Frischmannhütte

Anstrengender und streckenweise sehr steiler Aufstieg zur Hütte; einwandfreie Kondition ist notwendig (Autor: Siegfried Garnweidner)
15 km
850 m
5.00 h
Hüttenzustieg.
Am beschilderten Steig im Wald zum Güterweg hinauf und von der Holzhütte dem Verlauf des Fahrwegs kurz nach links folgen. Bei der ersten Verzweigung rechts abbiegen und in weitem Bogen nach Westen weiter. Das Sträßchen führt in Weidehänge hinein und knickt rechts ab. Dort geradeaus weiter und den Güterweg verlassen. Durch eine breite Lichtung auf einer Trittspur mehrmals den Straßenverlauf queren und auf schmalem Weg in vielen Kehren den Hang hinauf. Der Anstieg wird deutlich steiler und schlängelt sich ins Schartle (2084m). Im Schartle, der niedrigsten Stelle zwischen Wenderkogel und Hoher Seite öffnet sich der erste eindrucksvolle Blick zum Fundusfeiler hinüber. Nun folgt ein lustiges Blockspringen – den Markierungszeichen folgend – von einem Felsen zum anderen, bis wieder ein angenehmer Weg erreicht wird. Er führt zwischen stämmigen Zirben hoch über dem Fundustal nach Süden weiter, wendet sich nach rechts und steigt gegen Nordwesten zur Frischmannhütte an.
Es gäbe auch noch die zwar längere, aber deutlich einfachere Möglichkeit, nämlich von Umhausen-Neudorf am bequemen Forstweg zur Fundusalm – an ein paar kleinen Wasserfällen vorbei – zur Hinteren Fundusalm und weiter zur Frischmannhütte aufzusteigen. Diese Variante dauert etwa 4 Stunden. Wer es ganz einfach mag, fährt mit dem Taxibus zur Hinteren Fundusalm und muss dann nur noch 30 Minuten zu Fuß gehen.
Auf den Fundusfeiler.
Mit dem 3079 Meter hohen Fundusfeiler lässt sich von der Hütte ein technisch relativ einfacher, doch Kondition erfordernder Dreitausender in knapp 3 Stunden gut erreichen. Für den Abstieg zur Hütte zurück muss man mit zusätzlichen 2 Stunden rechnen.
Der Berg selber gibt sich als wenig attraktiver, dunkler Felsenklotz, der aber mit einer großartigen Rundschau aufwartet. Der 900-Höhenmeter-Anstieg führt von der Frischmannhütte über mäßig ansteigende Weidehänge erst gegen Westen, später gen Norden hinauf. Allmählich wird der Bergweg steiler und verläuft zwischen Felsen in einen Bachgraben hinein. Dort gilt es, vorsichtig den Wasserlauf zu queren, dann geht es auf der in Anstiegsrichtung rechten Bachseite zu einer Rippe hinauf. Auf ihr dreht der Gipfelweg etwas links ab, führt über felsiges Gelände und steigt gegen Norden an. Zur Sicherheit gibt es sogar ein paar solide Haltegriffe. Ein größeres Firnfeld hält sich unter den Grießkögeln oft bis in den Hochsommer hinein. Dort ist somit besondere Vorsicht angesagt, ehe man in der Feilerscharte (2926 m) ankommt. In der Scharte schwenkt die Route rechts ab und führt auf den Gipfelgrat zu. Anfangs geht man etwas rechts der Grathöhe, später auf der Scheitelstrecke, bis das Gipfelkreuz erreicht ist. Der Abstieg zur Hütte verläuft entlang der Aufstiegsroute.

Dauer: Auf: 3 Std. Ab: 2 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied850 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktKöfels (1401 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterAm 6. September 1891 war das Wetter trübselig und grau und es hat den ganzen Tag geregnet. Auch der nächste Morgen ließ sich nicht gut an. Doch als um 10 Uhr morgens schließlich eine große Zahl von Festgästen eingetroffen war, die eigens aus Wien und Innsbruck angereist kamen, strahlte der Tag in ungeahnter Pracht. Als die vielen Besteiger des Fundusfeilers bis 3 Uhr nachmittags wieder im unteren Funduskar ankamen, hielt der Vorstand der Sektion Innsbruck-Wilten, Herr J. Zotti, eine kernige Eröffnungsrede und gab der Hütte den Namen »Frischmannhütte«, zu Ehren des Mannes, der zur Erbauung der Hütte so Wesentliches beigetragen und den Bau übernommen und persönlich geleitet hatte. Damals war der Steinbau nur 8 Meter lang und 7 Meter breit. Und neben zwei Schlafräumen (3 Betten für Damen und 7 für Herren) gab es ein Heulager für 16–20 Personen, in dem wahrscheinlich keine Trennung nach Geschlechtern stattgefunden hat, denn es war sehr beliebt. Die Hütte ist bald zu klein geworden und seit 1928 wurde sie mehrmals umgebaut und erweitert. Das Heulager gibt es heute leider nicht mehr.
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt Wanderkarte 1:50000, Blatt 251 (Ötztal–Pitztal–Kaunertal–Wildspitze)
VerkehrsanbindungDurchs Ötztal bis Umhausen und auf schmaler und steiler, aber gut asphaltierter Bergstraße zum gebührenpflichtigen Parkplatz am Südrand des kleinen Bergdorfes Köfels
Tipps
Überschreitung ins Pitztal. Wer sich die Hochtour zum Fundusfeiler gönnt, kann von ihm auch nach Nordwesten ins Lehnerjoch und zur Ludwigsburger Hütte (Lehnerjochhütte) weitergehen. Von ihr führt ein Fahrweg nach Zaunhof ins Pitztal hinunter.
Informationen
Hüttensteckbrief. Höhe: 2192 m, Erbaut: 1891, Österreichischer Touristenklub, Bewirtschaftet: Mitte Juni–Mitte September; um die Osterzeit zusätzlich etwa 2 Wochen für Skitourengeher offen (unbedingt vorher anfragen!). Einen Winterraum gibt es nicht. 13 Betten, 35 Lager, Telefon: +43(0)676/3355436, Anmeldung: +43(0)5255/50154, www.frischmann-huette.at.
Tourismusbüro
Umhausen, Tel.: +43(0)5255/5209; www.tirol.at/umhausen
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