Franz-Senn-Hütte

Rund um die Franz-Senn-Hütte brillieren die Stubaier Alpen mit einer fantastischen Gletscherwelt. Trotz heißer Sommer und globaler Klimaveränderung werden sich die strahlenden Firn- und Eisflächen, hoch oben auf den weit über die 3000-Meter-Marke ansteigenden Bergriesen der Stubaier Alpen noch eine gute Zeit lang halten können. Und wer sie anschauen will, muss sich deshalb nicht übermäßig beeilen. Die Franz-Senn-Hütte ist für solche Bergtouren oder Spaziergänge der ideale Stützpunkt. Das schmucke, große Alpenvereinshaus ist leicht und schnell zu erreichen und bietet angenehme Unterkunft für 180 Gäste. Ihren Namen hat sie von dem berühmten Gletscherpfarrer aus Vent bekommen. (Autor: Siegfried Garnweidner)
6 km
410 m
2.00 h

Zustieg zur Franz-Senn-Hütte

Von der Oberisshütte geht es erst einmal recht gemütlich durch die oberen Hänge des Oberbergtals nach Westen hinauf. Dann dreht die Route im Zickzack ein wenig nach Südwesten ab und führt in der Nähe der Materialseilbahn neben dem wilden Gletscherbach weiter. Zwischendurch kommt man über glatt geschliffene Felsen. Sie wurden in der letzten Eiszeit vom Gletscher bearbeitet und das sieht man ihnen heute noch deutlich an. Nach gut einer Stunde wird schließlich die Franz-Senn-Hütte erreicht.

Auf die Rinnenspitze

Neben vielen anspruchsvollen Hochtouren gibt es über der Franz-Senn-Hütte auch ein Gipfelziel, das sich ambitionierte Bergwanderer ohne Hochtourenausrüstung zutrauen können. Die Rede ist von einem Dreitausender, der diese Höhe exakt schafft. Mit 3000 Metern zählt die Rinnenspitze zu den großartigsten Aussichtsbergen über der Franz-Senn-Hütte – und das schon auf der Route. Knapp 3 Stunden Zeit kostet der 900-Höhenmeter-Aufstieg, der Abstieg lässt sich in 2 Stunden schaffen. Allerdings sind neben einwandfreier körperlicher Verfassung für den steilen Gipfelanstieg auf einer Klettersteiganlage auch Trittsicherheit und Schwindelfreiheit angesagt.

Bei der Hütte muss man erst einmal den Alpeiner Bach überqueren. Dann wendet sich der Bergweg nach Norden und steigt zu einer Wegverzweigung an. Dort links weiter, also gegen Südwesten, und steile Hänge über einem eindrucksvollen Felsenabbruch queren. Die Markierungszeichen weisen gegen Nordwesten weiter und zur Unteren Rinnengrube hinauf. In diese landschaftlich wunderschöne Grube fließt ein klares Bächlein hinein, weitet sich zwischen Felsen etwas aus und bildet einen kleinen See. Anschließend geht es in Blockwerk hinein, dann wieder über angenehme Trittspuren, bis sich der Bergpfad in der Nähe des Rinnensees gabelt. Dort rechts halten, steil gegen Westen auf den Grat zwischen Kreuzkamp und Rinnenspitze zu. Der Anstieg im felsigen Steilgelände wird nun recht anstrengend, bis eine ordentlich ausgebaute Steiganlage erreicht wird. Überlegt klettert man auf ihr über etliche ausgesetzte Stellen hinauf und wer ängstlich ist, sollte sich vorsichtshalber anseilen. Am Gipfelgrat angekommen geht es links des Gratverlaufs ein wenig abwärts und am Drahtseil wird schließlich das Kreuz am höchsten Punkt erreicht.

Dauer: Auf: 1 1/4 Std. Ab: 1 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied410 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktOberisshütte (1742 m) bei Neustift im Stubaital
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDer Anstieg zur Hütte ist einfach. 
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte 1:50000, Blatt 36 (Innsbruck–Brenner)
VerkehrsanbindungAuf gut ausgebauter Bergstraße ab Neustift über Milders. Mit Bahn und Bus über Innsbruck, Fulpmes bis Neustift-Milders, dann mit dem Taxi
Tipps
Im Winter mit Tourenski: Von Mitte Februar bis Anfang Mai ist die Hütte für Tourengeher geöffnet, die hier eine Reihe anspruchsvoller Hochtouren vorfinden. Und wer außerhalb dieser Zeit kommt, kann im offenen Winterraum übernachten.
Informationen
Hüttensteckbrief
Höhe: 2149 m
Erbaut: 1885, ÖAV-Sektion Innsbruck
Bewirtschaftet: von Mitte Juni bis Anfang Oktober und (für Skitourengeher) Mitte Februar bis Anfang Mai
80 Betten, 100 Lager, offener Winterraum
Telefon: +43(0)5226/2218
www.franzsennhuette.at

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