. Birten liegt am Alten Rhein am Südfuß des von Wiesen und Wäldern geprägten Fürstenbergs. Hier begann die Besiedlung des späteren Xanten. Um 15 v.Chr. ließ der römische Kaiser Augustus auf dem Fürstenberg das Militärlager Castra Vetera I anlegen, das nach der Zerstörung während des Bataveraufstands 70 n.Chr. in unmittelbarer Nähe am Bergfuß neu errichtet wurde (Castra Vetera II) und später im (Alt-)Rhein versank; erhalten ist das in einen Erdwall einbezogene Amphitheater. Die Arena des Amphitheaters ist einer der Schauplätze der alljährlich im Rahmen der Xantener Sommerfestspiele veranstalteten Opern-, Ballett-, Operetten- und Musicalaufführungen. Fürstenberg Von der Freifläche der ehemaligen Römersiedlung führt der Weg zum Aussichtspunkt auf dem Fürstenberg. Der Fürstenberg (75 m) zwischen Xanten und Birten ist eine aussichtsreiche Endmoräne, deren Hügel sich westwärts über die Hees bis in die Sonsbecker Schweiz fortsetzen und zum Teil erstklassige Panoramen bieten. Auf dem »Gipfel« des Fürstenbergs bietet sich ein hervorragender Blick auf die niederrheinische Landschaft, auf die Auenwälder am Alten Rhein und auf die Bislicher Insel. Die Kapelle (1671) auf dem Fürstenberg erinnert an das Benediktinerkloster Sankt Marien, das hier ab dem Hochmittelalter bestand; während des Achtzigjährigen Kriegs wurde es 1586 zerstört. Xantener Altstadt Vom Fürstenberg führt der Wanderweg hinab in die sehenswerte Altstadt von Xanten mit dem fünfschiffigen Dom, der Stadtbefestigung und vielen anderen Sehenswürdigkeiten. Die Altstadt wird wenige Gehminuten nach Kreuzen der Gelderner Straße erreicht: Am Amtsgericht links durch die alten Wallgräben, an der Stadtmauer entlang bis zur Bahnhofstraße, hier rechts durch alte Gassen zum Marktplatz und zum Dom. Den heutigen Namen Xanten erhielt der Platz nach einer germanisch-fränkischen Siedlung, die im 4. Jh. nahe der Römersiedlung bei einem christlichen Totenhäuschen entstand: Das Wort Xanten entstand aus lateinisch ad sanctos, was »zu den Heiligen« bedeutet. Archäologischer Park Vom Rathaus am Markt folgt der Wanderweg den schmalen Gassen Karthaus und Rheinstraße zur Bundesstraße, die die christliche Domstadt von der römischen Militärstadt trennt. Seit Jahren wird über die Verlegung der Bundesstraße diskutiert, ohne die die gesamte Fläche des antiken Xanten erlebt werden könnte. Kurz nach Queren der Bundesstraße ist der Eingang zum archäologische Park erreicht, das sehenswerte Freilichtmuseum auf dem Gelände der antiken Römerstadt. Im Jahr 100 ließ Kaiser Trajan am Niederrhein die römische Zivilsiedlung Colonia Ulpia Traiana (CVT) anlegen, die sich binnen kurzem zur nach Köln bedeutendsten Stadt in Niedergermanien entwickelte. Sie ist als einzige größere römische Stadt nördlich der Alpen erhalten, da sie nicht überbaut wurde: Amphitheater für bis zu 12000 Zuschauer, Hafentempel, Forum, Brunnen, Wasserleitung, Stadtmauer, Jupitergigantensäule usw. Die Römer lebten in Fachwerkbauten, deren Dächer mit Schilfrohr oder Stroh gedeckt waren. In einer großen Badeanstalt erholten sich die alten Soldaten von den Kämpfen mit den Germanen. Ab 1956 wurde die in Stein erbaute Römerstadt archäologisch erschlossen. Hees Für den Rückweg bieten sich zwei Möglichkeiten an. Zunächst geht es wie beim Hinweg via Rheinstraße, Karthaus, Markt und Bahnhofstraße zum Bahnhof. Dort fährt der Bus zurück zum Ausgangspunkt. Die Alternative bildet der passagenweise sehr aussichtsreiche Weg durch die Wälder der Hees: Wie beim Hinweg zum Amtsgericht, kurz danach hinter dem Friedhof rechts ab (Markierung »x6«) durch den Holzweg und nach Queren der Gelderner Straße hinauf in die Wälder, wo beim Feuerwachtturm auf dem Heesberg eine Schutzhütte zur Rast einlädt. Vom Heesberg bietet sich ein schöner Blick auf die Stadt Xanten mit den Doppeltürmen des Doms. In einem weitläufigen Bogen führt der Waldweg um den Wolfsberg herum und senkt sich dann hinab zur Gaststätte Schrammshof. Hier übernimmt die bekannte Markierung »x13« die Routenführung und leitet über die aussichtsreichen Hügel der Birtenschen Heide zurück nach Birten.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied100 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortXanten (25 m), Römer- und Festspielstadt am Niederrhein, angeblicher Geburtsort Siegfrieds (»Nibelungenstadt«).
AusgangspunktParkplätze und Bushaltestelle Haus Lau (24 m) in Xanten-Birten an der B 57, erreichbar mit dem Schnellbus SB 6 ab Bahnhof.
TourencharakterVon den Auenwäldern am Altrhein zum römischen Amphitheater in Birten und über den aussichtsreichen Fürstenberg in die sehenswerte Altstadt der Römer- und Domstadt Xanten sowie in den Archäologischen Park führt diese leichte Panoramawanderung, für die ungeachtet ihrer kilometermäßigen Kürze viel Zeit eingeplant werden sollte - Am Wegesrand erwartet einen eine Fülle von Sehenswertem.
Beste Jahreszeit
KartentippFreizeitkarte 1 - 50000, Blatt 7 Kleve Niederrhein (Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen).
VerkehrsanbindungA 57 Krefeld – Goch Ausfahrt Sonsbeck. Regionalbahn »Der Niederrheiner« Duisburg – Xanten.
GastronomieBirten, Xanten, Schrammshof.
Tourismusbüro
Tourist Information Xanten, Kurfürstenstraße 9, 46509 Xanten, Tel. 02801/ 98300, Internet www.xanten.de.

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