Fichtelberg

Sachsens Olymp Wald- und Panoramawanderung auf fast durchgehend bequemen Wegen. (Autor: Bernhard Pollmann)
12 km
100 m
3.00 h
Fichtelbergbahn Die dampfbetriebene Fichtelbergbahn, eine 1897 eröffnete 750-mm-Schmalspurbahn, verkehrt täglich mit sechs Zugpaaren auf der 17,4km langen Strecke von Cranzahl (654m) im Sehmatal nach Oberwiesenthal (893m) im Hang des Fichtelbergs, wobei sie einen Höhenunterschied von fast 250m überwindet. Die Bergfahrt dauert etwa 60 Minuten. Die eindrucksvollste der sechs Brücken, die die Fichtelbergbahn überquert, ist das Hüttenbachviadukt (23m hoch, 110m lang) kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof Oberwiesenthal. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens wurde 1997 längs der Bahnstrecke der »Erlebnispfad Bimmelbahn« als Wanderweg für Eisenbahnfreunde ebenso wie für Wanderer angelegt. Info und Fahrplan - www.bvo.de Aussichtsreicher Aufstieg Im Bahnhof Oberwiesenthal lassen wir uns den Fahrplan der Fichtelbergbahn geben; derzeit fährt der letzte Zug um 19.05 Uhr in KretschamRothensehma ab, sodass man sich auf der Wanderung schön Zeit lassen kann; die Fahrt von Kretscham-Rothensehma nach Oberwiesenthal dauert etwa eine halbe Stunde. Aus dem Bahnhof Oberwiesenthal tretend, folgen wir der Bahnhofstraße kurz rechts, gehen die erste Straße links hinauf (Teichgasse) und gelangen oben rechts durch die Annaberger Straße zum Marktplatz, wo eine Postdistanzsäule (1730) vermerkt, wie viele Stunden Postkutschen brauchten, um von hier aus die verschiedenen Orte Sachsens zu erreichen. Den Marktplatz verlassen wir bergwärts auf der Karlsbader Straße, zweigen die erste Straße rechts ab (Vierenstraße) und wandern gleich darauf links aufwärts durch die schmale Bergstraße. Eine Gelbstrich-Markierung weist die Route. Oben vor der Straße gehen wir kurz rechts und die erste Straße halb links hinauf, wobei wir bald in aussichtsreiche Wiesen treten. Am Rand der Skipistenwiese vor der Sessellifttrasse wechseln wir links auf einen steilen Pfad, der wenig später auf einen Grasweg mündet: Hier links, dann auf einem Asphaltweg mit prachtvoller Aussicht halb rechts hi-nauf zur oberen Sprungschanze. Dort zeigt der Gelbstrich-Wegweiser links auf einen Wiesenweg, an dem Sitzbänke einladen, das prachtvolle Panorama zu genießen. Oben an der Schutzhütte Am Eckbauer an der Kreuzung mit dem Philosophenweg beginnt der »Fremdensteig«, der im Wald – links das Ehrenkreuz des Erzgebirgsvereins – zum aussichtsreichen Gipfel des Fichtelbergs hinaufführt. Fichtelberg-Panoramen Da der Fichtelberg den Kamm des Erzgebirges um etwa 200m und den Kurort Oberwiesenthal um mehr als 300m überragt, bietet er eines der wundervollsten Erzgebirgs-Panoramen. Markantester Blickfang ist der jenseits des Zechengrunds aufragende Keilberg in Tschechien, bei klarer Sicht schweift der Blick bis zum Fichtelgebirge, zum Großen Arber im Böhmerwald und bis ins Riesengebirge, an Abenden in der Weihnachtszeit leuchten die Talorte im Lichterglanz. Als bedeutendstes Alpinskizentrum in den neuen Bundesländern ist die steile Flanke des aus Glimmerschiefer aufgebauten, doppelgipfligen Härtlingsrücken oberhalb des Kurorts Oberwiesenthal weitflächig entwaldet und durch Aufstiegshilfen wie eine Seilbahn und eine Viersesselbahn erschlossen, auch eine Straße führt auf den Gipfel, auf dem sich das Hotel »Fichtelberghaus« mit dem 31m hohen Aussichtsturm, ein Restaurant, ein Bergobservatorium (Wetterwarte) und ein kleiner botanischer Garten befinden. Zwar ist das Gipfelplateau wegen der Verbauung und der Parkplätze wenig ansprechend, doch das Panorama ist einzigartig, und da sich die meisten Ausflügler nur wenige Gehminuten von den Reisebussen bzw. von der Seilbahnbergstation entfernen, hat man auf den Wanderwegen seine Ruhe. Zschopauquelle und Kreuzbrückfelsen Auf dem Fichtelberg beginnt der mit dem Zeichen »Rotstrich« markierte Zschopautalwanderweg. Er führt zwischen der Gipfelzufahrtsstraße und dem Botanischem Garten wenige Meter abwärts und an der ersten Wegekreuzung rechts. Aussichtsreich geht es auf einem Forstweg, dem Reitsteig, zunächst in sachtem, dann in rascherem Abstieg in lichtem Bergfichtenwald abwärts, wobei bald eine Schutzhütte in aussichtsreicher Lage zur Rast lädt. An der Wegekreuzung weiter unten wechselt der Zschopautalwanderweg rechts auf den Forstweg »Hirschfalzstraße« und führt an der Zschopauhütte (Rastplatz) im Quellgebiet der Zschopau vorbei zur Wegekreuzung an der Ausrücke (Sitzbänke). Hier verlassen wir den Zschopautalwanderweg und zweigen rechts auf den asphaltierten Ausrückeweg ab. Dieser bietet ab der Schutzhütte an der Abzweigung des Jägersteigs eine exzellente Aussicht auf die Basaltberge bis hin zum Hirtstein und senkt sich an einem Brunnenrastplatz vorbei zum Gasthaus Rotes Vorwerk (Sportbaude Waldeck). Vom Roten Vorwerk führt der mit dem Zeichen »Blaustrich« markierte Erzgebirgs-Kammweg auf dem Bärenfangweg weiter durch den Wald. Die Informationstafeln eines Naturlehrpfads wissen hier Interessantes zu Geologie, Flora und Fauna zu berichten. An klaren Tagen ist der kurze Abstecher zum aussichtsreichen Kreuzbrückfelsen zu empfehlen, danach geht es weiter auf dem bequemen Bärenfangweg, der in meist sachtem Abstieg durch die Wälder führt und an den Stümpelfelsen erneut eine schöne Aussicht gewährt. An der Kuppe (854m) verlässt der Kammweg den Bärenfangweg und wechselt auf den Flößzechenweg, der hinab nach Kretscham-Rothensehma führt. Hier steigen wir in die Fichtelbergbahn und fahren zurück nach Oberwiesenthal. Philosophenweg-Variante Wer den Fichtelberg im Rahmen einer kurzen Rundwanderung (8,5km) erkunden will, findet im Philosophenweg eine attraktive Alternative zum Kammweg. Am Roten Vorwerk zweigt der blau und gelb markierte Philosophenweg in den Osthang des Fichtelbergs ab. Mit weiter Aussicht leitet er bequem durch den Hang, Bänke laden zum Verweilen, wir passieren die Naturbaude Eschenhof und zweigen kurz vor der Schwebebahntrasse geradeaus auf den Gelbstrich-Weg ab. Er führt an der Hotelbaude Berg-Kristall vorbei in das Naturschutzgebiet Schönjungferngrund, eines der urtümlichsten und naturschönsten Gebiete am Fichtelberg. Hinter einer Holzbrücke wechselt der Gelbstrich-Weg links auf einen steilen Weg neben dem Bach, an der nächsten Brücke geht es links zum Auslauf der Sprungschanze, dort geradeaus auf dem Panoramaweg oberhalb der Sommerrodelbahn zur Vierenstraße und auf ihr rechts hinab zu den Talstationen der Schwebebahnen, dann auf der Hüttenbachstraße oberhalb des Badeteichs zurück zum Bahnhof.

