Faszinierende Bilder aus Mittenwald

In Mittenwald einen Ausflugstag zu verbringen, ist immer mit besonderen Erlebnissen verbunden. Ob Landschaft, Alpenkulisse, Stadtbild oder Freizeitangebot – überall wird man zum Staunen und Genießen angeregt. (Autor: Armin Scheider)
5 km
80 m
1.00 h
Genusswandern über die Buckelwiesen. Vier Kilometer nördlich von Mittenwald gelegen, sind die Buckelwiesen – wie der Name schon sagt – eine hügelige Wiesenlandschaft. Diese Restflächen bilden eine naturkundliche Kostbarkeit und gelten als die größten im nördlichen Alpenraum. Die Buckelwiesen sind Blumenwiesen. Bald nach der Schneeschmelze werden sie mit weißen und violetten Krokussen überzogen und im Mai taucht der Enzian die Hänge in ein leuchtendes Blau. Anzutreffen sind auch die Alpenrose, die Dotterblume, der Türkenbund und der Frauenschuh. Die Stadt Mittenwald bemüht sich in vorbildlicher Weise um die Erhaltung bzw. Renaturierung der Buckelwiesen als Naturraum und Studienobjekt für umweltbewusste Urlauber und Ausflügler. So werden die Wiesen nur mit der Sense gemäht und von Düngemitteln freigehalten. Diese Bemühungen wurden bereits mit zwei namhaften Auszeichnungen gewürdigt - 1999 mit dem ersten Preis beim »Henry Ford European Conservation Award« in der Kategorie Naturschutz sowie 2001 mit einem Preis der »Internationalen Alpenschutzkomission CIPRA« in dem von der EU geförderten Wettbewerb »Gemeinde mit Zukunft«. Ein anderer Aspekt der Buckelwiesen ist nicht minder spektakulär, nämlich die Aussicht auf die beiden Gebirgsmassive Karwendel und Wetterstein. Wenn man oben in der Nähe des Gasthofs Tonihof steht und nach Süden blickt, präsentiert sich ein unvergleichliches Landschaftsbild: linkerhand die Westflanke der nördlichen Karwendelkette mit der Westlichen Karwendelspitze (2385 m) als höchstem Punkt, flankiert von Wörner und Tiefkarspitze. Rechts des Isartals die Felsbarriere des Wettersteingebirges, einzusehen auf ganzer Breite von der Wettersteinwand bis zur Zugspitze. Auf der Terrasse des Tonihofs kann man dieses Bild leider nicht mehr genießen, weil der Tonihof nur noch Hotel ist. Bei so viel landschaftlicher Schönheit drängt sich geradezu eine Wanderung auf. Sie ist wegen fehlender markanter Punkte nur schwer zu beschreiben, aber mit der Karte auf der vorangehenden Seite leicht nachzuvollziehen (Länge: gut fünf Kilometer). Und sie ist wegen des Naturerlebnisses besonders empfehlenswert! Rundgang in Mittenwald. Mittenwald wird 1096 erstmals urkundlich erwähnt, erhält 1305 das Marktrecht und begründet Ende des 17. Jahrhunderts neben anderen Gewerbezweigen den Geigenbau. Er sollte die weitere Entwicklung des Marktes maßgeblich mitbestimmen, zumal der berühmte Geigenbauer Matthias Klotz (1653–1743) eine führende Rolle übernimmt. So entsteht durch das Wirken der Familie eine so genannte »Klotzschule« und durch stilprägende Arbeiten anderer Geigenbauer im 18. Jahrhundert eine zweite wichtige Modellreihe. Heute ist Mittenwald eines der zwei bedeutendsten Zentren des Streich- und Zupfinstrumentenbaus in Deutschland. Das kommt auch im Internationalen Geigenbau-Wettbewerb zum Ausdruck, der seit 1989 in Mittenwald alle vier Jahre durchgeführt wird (der nächste 2009). Zurzeit sind in Mittenwald rund ein Dutzend Werkstätten ansässig. Wenn Sie sich eingehender mit dem Geigenbau beschäftigen möchten, ist ein Besuch im Geigenbau- und Heimatmuseum (Mai–Okt. Di.–So. 10–17 Uhr) empfehlenswert. Das schönste Straßenbild in Mittenwald bietet sich beim Rundgang am verkehrsfreien Obermarkt. Alte Bürgerhäuser mit Lüftlmalereien, Blumentröge auf der Straße und der malerische Abschluss des Marktes durch den bemalten Kirchturm vermitteln den Eindruck eines großen behaglichen Wohnzimmers. Sehenswerte Fassadenmalereien findet man unter anderem auch Im Gries, in der Goethestraße und am Untermarkt. Radeln zur Isarquelle. Die meisten kennen die Isar als Fluss, der ab Mittenwald seine Bahn über Bad Tölz, München und Landshut nach Norden zieht und bei Deggendorf in die Donau mündet. Aber wo kommt die Isar her? Dieser Frage gehen wir heute auf den Grund. Wir radeln zur Isarquelle, was eine der schönsten Touren ist, die man am gesamten Isarlauf unternehmen kann. Sie führt durch ein ursprüngliches Gebirgstal mitten in das Karwendelgebirge zur spektakulär gelegenen Kasten-Alm. Und Karwendel bedeutet mit den eigenwilligen Lichteffekten und Farbabstufungen sowie kühn aufragenden Felsmassiven stets große landschaftliche Faszination. Gestartet wird in Scharnitz an der Kirche und hinaus geht es auf der Hinterautalstraße bei leicht ansteigender Strecke. Einzelheiten müssen nicht beschrieben werden, man folgt stets den Schildern Richtung Hinterautal. Beachten Sie ab Kilometer sechs die großartigen Ausblicke und das blaugrüne Band der jungen Isar. Zwei Kilometer vor der Kasten-Alm, die in einem aufregend schönen Hochgebirgskessel liegt, befindet sich ein mit Holzgatter abgetrenntes Areal, in dem die Isarquellen liegen. Auf Tafeln kann man sich näher informieren. Die Tour ist bis zur Kasten-Alm und zurück rund 30 Kilometer lang und von fünf Kilometern meist nur mäßigen Steigungen durchsetzt. Dementsprechend rollt das Radl auf der Rückfahrt oft von alleine.

