Feilalm

Flache asphaltierte Mautstraße im Talboden. Guter Steig von der Mautstraße bis knapp unter die Alm, danach breiter Weg zur Alm. Fahr- bzw. Karrenweg von der Alm zum Feilkopf. Feuchter Grashang vom Feilkopf zur Feilalm (für den Abstieg). Breite Zufahrtsstraße von der Feilalm ins Gerntal mit der asphaltierten Mautstraße. Pertisau (980 m) – Feilalm – (rund 1370 m) – Feilkopf (1562 m) – Feilalm – Gerntal – Pletzachalm (1040 m) - Pertisau. (Autor: Heinrich Bauregger, Peter Freiberger)
13 km
835 m
4.00 h
Von Pertisau zur Feilalm Der erste Abschnitt dieser Rundwanderung führt vom Parkplatz in Pertisau entlang der asphaltierten Mautstraße in Richtung Pletzachalm, an der wir allerdings erst am Rückweg vorbeikommen. Die Mautstraße verläuft am Beginn praktisch eben, sodass es den Anschein hat, als stünde ein gemütlicher Spaziergang bevor. Wir dürfen uns am Beginn nicht verleiten lassen, nach Westen ins Falzthurntal abzuzweigen. Die Fußgängerroute und die Straße dorthin könnten leicht Verwirrung stiften. Es gilt die Richtung zu halten und sich an der Pletzachalm zu orientieren. Bald zweigt linker Hand der beschilderte Steig zur Feilalm in den Wald ab. Der Steig führt lange Zeit leicht ansteigend durch den Wald nach oben, kurz bevor er in den Weg mündet weist er einige Serpentinen auf. Von diesem Weg blickt man zum ersten Mal prächtig zum Achensee hinunter und ins Rofangebirge. Die Route bringt uns nun nach Osten, wo sie in den eigentlichen Zufahrtsweg zur Alm mündet. Jetzt ist es nur noch ein Katzensprung zum ersten Ziel. Von der Feilalm zum Feilkopf Wovon anderswo nur geträumt werden kann, ist hier Realität - Von der Feilalm führt ein (verkehrsfreier) gemütlicher (Karren)weg bis direkt zum Gipfel. Freilich – Gipfel mag vielleicht ein bisschen übertrieben klingen beim Feilkopf. Dennoch sollte man die 1562 Meter hohe Erhebung unbedingt „mitnehmen“. Der Weg führt von der Feilalm zunächst südlich am Feilkopf vorbei, um dann von Westen zum höchsten Punkt mit dem großen Kreuz zu leiten. Vom Feilkopf nach Pertisau Um den Abstieg vom Feilkopf ein wenig zu verkürzen und unterhaltsamer zu gestalten, empfiehlt es sich, direkt den Gipfelhang zur Feilalm hinunterzuwandern. Und um in Folge aus der Tour eine Rundwanderung zu machen, bleiben wir unterhalb der Alm auf dem Zufahrtsweg, der uns Richtung Norden ins Gerntal hinunterbringt. Die Route führt oberhalb des Tals den Hang entlang und mündet unten in die Mautstraße. Sobald diese erreicht ist, heißt es, sich wieder Richtung Pertisau orientieren. Nun verwandelt sich die Tour tatsächlich beinahe in einen Spaziergang. Jedenfalls wandern wir gemütlich talauswärts. Dabei besteht noch die Möglichkeit in der Pletzachalm einzukehren, die sich unmittelbar linker Hand des Wegs befindet. Der Gipfelabstecher Der Feilkopf stellt – oberflächlich betrachtet – nicht mehr als einen unscheinbaren Grasberg im Karwendel dar, der allerdings ein großes Plus aufweist: Er verspricht eine grandiose Aussicht. „Klein, aber oho“ – mit diesem Attribut könnte man ihn treffend beschreiben. Denn selten einmal lässt sich auf einem Berg, der nicht einmal die 1600-Meter-Marke erreicht, ein ähnlich grandioses Panorama genießen. Das ist zwar bereits im Bereich der Feilalm außergewöhnlich, ganz oben jedoch abermals um eine Spur imposanter. Junge Bergfexe, die es – auch dank der Hilfe von Papa und/oder von Mama – hierher geschafft haben, werden wohl den größten Gefallen finden am Achensee. Die Erwachsenen hingegen dürften angesichts der beeindruckenden Gipfelschau Gefallen und Lust an weiteren Bergtouren verspüren – eine Art Appetitanreger also, der Feilkopf. Kein Wunder: Über dem Achensee erhebt sich das märchenhafte Rofan, und den Feilkopf selbst umgeben unvergleichliche Erhebungen des Karwendel.

