Friederberg und Scharfeck

Eine landschaftlich abwechslungsreiche und leichte Rundtour im Ostteil der Kreuzspitzgruppe, großenteils auf markierten Wegen. Faszinierende Aussicht vor allem auf das Wettersteingebirge. Die Überschreitung des Scharfecks erfordert etwas Übung im weglosen Gehen. (Autor: Günther Laudahn)
15 km
1430 m
6.00 h
Ausgangsort ist der Parkplatz an der Ochsenhütte im Loisachtal an der Straße Garmisch – Lermoos, sechseinhalb Kilometer vom Ortsschild am Ende von Garmisch gleich hinter der Bahnüberquerung. Hier beginnt ein für den öffentlichen Verkehr gesperrter Fahrweg. Wir folgen ihm nur einige Meter bis zum rot-weiß gestrichenen Gatter und benützen dann den dahinter rechts abzweigenden Pfad. Er kürzt die etwas ausholende Kehre ab und trifft nach zehn Minuten wieder auf den Fahrweg, der sich kurz darauf gabelt. Auf dem unteren Weg kommen wir später zurück, der obere bildet die Fortsetzung unserer Tour. Der breite gute Weg zieht mit angenehmer Steigung an den Hängen des Ziegspitzkammes oberhalb des Schwarzenbachs talein mit Blick auf das steil emporragende Scharfeck, den letzten Gipfel unserer Tour. Auf dem in den Morgenstunden auch im Sommer großenteils schattigen Weg erreichen wir nach etwa eineinviertel Stunden den Rotmoossattel, die weite Einsenkung zwischen Kreuzspitzgruppe und Kramergruppe. Hier zweigt, beschildert mit Frieder, unser Aufstiegsweg zum Friederspitz ab. Der schmale, aber gute, nirgends rutschige Steig leitet in vielen Kehren am grasigen Hang mit lichtem Baumbestand aussichtsreich empor, immer wieder mit schönem Blick auf das Zugspitzmassiv und den Ziegspitzkamm mit dem gezackten Rauhenstein. Unser Steig tritt schließlich auf die baumfreien, vom Lausbichel herabkommenden Hänge hinaus und erreicht in scharfer Rechtswendung nach wenig ansteigender Querung die hübsch auf einem Grasabsatz gelegene, nicht bewirtschaftete Friederalm. Von hier ist es, nach zehn Minuten an einer guten Quelle und weiter oben an einer Fülle Stengellosen Enzians vorbei, noch eine Stunde zum Gipfel des Friederspitz mit großem Kreuz und Buch. Eine umfassende Aussicht belohnt die über dreistündige Aufstiegsmühe. Beherrschend ist im Süden die Zugspitze. Nach Westen schauen wir auf die übrigen Gipfel der Kreuzspitzgruppe mit Schellschlicht, Kreuzspitzl, Kreuzspitze und den dahinter aufragenden Geierköpfen. Im Südosten, weit unter uns, der Ziegspitzkamm vor der Kulisse des Wettersteingebirges. Und im Norden steht nah unser nächstes Ziel, der rundliche Frieder. Der kleine, gut halbstündige Abstecher zum Frieder lohnt wegen des hübschen Blicks auf den Friederspitz mit der Zugspitze im Hintergrund und wegen des veränderten Blickwinkels auf den zentralen Teil der Kreuzspitzgruppe. Besonders zeigt sich von dort eindrucksvoll der lange, türmereiche Verbindungsgrat zwischen Friederspitz und Kreuzspitzl mit seinem sanften grünen Sattel am tiefsten Punkt. Die Begehung dieses Grats ist eine der anspruchsvollsten Unternehmungen in den Ammergauer Alpen, die Kletterfertigkeit und Kondition erfordert, vor allem wegen der langen Anstiege zu den Ausgangsgipfeln. Steigspuren leiten auf dem gutgestuften Grasrücken in den 75 Meter tiefer liegenden Sattel und jenseits, im oberen Teil als kleiner Steig, zum Friedergipfel mit winzigem Kreuz. Beim Rückweg bleibt uns nicht erspart, nochmals den Friederspitz zu besteigen. Die steilen felsigen Flanken gestatten eine Umgehung nicht. Zur Fortsetzung unserer Tour steigen wir vom Friederspitz ein Stück auf Trittspuren am sanft abfallenden, im oberen Teil nach Südwesten ziehenden Rücken ab und wenden uns dann dem weiten grünen