Länge - Autorundfahrt: ca. 15 km (Tonihof–Scharnitz) Wanderung: ca. 5 km Radtour: ca. 30 km

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour5 km
Höhenunterschied80 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktTonihof Mittenwald auf den Buckelwiesen Autoanfahrt von München auf B 11 oder A 95/B 2 (ca. 105 km) Bahnverbindung München–Mittenwald
TourencharakterIn Mittenwald einen Ausflugstag zu verbringen, ist immer mit besonderen Erlebnissen verbunden. Ob Landschaft, Alpenkulisse, Stadtbild oder Freizeitangebot – überall wird man zum Staunen und Genießen angeregt.
Und das erwartet Sie unter anderem -
die größten Buckelwiesen im nördlichen Alpenraum;
einmaliges »Doppelpanorama« Karwendel-Wetterstein;
der bedeutendste Streichinstrumentenbau Deutschlands;
die einzigartige Isarquelle im Karwendel.
Beste Jahreszeit
GastronomieMittenwald Alpenrose Terrasse, kein Ruhetag Scharnitz Risserhof Terrasse, kein Ruhetag Zur Blauen Traube Garten, Di. Ruhetag Hinterautal Kasten-Alm (Juni–Sept.) kein Ruhetag
Tourismusbüro
Mittenwald Tel. 0 88 23/3 39 81 www.mittenwald.de Scharnitz/Österreich Tel. 00 43/52 13/52 70 www.tiscover.at/scharnitz
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