Falkenhütte

Im Schatten der Laliderer Wände (Autor: Wolfgang Taschner, Michael Reimer)
23 km
650 m
3.00 h
Drei Gipfel in einem Kamm Zugegeben, so eine bedrohliche Wand kann schon Respekt einflößen. Richtung Süden gibt es von der Hütte aus für den Wanderer also keine Gipfelziele, so viel steht fest. Von den nördlich gelegenen Gipfeln Ladizköpfl, Mahnkopf und Steinfalk ergeben sich jedoch mit ein wenig Abstand großartige Blicke in die Laliderer Wände, auch wenn der Blick über die Wände hinaus in den Süden nach wie vor verwehrt bleibt. Alle drei liegen auf einem Kamm, der zur Falkengruppe hinzieht. Der Steinfalk ist das entfernteste Ziel und stellt mit einer leichten Kraxelei das Geschick des Wanderers auf die Probe. Gamsrudel am Gamsjoch Auf der anderen Seite des Laliderer Tals erhebt sich der mächtig aufstrebende Gebirgsstock des Gamsjochs. Der eigentliche Anstieg zum Gumpenjöchl am Fuß des Berges beginnt im Talschluss an den Holzhütten des Lalidersalm-Niederlegers, wobei man von der Falkenhütte zunächst gut 300 Höhenmeter verliert. Alternativ gelangt man über das Hohljoch und den Lalidersalm-Hochleger östlich der Gumpenspitze auf Steigspuren zum Jöchl. Vom Gumpenjöchl geht es in die abschüssige, aber problemlos zu durchquerende Südwestflanke des Gamsjochs. Während im unteren Bereich Grasflächen überwiegen, ist der Gipfelaufbau von reichlich Schutt bedeckt. Zuletzt wandert man auf dem breiten Westgrat zum Gipfelkreuz, von dem sich famose Ausblicke auf weite Teile des Karwendelgebirges auftun. Herrlich von hier auch der Blick in die Eng mit dem Ahornboden, den wir uns für den Abstieg vorgenommen haben. Im Frühsommer liegen in der Steilrinne unterhalb des Gumpenjöchls noch Altschneefelder, auf denen es sich bei entsprechender Beschaffenheit wunderbar zu Tal gleiten lässt. Gewicht auf die Fersen verlagern und auf geht's zur fröhlichen Abfahrt. Im unteren Bereich ist Vorsicht vor dem reißenden Wildbach geboten. Der Ahornboden erfreut uns mit seinen saftigen Blumenwiesen und den berühmten Ahornbäumen.

Länge: Der kürzeste Anstieg ist der von der Engalm auf dem Europäischen Fernwanderweg E 4 alpin (2 Std., Markierung 201); alternativ vom Rißtal ab Bushaltestelle Laliderer Tal durch das gleichnamige Tal zunächst auf dem Fahrweg, dann auf dem AV-Steig 232 (2 1/4 Std.); ein dritter Anstieg erfolgt durch das Johannestal (3 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour23 km
Höhenunterschied650 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktRißtal oder Eng
TourencharakterWie unterschiedlich die landschaftliche Wahrnehmung im Gebirge ausfallen kann, zeigt sich an der Falkenhütte. Während die meisten Wanderer beim Anblick der fantastischen Wandkulisse hinter der Hütte ins Schwärmen geraten, können bergunerprobte Flachlandtouristen durchaus von Schwindelgefühlen befallen werden. Wir trafen auf der Hütte jedenfalls einen Musiker, der am Morgen von furchterregenden Alpträumen erzählte, in denen die Laliderer Wände über ihm einzustürzen drohten. Von Norden wirkt die kühne Wand wie eine Königskrone, die durch Rinnen und Bänder erklommen werden kann. Die Normalroute – benannt nach den berühmten Erstbegehern Max und Guido Mayer sowie Angelo Dibona – führt in der Falllinie der Scharte zwischen Lalidererspitze und Laliderer Wand im fünften Schwierigkeitsgrad alter Prägung empor. Kaum zu glauben, dass diese Gipfel von der Südseite her problemlos erwandert werden können.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte Nr. 26, Karwendelgebirge, 1:50.000
VerkehrsanbindungMit der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) von München nach Lenggries. Am Bahnhof in den Bergsteigerbus Richtung Eng umsteigen (Haltestelle an jedem der drei Anstiege; der Bus verkehrt vorzugsweise an Wochenenden im Sommer, Fahrplan beachten!). Mit dem Auto über Bad Tölz, Lenggries und Sylvensteinspeicher nach Vorderriß und dort auf der mautpflichtigen Straße Richtung Eng.
Informationen
Hüttenporträt HÖHE 1848 m ERBAUT 1902 (DAV-Sektion Oberland) BEWIRTSCHAFTET Anfang Juni bis Mitte Oktober HÜTTENWIRT Friedrich Kostenzer TELEFON 0043/5245/245 (Tal: 0043/5243/51 34) BETTEN 28 LAGER 65 MATERIALBESCHAFFUNG Fahrweg durch das Johannestal

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