Flaurlinger Alm

Durchgehend gute und breite Forststraße bis zur Flaurlinger Alm. Von der Flaurlinger Alm zum Taxersee leitet ein markierter Steig, den durchschnittliche Bergwanderer locker schaffen. Flaurlingberg (886 m) – Flaurlinger Alm (1613 m) – Taxersee (2282 m) und zurück. (Autor: Heinrich Bauregger, Peter Freiberger)
16 km
1501 m
6.00 h
Von Flaurlingberg zur Flaurlinger Alm Wir wandern während des gesamten Zustiegs auf einer guten Forststraße durch das Flaurlinger Tal nach Süden. Die Route führt zunächst durch den Wald, im Talboden rauscht deutlich wahrnehmbar der Kanzingbach. Der Weg leitet später vorbei an der Brücke über den Kanzing. Auf der gegenüberliegenden Seite, ein paar Meter talauswärts, steht die Kohlerkapelle. Sie wurde Ende des 19. Jahrhunderts nach einem Lawinenabgang zum Dank dafür errichtet, dass die weißen Massen einen Einheimischen gerade noch verschont haben. Doch wir bleiben für den Zustieg rechts des Bachs (orografisch betrachtet) und haben jetzt die „Mauer“ vor uns, den steilsten Abschnitt. Die Forststraße überwindet dieses Steilstück in einer langen Geraden und in Folge über mehrere Serpentinen. Hier donnerte im Februar 1999 übrigens eine Jahrhundertlawine durch das Tal – deshalb der „Kahlschlag“ in dem Bereich und westlich des Bachs. Bei einer Bank (rund 1450 Meter) zweigt rechts der alte Weg ab, der die Route ein wenig abkürzt und ein Stück weiter oben wieder in die dann recht flache ursprüngliche Route mündet. Die neue Trasse zieht hingegen nach Nordosten und führt etwas später ziemlich flach ins Almgebiet mit dem mächtigen Seejoch (2808 m, ebenfalls als Flaurlinger Roßkogel bekannt) im Talschluss. Es muss noch ein Bach überquert werden, dann ist das Almhaus in Sicht- und Reichweite. Von der Flaurlinger Alm zum Taxersee Versteckt oberhalb der Flaurlinger Alm liegt in 2282 Meter Höhe der idyllische Taxersee. Von der Alm bis zum See führt ein Steig. Um zum Ausgangspunkt zu gelangen, muss man vom Almhaus ein paar Meter zurückgehen und dem markierten Steig in Richtung Süden zum See folgen. Der führt zunächst sanft und gemütlich durch prächtige Wiesen entlang der orografisch rechten Bachseite nach oben. Nach ungefähr der Hälfte der Strecke wird die Bachseite gewechselt. Der letzte Abschnitt wird etwas steiler, der Steig zieht hier in Serpentinen zum See. Nach ungefähr 1 1/2 Stunden sollte das Ziel schließlich erreicht sein. Abstieg nach Flaurlingberg Wie Aufstieg.

kindgerecht

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied1501 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBeginn des Forstwegs zu den westlichen Häusern von Flaurlingberg im Oberinntal (Schwaighof, 886 m); Abstellmöglichkeiten für den Pkw vorhanden.
TourencharakterDie Flaurlinger Alm liegt am Ende des Flaurlinger Tals. Das Almhaus ist stattlich, aber dennoch nicht zu groß und passt daher gut in die Landschaft. Davor befindet sich ein kleines Holzhaus mit dem so genannten Lugnbankl. „Lugn“ ist im Oberinntal der umgangssprachliche Ausdruck für „Lügen“. Möglicherweise nehmen hier gerne die Weidmänner Platz, um ein bisschen Jägerlatein von sich zu geben. Aber auch manch Hirte soll am Lugnbankl schon ordentlich übertrieben haben bei seinen Erzählungen, aus welch gefährlichen Stellen er Weidevieh gerettet hat. Oberhalb des Wegs steht der Stall mit dem Misthaufen – ein Anziehungspunkt für die zahlreichen Hühner, die dort fröhlich scharren. Unterhalb der Gebäude rinnt der Kanzingbach vorbei. Wie die bisherige Beschreibung wohl vermuten lässt, ist die Flaurlinger Alm eine touristisch völlig unverfälschte und urtümliche gemischte Alm, bei der freilich das Galtvieh dominiert. Ungefähr 180 Stück Galtvieh und knapp 20 Milchkühe werden jeden Sommer aufgetrieben. Dazu weiden noch etwa 600 Tiroler Bergschafe in dem insgesamt 729 Hektar großen Gebiet. Wenn man dem Weg vom Flaurlinger Almhaus weiter folgt, erreicht man in 5 Minuten die Oberhofer Galtalm mit dem ebenfalls urtümlichen und einfachen Gebäude. Bloß schade, dass das nachbarschaftliche Verhältnis zwischen den Flaurlinger und den Oberhofer Bauern in den vergangenen Jahren nicht immer ungetrübt war. Der Besucher merkt davon natürlich nichts. Möglicherweise erfährt man aber am Lugnbankl ein paar Hintergründe der Animositäten, die durchaus zum Schmunzeln anregen.
Beste Jahreszeit
KartentippAlpenvereinskarte 1 - 50.000, Blatt 31/5, „Innsbruck-Umgebung“.
VerkehrsanbindungAuf der Inntalautobahn A 12 bis zur Ausfahrt Telfs/West. Dann der Beschilderung Pfaffenhofen folgen, über die Innbrücke und auf der Landesstraße (Salzstraße) in Richtung Osten (durch Pfaffenhofen und Oberhofen hindurch) nach Flaurling. Gleich am westlichen Ortsanfang nach dem Bach rechts hinauf und sich an die Beschilderung „Flaurlingberg“ halten. Auf der Westbahnstrecke bis zum Bahnhof Flaurling.
GastronomieFlaurlinger Alm (1813 m), bewirtschaftet zwischen Mitte Juni und Mitte September; Oberhofer Galtalm, bewirtschaftet zwischen Mitte Juni und Mitte September; jeweils kein Ruhetag. Auskünfte über die aktuellen Pächter bei der Tourismusregion tirolmitte, A-6403 Flaurling, Tel. - ++43/(0)5262/62245, Fax: 62245/4; E-Mail: info@tirolmitte.at
Tipps
Der Abstecher zum Taxersee Mehr als 700 Höhenmeter haben wir bei der Flaurlinger Alm bereits hinter uns gebracht. Für den Abstecher sollte man berücksichtigen, dass beinahe abermals so viele Höhenmeter anstehen. Die sind freilich für halbwegs geübte Bergwanderer problemlos zu schaffen. Und die Strapazen lohnen sich bestimmt, denn der nierenförmige See stellt ein landschaftliches Kleinod dar, eingebettet in einen Kessel unterhalb der Schloßköpfe, der Peider Spitze, der Peider Scharte und des Seejochs. An seiner tiefsten Stelle misst das Gewässer übrigens sechs Meter.
Informationen
Dauer - Vom Ausgangspunkt zur Flaurlinger Alm rund 2 Stunden; von der Flaurlinger Alm zum Taxersee rund 1 1/2 Std.; Abstieg nach Flaurlingberg rund 2 3/4 Std.; Gesamtgehzeit rund 6 1/4 Std.; Entfernungskilometer: Flaurlingberg – Flaurlinger Alm: rund 6 Kilometer.