Sattel zwischen Friederspitz und Lausbichel zu. Dieser ganz unbedeutende Grasmugel lohnt den kurzen Aufstieg von nur dreißig Höhenmetern zu einer genüßlichen Rast mit schöner Aussicht. Vom Lausbichel, den man auf Pfadspuren umgehen kann, steigen wir zum Beginn des Scharfeck-Nordwestrückens ab und gelangen auf dem wenig geneigten, fast bis zum höchsten Punkt latschenfreien Rücken, nur die letzten Meter durch einige niedere Latschen zum Gipfel mit faszinierendem Blick auf die Zugspitze und hinab ins Loisachtal. Für den Rückweg vom Scharfeck ist es am besten, über die geröllbedeckten Schrofen der Südwestseite etwa 15 Höhenmeter abzusteigen und in der hier beginnenden breiten horizontalen Latschengasse nach rechts auf Pfadspuren zum Ansatz des Nordwestrückens hinüberzuqueren. Natürlich kann man so auch zum Scharfeck aufsteigen, wenn man die kurze Latschenpassage am Gipfel vermeiden möchte. Die im Aufstieg rechts abzweigende, etwas abwärts führende Pfadspur ist hier deutlich zu erkennen. Wir folgen nun dem Kamm so weit, bis wir am Rand der markanten, nach Westen hinabziehenden Schlucht auf unseren Abstiegsweg stoßen, einen schmalen, nicht sehr ausgeprägten Pfad mit alter gelber Markierung, auf den wir gleichfalls treffen, wenn wir den Lausbichel rechts umgehen und auf das Scharfeck verzichten. Er leitet über einen Wiesenrücken zu einer Mulde am Waldrand unterhalb des Scharfecks. Wir können hierher vom Scharfeck auch direkt absteigen, was allerdings nur unwesentlich schneller geht - Nach Abklettern der Schrofen am Gipfel folgen wir der 15 Meter tiefer liegenden horizontalen Latschengasse 40 Meter und steigen dann in der hier beginnenden in Hangrichtung verlaufenden, oben breiten, weiter unten sehr schmal werdenden Gasse auf Trittspuren ab. Hinter einem Latschendurchschlupf stoßen wir auf eine querlaufende Pfadspur, der wir so weit nach rechts folgen, bis wir über Gras und Geröll zu einem deutlichen Querpfad absteigen können. Er führt in wenigen Minuten nach rechts zum gelb markierten, vom Friederberg herabkommenden Weg. Diese Route setzt ein wenig Orientierungsvermögen und Übung im weglosen Gehen voraus. Der gelb markierte Weg zieht nun in vielen Kehren am bewaldeten Grasrücken hinab, paßt sich geschickt der Geländeform an, mitunter steil und schrofig. Er ist bei weitem nicht so bequem wie der Aufstiegsweg über die Friederalm, im unteren Teil auch nicht immer deutlich, mit einiger Aufmerksamkeit aber stets erkennbar. Je tiefer wir kommen, immer mit Blick auf das Zugspitzmassiv, desto mehr beherrscht die Kiefer das Waldbild. Ganze Hänge sind von Kiefern bedeckt, die mit ihren tiefgreifenden Pfahlwurzeln die Wirbelstürme von Anfang 1990 besser überstanden haben als die flachwurzelnden Fichten. Mit ihren leuchtend rotbraunen Stämmen und Ästen bilden sie in der Nachmittagssonne einen reizvollen Kontrast zur blaugrauen Kulisse des Wettersteingebirges. So bietet auch der Abstieg ansprechende Fotomotive. Der Weg endet schließlich am Friedergrieß, einer ausgedehnten, von Büschen durchsetzten Kiesfläche. An ihrem linken Rand gehen wir, wie aus der Karte ersichtlich, zum breiten Forstweg und wandern hier zum Ausgangspunkt an der Ochsenhütte zurück.

Dauer - Friederspitz und Frieder: 1380 m, 5,75 bis 6,5 Stunden.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied1430 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
StartortParkplatz an der Ochsenhütte an der Straße Garmisch – Lermoos, 800 m.
Beste Jahreszeit
Höchster Punkt
Friederspitz, 2049 m – Frieder, 2053 m – Lausbichel, 1952 m – Scharfeck, 1926 m.
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