Exkurs in bayerische Wirtschaften

Über den Kramerplateauweg zum Pflegersee Sehr leichte Höhenwanderung auf gut ausgebauten Wegen und Bergstraßen. Die Tour ist optimal für Kinder – wenn man die Martinshütte auslässt, ist der Weg sogar mit einem Kinderwagen befahrbar. (Autor: Lisa Bahnmüller)
10 km
250 m
2.00 h
Zugegeben – dieser Rundweg fällt ein bisschen aus dem Rahmen und kann sich nicht wirklich Bergtour nennen. Aber den Sinn erfüllt die Wanderung voll und ganz - Wir wandern mit traumhafter Aussicht auf das Tal, die Stadt Garmisch und die umliegenden Berge. Berggefühl ist also sicher dabei, nur müssen wir es mit einigen Mitwissern teilen. Die Wanderung ist eine beliebte Strecke, die Massen verteilen sich auf dem 6,5 km langen Weg. Wenn Sie also Lust auf eine geruhsame Tour haben und einige Wegbegleiter nicht ablehnen, dann sind Sie auf dem Kramerplateauweg richtig. Wenn Sie überdies Freude an bayerischer Küche haben, dann wird der Weg mit seinen drei Wirtschaften eine wahre Schmankerlreise: in die St. Martinshütte zum Frühschoppen, am Pflegersee Mittag essen und zum Kaffee dann in die Almhütte. Ein bayerisch-kulinarischer Wirtschafts-Wanderweg. Wegverlauf: Gegenüber dem Gasthaus Almhütte beginnt das Kramer-Wandergebiet. An der kleinen Kneippanlage zeigt uns ein großer geschnitzter Holzwegweiser den Weg nach rechts an. Die ersten Kilometer wandern wir über den Kramerplateauweg am Waldlehrpfad entlang. Etwas oberhalb der Kriegergedächtniskapelle biegen wir links auf die breite Almstraße in Richtung St. Martinshütte ab. Ein paar Serpentinen bringen uns höher. Wer keine Lust zur Rast in der St. Martinshütte hat, biegt etwas unterhalb davon rechts auf den Kellerleitensteig ab. Die St. Martinshütte ist von hier nur 15 min. entfernt. Der kleine Berggasthof lohnt aber nicht nur wegen seiner Küche. Durch die exponierte Lage steil am Hang über dem Loisachkessel hat man den schönsten Blick auf Garmisch. Gekrönt wir das Ganze dann durch das mächtige Felsmassiv des Wettersteins. Wolken formieren sich bedrohlich um die Gipfel der Alpspitze, des Waxensteins und der Zugspitze. Einem dramatischen Schauspiel gleich können wir diese Szene stundenlang von der sonnigen Terrasse der Hütte aus beobachten. Wer noch Lust hat, steigt 20 min. weiter in Richtung Königsstand auf. Oberhalb der St. Martinshütte erreicht man dann die »Kanzel am Grasberg«. Dies ist der beste und ruhigste Platz der Wanderung für eine selbst mitgebrachte Brotzeit. Weiter geht es zunächst von der St. Martinshütte zurück auf dem bekannten Weg zur Abzweigung, von der wir in den sicheren und ungefährlichen Kellerleitensteig einbiegen. 30 min. später kommen wir über eine Brücke zur nächsten Wirtschaft, dem Bergasthaus Pflegersee. Die Terrasse schwebt fast über dem See, in dem sich ein paar Karpfen dick und feist gefressen haben. An Sommertagen, wenn auch noch Badegäste das Strandbad bevölkern, ist hier viel los. Für den Rückweg gehen wir zunächst auf dem Gehweg links neben der Teerstraße talwärts, bis uns die Schilder auf den Kramer-plateauweg leiten. Nun geht es gemütlich, eben und mit schöner Sicht immer südlich zurück bis zum Gasthaus Almhütte. Wissenswertes: Der Kramerplateauweg liegt im Durchschnitt 80 m über der Stadt Garmisch und zieht sich ohne nennenswerte Steigung am Südhang des Kramers entlang. Die Natur hat es hier besonders gut mit der Vegetation gemeint. Die vielen Sonnenstunden schaffen ein warmes Mikroklima und so ist eine schöne Föhren-, Latschen- und Schneeheidevegetation entstanden. Schon im Spätwinter frisst die wärmende Sonne den Schnee weg und die ersten zarten Blüten erfreuen den Wanderer. Anemonen, Leberblümchen, Seidelbast und Huflattich blühen entlang des Weges. Im Sommer verbreiten die Föhren ihren harzigen Duft und erinnern an mediterrane Wälder. Wer nach der Tour noch Zeit hat, sollte auf keinen Fall einen Bummel durch den alten Ortskern von Garmisch versäumen. Hier sind noch viele historische Gebäude erhalten geblieben. Alte Bauernhäuser stehen neben Bürgerhäusern, die oft mit Lüftlmalerei geschmückt sind. Vornehme Hotels, Boutiquen und urige Gaststätten bieten viel Abwechslung.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied250 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz am Gasthaus Almhütte bei Garmisch
EndpunktWie Ausgangspunkt
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr. 7, Werdenfelser Land 1 - 35000
VerkehrsanbindungAuto Auf der A 95 von München Richtung Garmisch zum Autobahnende. Weiter auf der B 2, nach dem Tunnel rechts Richtung Garmisch/Grainau/Fernpass. Achtung im Bereich Garmisch Zentrum - vor der Loisachbrücke rechts zum Sportplatz, hier rechts den Schildern »Almhütte« folgen. Bahn Zugverbindung München – Garmisch, die Almhütte liegt westlich des Bahnhofs, ca. 2 km Anmarsch.
GastronomieGasthaus Almhütte oder auch »Windbeutelhütte« genannt - Lassen Sie sich von diesen überirdischen riesigen Kreationen am Rückweg überraschen. n St. Martinshütte am Grasberg: Von hier hat man die schönste Aussicht auf Garmisch. n Berggasthaus Pflegersee am gleichnamigen See. Außerdem viele »Brotzeitbankerl« und Picknicktische entlang des Weges.
Tipps
Der gesamte Weg ist sogar im Winter geräumt, der Aufstieg zur St. Martinshütte eine beliebte Garmischer Rodelstrecke. Im Winter hat die Hütte sogar bis ca. 23 Uhr geöffnet. Ein weiteres Highlight ist die winterliche Wildfütterung oberhalb des Gasthauses Almhütte. Im Sommer hat das Freibad am Pflegersee geöffnet. Der Moorsee erwärmt sich schnell. Badesachen nicht vergessen!
Tourismusbüro
Garmisch-Partenkirchen Tourismus Tel. 08821/180-700

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