kindgerecht

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied835 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktPertisau, großer Parkplatz am Beginn der Mautstraßen in die Karwendeltäler.
TourencharakterDie Feilalm ist eine jener Almen, wo sowohl Melk- als auch Galtvieh den Sommer verbringt. Mit rund 15 Hektar zählt sie wahrlich nicht zu den großen Tiroler Almen. Dennoch werden jährlich ungefähr 50 Rinder aufgetrieben. Schon vom Parkplatz in Pertisau aus erkennt man das Gebäude knapp unterhalb des Feilkopfs. Auf den ersten Blick hat es den Anschein, als handelte es sich um ein Berggasthaus, das sich die Bezeichnung „Alm“ angeheftet hat. Das stimmt freilich nicht – dort oben herrscht tatsächlich Almbetrieb im klassischen Sinn. Die Tatsache, dass gleichzeitig eine moderne und komfortable Einkehrmöglichkeit besteht, verringert den Reiz ja keinesfalls, der Feilalm einen Besuch abzustatten. Wer die Nostalgie liebt, sollte das winzige alte Almhaus näher unter die Lupe nehmen, das hinter dem neuen Almgebäude steht. Eine Visite hier über dem Achensee lohnt sich jedenfalls aus mehreren Gründen. Zum einen wird man sehr freundlich bedient und kann allerlei kulinarische Köstlichkeiten genießen. Die Eröffnung dazu könnte ein „Schnapsl“ bilden. Ein Stamperl vom Selbstgebrannten – dem „Selberbrennt'n“, wie wir in Tirol sagen – hat gewiss noch niemandem geschadet. Es müssen ja nicht unbedingt weitere folgen. Zum anderen stellt die Terrasse mit dem grandiosen Ausblick eine Attraktion dar. Die Karwendelberge und das Meer der Tiroler – der Achensee – ziehen unweigerlich die Blicke an. Nicht zu vergessen das Rofangebirge jenseits des Gewässers. Aussichtsmäßig weniger zu bieten hat die Pletzachalm, an der die Rundwanderung am Retourweg vorbeiführt. Dafür liegt sie prächtig eingebettet zwischen Seebergspitze (2085 m) und der bekannten Mondscheinspitze (2106 m). Außerdem ist in Sachen Weidevieh allerhand los. Etwa 300 Tiere nutzen die Weidemöglichkeiten der Pletzachalm zwischen Juni und Ende September. In den Monaten Juli und August befinden sich die Tiere weiter oben im Gebiet des Hochlegers. Sie gehören größtenteils Bauern aus Vomp und Reith im Alpbachtal. Das zur Alm gehörende Alpengasthaus wurde bereits im Jahre 1914 gebaut. Seit 1916 befindet es sich im Besitz der Familie Pfluger. Die Feilalm und die Pletzachalm zählen übrigens zu nicht weniger als 13 (Alm)hütten bzw. Berggasthäusern, die es in diesem Eck des Karwendels gibt. Da sollte man es im eigenen Interesse bei ausgedehnten Wanderungen mit dem Einkehren nicht übertreiben.
Beste Jahreszeit
KartentippAV-Karte Karwendel/Ost, 5/3, 1 - 25.000.
VerkehrsanbindungAuf der Inntalautobahn A 12 bis zur Ausfahrt Wiesing/Achensee, dann auf der Achenseebundesstraße zunächst nach Maurach, dort abzweigen nach Pertisau. Von Pertisau bis zum Beginn der Karwendeltäler. Auf der Westbahn bis zum Bahnhof Jenbach. Mit dem Linienbus über Maurach nach Pertisau.
GastronomieFeilalm (rund 1370 m), bewirtschaftet von 1. Mai bis 26. Oktober und zwischen Weihnachten und Ostern. Besitzer - Familie Andreas Knapp, Tel.: ++43/(0)676/6158919; (Alpengasthaus) Pletzachalm (1040 m), bewirtschaftet von Mai bis Ende Oktober und zwischen Weihnachten und Ostern. Besitzer: Familie Pfluger, Tel.: ++43/(0)5243/5573.
Tipps
Der Tipp für Kinder Die hervorragende Küche der Feilalm tut sich besonders in Sachen Mehlspeisen hervor – und dabei in erster Linie beim Kaiserschmarrn. Da jungen Bergwanderern eine süße Köstlichkeit immer schmeckt, kann man die Verkostung des Kaiserschmarrns in der Feilalm durchaus als (Gourmet)- Tipp für Kinder bezeichnen. Würde man übrigens eine objektive Bewertung dieser kulinarischen Spezialität auf allen Tiroler Almen und Hütten durchführen, würde die Feilalm wahrscheinlich einen der vorderen Plätze belegen. Also, liebe Kids (und natürlich auch Erwachsene) - Lasst euch diese Gaumenfreuden nicht entgehen!
Informationen
Dauer - Vom Ausgangspunkt zur Feilalm rund 1 3/4 Std., von der Feilalm zum Feilkopf 30 Minuten, vom Feilkopf über die Feilalm und die Pletzachalm zum Ausgangspunkt rund 1 1/2 Std.; Gesamtgehzeit rund 4 Std.; Entfernungskilometer: rund 6 Kilometer vom Parkplatz über die Maut- und Zufahrtsstraße zur Feilalm.
Tourismusbüro
Barbara Krichmair, 6213 Pertisau, Tel.: ++43/(0)5243/4307, Fax: 5939; E-Mail: pertisau@achensee.info; Internet: www.achensee.com/pertisau.