Faulhorn, 2681 m

Ein absoluter Wanderklassiker! Durchwegs gute, nur auf kürzeren Abschnitten etwas raue Wege. Faszinierend die Kulisse der höchsten Berner Alpengipfel. Wer gleich ganz oben, im Berghotel Faulhorn, übernachtet, kann einmalige Dämmerstunden erleben – Alpenromantik pur. (Autor: Eugen E. Hüsler)
15 km
780 m
5.00 h
Zum Faulhorn Die Höhenwanderung beginnt ganz gemütlich. Von der Bahnstation Schynige Platte (1967 m) führt der viel begangene Weg über die Almwiesen von Oberberg flach zum Louchera Grätli (1985 m). Mit herrlich freier Sicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau geht’s südlichumdas felsige Loucherhorn (2230 m) herum. Am Güwtürli (2029 m), einem Felsentor, betrittmandas Hochkar von Güw, auf der Egg (2125 m; 1.30 Std.) verlässtman es wieder. Über dem weltabgeschiedenen Sägistal steigt der Höhenweg sanft an zu einer Gratkante am Sägissa-Stock (2276 m); links in der Tiefe zeigt sich der kleine Sägistalsee (1937 m). Beim Berghaus Männdlenen (2344 m; 2.30 Std.), das auf einer kleinen Wasserscheide steht, ist dann eine erste Rast fällig, bevormanden halbstündigen Anstieg durch die felsig-schattigen Nordabstürze des Wintereggs in Angriff nimmt. Das Faulhorn (2681 m) ist nun schon recht nahe; der Pfad steuert seinen Westgrat an, quert in die Südflanke und gewinnt schließlich im Zickzack den höchsten Punkt der Wanderung mit Gasthaus und altberühmtem Panorama (3.45 Std.). Zur First Nach Gipfel- und Gaumenschmaus geht’s zunächst südwärts hinunter zum Gassenboden (2553 m), wo ein Zustieg von der Bussalp (1793 m) mündet. Unter den düsterbrüchigen Felsen des Simelihorns wandert man auf breitem Weg weiter bergab zum Bachsee (auch Bachalpsee, 2265 m; 5 Std.), wo das nächste Foto-Shooting fällig ist. Hauptdarsteller sind zwei markante, eisumwallte Hörner mit finster-schrecklichen Namen, deren markante Silhouetten sich bei Windstille im Wasser spiegeln. Der Weiterweg ist dann ein einziges Schaulaufen, bei dem neben dem Finsteraarhorn (4274 m) und dem Schreckhorn das Wetterhorn (3692 m) mit seinem gewaltigen Nordabsturz immer schöner ins Bild rückt. Über das Chämmlisegg, einen besonders schönen Schau-Platz, erreicht man schließlich die Seilbahnstation First (2166 m; 5.45 Std.) über der Alp Grindel.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied780 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortWilderswil (584 m) bei Interlaken
AusgangspunktBergstation der Zahnradbahn zur Schynigen Platte (1967 m)
EndpunktBergstation der G
TourencharakterDie Höhenwanderung von der Schynigen Platte zur First ist der Wanderklassiker schlechthin für alle, die über zwei gesunde Beine und etwas Ausdauer verfügen: von Bahnstation zu Bahnstation, von Aussicht zu Aussicht. Am schönsten ist die natürlich am Faulhorn (2681 m), und das bietet sich für eine längere und (in doppeltem Sinn genussvolle) Rast an, weil gleich unter dem Gipfel das gleichnamige kleine Berghotel steht – eines der ältesten im ganzen Oberland notabene, bereits 1832 eröffnet. Da genießt man dann bei Moscht und Röschti die (eis)glänzende Aussicht auf die gesamte steinerne Prominenz des Oberlandes, vom Wetterhorn über Schreckhorn, Finsteraarhorn (4274 m) und die »großen Drei« bis zur Blüemlisalp. Die passende Quizfrage dazu: Wer ist nun der Schönste (Berg) im ganzen (Ober-)Land? Übrigens: Am Faulhorn kann man natürlich übernachten, was seinen besonderen Reiz hat, oder – noch spannender – bei Vollmond von der Schynigen Platte (Nachtfahrt) zum Gipfel und zum Sonnenaufgang wandern (dreimal im Sommer). Im Juli und August steuert bei gutem Wetter jeden Mittwoch ein Frühzug (Wilderswil ab um 5.20 Uhr) die Schynige Platte an – zum Sonnenaufgangs-Frühstück. Die Zahnradbahn Doch vor der großen Tour muss man erst einmal hinauf zur Schynigen Platte (1967 m), und den Transport der Aussichts- und Wandersüchtigen bis nahe an die 2000er-Höhenkote heran übernimmt seit 1893 zuverlässig die Zahnradbahn, bis 1914 mit Dampf betrieben, dann elektrifiziert. Aus der Gründerzeit ist eine Dampflok erhalten, die ab und zu für Sonderfahrten eingesetzt wird.
KartentippSwisstopo 1:50 000, Blatt 254 T »Interlaken«
MarkierungenWeiß-rot-weiß, gelbe Wegzeiger
VerkehrsanbindungWilderswil ist ein Nachbarort von Interlaken, Anfahrt per Bahn oder über gut ausgebaute Straßen. Zahnradbahn zur Schynigen Platte. Von Grindelwald fährt man mit dem Zug zurück nach Wilderswil (spezielle Rundreisebilletts).
GastronomieBerghotel Schynige Platte, Ende Mai bis Ende Oktober, Tel. 033/828 73 73, hotel.schynigeplatte@jungfrau.ch; Berghaus Männdlenen, Mitte Juni bis Mitte Oktober, Tel. 033/853 44 64, www.berghaus-maenndlenen. ch; Berghotel Faulhorn, Ende Juni bis Mitte Oktober, Tel. 033/853 27 13, www.berghotel-faulhorn.ch; Berghaus First, Tel. 033/853 12 84, www.berghausfirst.ch
Tourismusbüro
Interlaken Tourismus, Höheweg 37, CH-3800 Interlaken; Tel. +41/(0)33/826 53 00, mail@interlakentourism.ch, www.interlaken.ch

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