Dauer - 3 1/2 Oberwiesenthal – Fichtelberg 11/4 Std. – Fichtelberg – Rotes Vorwerk 3/4 Std.; Rotes Vorwerk – Kreuzbrückfelsen 1/2 Std.; Kreuzbrückfelsen – Bahnhof Kretscham- Rothensehma 1 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied100 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortDer Kurort und Wintersportplatz Oberwiesenthal (914m) liegt im Naturpark Erzgebirge-Vogtland am Fuß des Fichtelbergs und ist die höchstgelegene Stadt Deutschlands.
AusgangspunktBahnhof Oberwiesenthal (893m) der Fichtelbergbahn; ein Großparkplatz befindet sich 2 Gehminuten unterhalb an der Zufahrt zum Bahnhof. Weitere Parkmöglichkeiten finden sich an der Talstation der Schwebebahnen.
TourencharakterDer aussichtsreiche Fichtelberg (1215m) ist als höchster Berg Sachsens eines der herausragenden Wanderziele im Osten Deutschlands, nach dem benachbarten Keilberg (Klínovec, 1442m) in Tschechien ist er der zweithöchste Berg des Erzgebirges. Der Aufstieg führt durch die aussichtsreiche Bergflanke oberhalb des Kurorts Oberwiesenthal; sie ist für Mittelgebirgsverhältnisse extrem steil. Wer den Aufstieg vermeiden will, kann mit der Seilbahn zum Gipfel schweben. Vom Gipfel wandern wir am Zschopauquellgebiet vorbei zum Roten Vorwerk und folgen dem Erzgebirgs-Kammweg überwiegend mit einmaliger Aussicht zum Bahnhof Kretscham-Rothensehma. Von dort fährt die Fichtelbergbahn zurück nach Oberwiesenthal.
Beste Jahreszeit
KartentippNaturparkkarte Erzgebirge-Vogtland 1 - 25000, Blatt 3/4 (Landesvermessungsamt Sachsen).
VerkehrsanbindungB 95 Chemnitz – Annaberg-Buchholz – Oberwiesenthal
GastronomieOberwiesenthal, Fichtelbergplateau, Rotes Vorwerk, Kretscham-Rothensehma.
Tourismusbüro
Tourismus- und Veranstaltungsgesellschaft Kurort Oberwiesenthal, Bahnhofstraße 7, 09484 Kurort Oberwiesenthal, www.oberwiesenthal.de Fahrplan der Fichtelbergbahn: www.bvo.de

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