Farchant – Garmisch – Krottenkopf

Erlebnisreiche, teilweise noch relativ stille Bergtour, deren längere Versionen ab Farchant bzw. Garmisch-Partenkirchen eine Verteilung auf zwei Tage nahe legen. Anstieg ungefährlich, Abstieg teilweise steil und stellenweise etwas ausgesetzt; bedeutende Gipfelaussicht; mehrere Varianten. Robuste Bergwanderausrüstung und, vor allem für den Rückweg, griffiges Sohlenprofil unbedingt erforderlich. (Autor: Bernd Riffler, Heinrich Bauregger)
Da durch die ab Mitte Oktober geschlossene Weilheimer Hütte eine Aufteilung der strammen Estergebirgstouren auf zwei Tage verhindert wird, sollte man, wenn die Tour außerhalb der Hüttenbewirtschaftung durchgeführt wird, wenigstens die Wankbahn zu Hilfe nehmen, um sich somit beim Aufstieg etwas Zeit und Mühe zu ersparen. Ansonsten sollte man immer zwei Tage ansetzen, damit der romantische Charakter des Gebirgszugs nicht im stundenlangen Wandertrott untergeht. Auf den Krottenkopf führen viele Wege. So beispielsweise von den Loisachdörfern Eschenlohe und Oberau aus. Desgleichen könnte man von der östlichen Isarseite her und von Krün oder Wallgau aus durchs stimmungsvolle Finzbachtal hinaufsteigen. Schöne und empfehlenswerte Unternehmungen, die einen wie die anderen. Trotzdem geben wir den Garmisch-Partenkirchner und Farchanter Zugängen den Vorzug, weil sich auf diesen Wegen mit der gemütlichen und bestens bewirtschafteten Esterbergalm eine bewährte Zwischenstation anbietet, die man nach der ersten Anstiegsetappe nicht verschmäht. Außerdem lässt sich von der Garmischer Seite her die Wankbahn einbeziehen.
Anstieg.
a) Von Farchant (671 m) aus: Man fährt in Farchant/Ortsmitte östlich zur Loisach und nach der Flussüberquerung rechts vor zum Großparkplatz beim Schwimmbad. Entsprechend der Beschilderung spaziert man zunächst auf dem hier einsetzenden Philosophenweg für ein kurzes Stück in die südliche Richtung. Dann geht es links auf einem zügig ansteigenden Pfad in Richtung Esterbergalm und auf die von Garmisch-Partenkirchen heraufziehende Alm-Versorgungsstraße, auf der man linksgerichtet zum Esterbergsattel und schließlich zur bewirtschafteten Almeinkehr (1262 m) gelangt.
Nach der Verpflegungspause (der Kaiserschmarrn ist eine Spezialität des Hauses!) wandert man neben dem Finzbach auf einem zunächst nahezu ebenen Gütersträßchen in nordöstliche Richtung weiter. Dann schwenkt der Weg nach Nordwesten und führt durch Fichtenwälder zum Bischofsgraben. Schließlich geht’s über steile Latschenhänge und in etlichen Kehren zurWeilheimer Hütte (1946 m), die sich auf dem Sattel zwischen Riß- und Krottenkopf einen geschützten Standort ausgesucht hat. Der abschließende Gipfelanstieg über die schrofige Krottenkopf-Nordwestschulter ist angesichts der unerheblichen 130-Meter-Distanz zwischen Haus und höchstem Punkt (2086 m) fast ein Katzensprung.
b) Von Garmisch-Partenkirchen aus: Wer hier startet, kann sich für eine bequemere und anstrengendere Variante entscheiden: Wer sich eine Wegstunde ersparen möchte, fährt von der Talstation der Wankbahn am Nordrand Partenkirchens mit einer der netten Kleingondeln bis zur Mittelstation (1175 m), wo der nordwärts gerichtete und mit der Wegnummer 7 markierte Hüttlsteig einsetzt, der die Nordwesthänge des Wanks quert und beim Esterbergsattel auf den unter a) beschriebenen Farchanter Weg trifft. Anschließend geht es auf gemeinsamer Route rechts zur (bald erreichten) Esterbergalm (1262 m) und zum Krottenkopfhaus und -gipfel (2068 m). Eine Stunde länger, folglich etwas mühsamer, ist die zweite Variante vom Tal aus. Der Ausgangspunkt (740 m) wird erreicht, wenn man, auf der B 2 vom Norden kommend, vor Garmisch zunächst links in Richtung Mittenwald fährt, dann bei der zentralen Ampel bzw. Straßenkreuzung am Garmisch-Partenkirchner Rathausplatz abermals links abzweigt und über die Ludwigs- und Sonnenbergstraße den Floriansplatz ansteuert, wo man das Auto abstellt. Anschließend geht es auf der nördlich gerichteten Antonstraße zunächst zur einst viel besuchten Wallfahrtskirche St. Anton (762 m), die vor allem mit einem Prachtfresko begeistert. Von der Antonius-Kapelle wird anschließend auf der breiten, aber stellenweise recht zügig ansteigenden Esterbergstraße zur Daxkapelle (962 m) und zum Esterbergsattel mit der nachfolgenden Esterbergalm (1262m) marschiert, wo sich alles weitere aus der Routenbeschreibung unter a) ergibt.
