Fall – Rißtal – Schafreuter

Ab Fall lange, zweitägige Tour; Varianten ab Rißtal mit Gipfelbesteigung stramme Tagestouren auf einen der großartigsten Aussichtsberge im gesamten Karwendelvorraum; Gipfelanstieg von der Moosenalm über den Nordwestkamm unschwierig, ab Tölzer Hütte hingegen mit Kletterei verbunden und nichts für Ungeübte; Anstiegswege zur Tölzer Hütte völlig gefahrlos. (Autor: Bernd Riffler, Heinrich Bauregger)
Der Schafreuter lässt sich auf vielerlei Weise erklettern. Man kann beispielsweise von Fall am Sylvensteinsee ein Stück ins Dürrachtal wandern und rechts abzweigend auf einem nicht immer ganz einfachen Weg durchs Krottenbachtal zum Delpsee kommen, auf dem Höhenweg unterm Baumgartenjoch westlich zur Tölzer Hütte gelangen und von dieser zum Gipfel hinaufklettern. Kürzer und harmloser sind demgegenüber die Anstiege aus dem Rißtal zwischen Vorder- und Hinterriß, so beispielsweise der beliebte Weg, der von der Oswaldhütte zunächst zur Moosenalm hinaufführt, wo man entweder über den Nordwestkamm direkt zum Gipfel kommt oder aber auf dem Umweg über die Tölzer Hütte.
Eine weitere Variante beginnt an der Hinterrisser Straße vier Kilometer südlich der Oswaldhütte bei der Leckbachmündung. Diese ebenso sehr beliebte und belebte (kürzeste) Route kommt oben unmittelbar beim Delpshals und bei der Tölzer Hütte an. Wer die beiden Rißtal-Varianten miteinander verbindet, kann also den Schafreuterbesuch zu einer ansprechenden Rundtour ausweiten, die lediglich mit dem lästigen Tal-»Hatscher« zwischen Start und Ziel einen Schwachpunkt zeigt.
Neben diesen Ein-Tages-Versionen hat der lange Weg von Fall herauf natürlich einen schweren Stand. Wer aber einmal die sechs oder sieben Stunden über den Grammersberg zur Moosenalm und zur Tölzer Hütte gewandert ist und nach der Übernachtung in der Bergunterkunft auf dem Schafreutergipfel erlebt hat, wie die Karwendelmauern in der Morgensonne aus den Nebelschleiern heraustreten, wird erst den ganzen Zauber dieser einzigartigen Proszeniumsloge vor der dramatischen Felsenbühne erfahren.
Die Schafreuter-Wege:
a) Von Fall (773 m) aus: Der mit Abstand längste, wohl aber auch erlebnisvollste Schafreuter-Anstieg beginnt beim Großparkplatz am östlichen Ortseingang von Fall. Zuerst geht’s neben der B 307 ein paar hundert Meter in Richtung Vorderriß. Dann zweigt links der markierte Schafreuter-Weg ab (Wegweisung Tölzer Hütte), der zunächst die Wiesalm passiert und anschließend zum lang gezogenen Kammweg unterm Grammersberg, Grasköpfl und Moosenkopf hinaufsteigt. Nachdem die braven Grasbuckel nacheinander abgeschritten sind, kommt man zur Moosenalm (1618 m), wo man über den Nordwestkamm zwar direkt zum Gipfel (2102 m) aufsteigen könnte (siehe auch die Beschreibung unter b), als vernünftiger Mensch aber lieber zur Tölzer Hütte (1835 m) weiterwandert, um dort mit einer Zwischenübernachtung neue Kräfte zu schöpfen. Die Route über die Nordwestschulter kann man sich ja für den Rückweg aufheben, zumal es ohnehin riskant wäre, die schwierigste Passage des Wegs, nämlich den südseitigen Direktsteig, an den Schluss eines anstrengenden Wandertags zu setzen.
b) Ab Rißtal –Oswaldhütte (838 m): DerAusgangspunkt bei der Oswaldhütte liegt ab Vorderriß 5 km taleinwärts. Zuerst geht‘s in östlicher Richtung auf einem steilen Waldhang zur Moosenalm (1618 m) hinauf, wo man auf den Faller Anstiegsweg trifft. Für die Wegfortsetzung gibt es zweierlei Möglichkeiten: Entweder steigt man über den Schafreuter-Nordwestkamm gleich zum Gipfel (2102 m) hinauf oder man wandert auf einem Höhenweg in südlicher Richtung zuerst zur Tölzer Hütte (1835 m) und von hier aus auf den Gipfel – eine Entscheidung, die nicht zuletzt von der individuellen Bergerfahrung abhängt, weil der Anstieg von der Hütte aus am Schluss durch eine seilgesicherte Schrofenrinne führt und demgemäß Schwindelfreiheit und Trittsicherheit voraussetzt.
c) Leckbachweg: Wer von der vorgenannten Oswaldhütte im Rißtal weiter taleinwärts fährt, kommt nach etwa 3,5 km und bald hinter der bewirtschafteten Weitgriesalm (885 m) zur Leckbachmündung, wo auch ein Wanderparkplatz zur Verfügung steht. Hier setzt ein weiterer Schafreuter-Steig ein, der sich zuerst ebenfalls auf einem steilen Waldhang hinaufwindet und in Nähe des Pfandlochgrabens in zwei Wegvarianten aufteilt, die beide die Tölzer Hütte (1835 m) ansteuern. Der anschließende Gipfelsteig führt über einen freien Hang und durch ein Latschenfeld zum Gipfelstock, der, wie schon angedeutet, entlang der Seilsicherung durch eine Schrofenrinne erklommen wird.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour23 km
Höhenunterschied1330 m
Dauer10.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktFall (773 m) am Sylvenstein-Stausee, Rißtal/Oswaldhütte (838 m) oder Leckbachmündung bei der Weitgriesalm (885 m) vor Hinterriß.
EndpunktEntsprechend den verschiedenen Versionen Rißtal oder Fall am Sylvenstein-Stausee.
TourencharakterDer Schafreuter ist ein Aussichtsberg par excellence, weil er in angemessenem Abstand von der Karwendelszene nordseits des Rißtals steht und demzufolge die ganze Felsenpracht unmittelbar vor sich hat.
Beste Jahreszeit
KartentippTopogr. Karte LVG 1:50000, Karwendelgebirge; Kompass Wanderkarte 1:50000, Nr. 182 Isarwinkel.
MarkierungenAlle Schafreuter-Wege sind zuverlässig markiert.
VerkehrsanbindungEntweder: Autobahn München – Salzburg, Ausfahrt Holzkirchen, B 13 Bad Tölz, Lenggries, Sylvenstein-Stausee, Fall (2-tägige Tour), für die Rißtal-Varianten weiter nach Vorderriß, wo links die Straße in Richtung Hinterriß abzweigt (5 km bis zur Oswaldhütte, ca. 8,5 km bis zur Weitgriesalm und Leckbachmündung, Parkplatz neben der Straße). Oder: Autobahn München – Garmisch, Ausfahrt Penzberg, weiter nach Bichl, auf der B 11 über Kochel und Walchensee nach Wallgau und hier am Ortseingang links abzweigend auf einer Mautstraße neben dem Wildbett der Isar nach Vorderriß, wo es bei der Straßenteilung entweder auf der B 307 links nach Fall, oder rechts abzweigend, in Richtung Eng und Hinterriß geht. Außerdem Bahnstation Lenggries, Bus in die Eng.
GastronomieTölzer Hütte.
Informationen
Der Große Ahornboden: Der Rißbach-Talschluss in der Eng ist nicht allein wegen der gewaltigen Karwendelszenerie geschätzt und viel besucht. Ebenso viel gilt der Große Ahornboden mit den bisweilen bizarren Baumveteranen, deren herbstlich leuchtende Blätterpracht vor dem grauen Gewände zu den schönsten Naturbildern auf der Alpennordseite zählt.
Unterkunft
Tölzer Hütte (Mitte Mai–Mitte Okt. bewirtschaftet).
Tourismusbüro
Gästeamt der Gemeinde Lenggries, Rathausplatz 2, 83661 Lenggries, Tel. 08042/5018-0, Fax 501810, E-Mail: info@lenggries.de; Tourist-Information Wallgau, Mittenwalder Str. 8, 82499 Wallgau, Tel. 08825/925050, Fax 925066, E-Mail: tourist-information@wallgau.de, Internet: www.wallgau.de

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