Rückweg.
Abgesehen von den vorgenannten Anstiegsvarianten, die vom Krottenkopf aus auch wieder für den Abstieg benutzt werden könnten, empfiehlt sich nicht allein der Abwechslung halber die aussichtsreiche Routenalternative, die sich über die teilweise steilen Westhänge von Bischof und Fricken nach Farchant senkt. Der Weg orientiert sich zunächst am Wegweiser nach Oberau, führt auf schmalen Pfaden zum Einschnitt zwischen Bischof und Henneneck, wendet sich auf die Westseite des Gebirgszuges, gelangt über Latschenhänge und mit reizvollen Tiefblicken zum Fricken-Karl. Hier wendet man sich nach rechts (geradeaus ginge es nach Garmisch) und folgt den roten Punkten. Durch Wiesen, Latschenfelder und lichte Fichtenwälder zieht der Steig, teilweise sehr steil und ungemein einsam, nach Oberau hinab.
Einige Zeit nach einer Jagdhütte und bereits in Talnähe muss man aufpassen, damit man die Linksabzweigung nach Farchant nicht übersieht (schwer erkennbarer Wald- und Wiesensteig, der einen Bach überquert). Nach den »Ursprüngen« zweimal linkshaltend und den Wegtafeln zu den »Kuhfluchtwasserfällen« folgend, dann links am Bach entlang und rechts darüber hinweg, wird zuletzt inmitten schattiger Fichten- und Kiefernwälder Farchant mit dem besagten Schwimmbad erreicht, an dem es an heißen Tagen kein Vorbeikommen gibt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied1410 m
Dauer10.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktFarchant, Schwimmbad (671 m); Wankbahn- Mittelstation (1175 m); Garmisch-Partenkirchen, nordöstlicher Ortsrand (740 m).
EndpunktFarchant, Schwimmbad (671 m); Wankbahn- Mittelstation (1175 m); Garmisch-Partenkirchen, nordöstlicher Ortsrand (740 m).
TourencharakterMeist wird die dunkle Riesenmauer des Estergebirges, das mit dem Wank wie eine Proszeniumsloge der großen Wettersteinbühne vorausgeht, übersehen. Hier ist die viel zitierte und andernorts längst zur Farce degradierte Bergeinsamkeit gelegentlich noch erlebte Realität.
Beste Jahreszeit
KartentippTopogr. Karte LVG 1:50000, Werdenfelser Land; Kompass Wanderkarte 1:50000, Nr. 5 Wettersteingebirge.
MarkierungenDurchgehend gut markierte und beschilderte Wege.
Verkehrsanbindunga) Autobahn München – Garmisch, B 2, Ausfahrt Farchant, in Farchant/Ortsmitte östlich zur Loisach und zum Großparkplatz beim Schwimmbad; b) Wie unter a) nach Garmisch-Partenkirchen, hier im Zentrum links zur Wankbahn und mit dieser zur Mittelstation. Beide Ausgangsorte liegen an der Bahnstrecke München – Garmisch-Partenkirchen.
GastronomieUnterwegs Esterbergalm, Weilheimer Hütte.
Unterkunft
Weilheimer Hütte (1946 m), Mitte Mai–Mitte Okt. bewirtschaftet; Tel. 0170/2708052. Evtl. Wankhaus.
Tourismusbüro
Kurverwaltung Garmisch- Partenkirchen, Richard-Strauss- Platz 1a, 82455 Garmisch-Partenkirchen, Tel. 08821/1800, Fax 180755, E-Mail: tourist-info@ garmisch-partenkirchen.de, Internet: www.garmisch-partenkirchen.de; Verkehrsamt der Gemeinde Farchant, Am Gern 1, 82490 Farchant, Tel. 08821/961696, Fax 08821/961622, E-Mail: verkehrsamt@farchant.de, Internet: www.farchant.de

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