Ettelsberg und Neuer Hagen

Hochheiden auf dem Dach des Rothaargebirges Fast durchgehend bequeme Wege, nur der wurzelige Weg zwischen Langenberg und Richtplatz kann feucht sein. Wer auf fast alle Anstiege verzichten will, schwebt mit dem Sessellift auf den Ettelsberg - Die Ettelsberg-Seilbahn fährt täglich von 9–17, bei Skibetrieb schon ab 8 Uhr; www.ettelsberg-seilbahn.de. (Autor: Bernhard Pollmann)
17 km
500 m
5.00 h
Ettelsberg Von der Talstation (590 m) in Willingen fährt die Ettelsberg-Seilbahn, eine Sesselbahn mit 1400 m Schlepplänge, in einer Viertelstunde zur Bergstation (830 m) auf dem Ettelsberg. Von der Talstation der Ettelsberg-Seilbahn führt die Markierung »W6« aussichtsreich aufwärts durch die Wiesen im Nordhang des Ettelsberg, wobei sie in etwa der Seilbahntrasse folgt. Auf halber Höhe ausgeschildert ist der Wild- und Freizeitpark. Er besteht aus einem Wildgehege, einem Märchenpark und einem Waldlehrpfad, der Kenntnisse über die heimische Flora und Fauna vermittelt. Dam- und Sikawild, Rothirsche und Mufflon, Wildschweine, Steinböcke, Braunbären, Affen, Papageien, Ziegen, Hängebauchschweine und viele andere einheimische und exotische Tiere sind im Wildgehege zu bewundern, täglich außer donnerstags gibt es eine Greifvogelvorführung mit Lehrvortrag. Bei der Ettelsberghütte (Einkehr) und der Bergstation der Sesselbahn erreicht der Wanderweg die aussichtsreiche Hochheide, die den plateauartigen Gipfel des Ettelsbergs schmückt. Im Wald am Rand der Heide erhebt sich der Willinger Hochheideturm. Der Willinger Hochheideturm ist ein 59 m hoher Aussichts- und Kletterturm; zur verglasten Aussichtsplattform gelangt man entweder im Aufzug oder auf den 241 Stufen des Treppenhauses. Die Nordwestseite des achteckigen Turms bildet die mit 41 m Höhe höchste Outdoor-Kletterwand Europas. Große Grube Von der Ettelsberg-Hütte führt W6 hinauf in Richtung des hölzernen Gipfelkreuzes (es steht einsam rechts in der Heide), zweigt jedoch schon vorher links zur Wegespinne Große Grube (798 m) im Sattel zwischen Ettelsberg und Hegekopf ab. Schutzhütte und Sitzbänke laden zur Rast. Der Name des Platzes geht darauf zurück, dass hier im 16./17. Jh. in Gruben Holzkohle gebrannt wurde; die Willinger Schmelzöfen benötigten sie zur Eisenverhüttung. Von der Großen Grube führt der W6-Weg im Hang des Hegekopfs weiter Richtung Neuer Hagen. Knapp zehn Minuten nach Passieren der Rastbänke am Wegedreieck Lüttekefeld erreicht der bequeme Forstweg den Rand des Neuen Hagens. Neuer Hagen Am Ostrand des Neuen Hagens befindet sich im Flurstück an der Grenze von Hessen und Nordrhein-Westfalen ein Rastplatz mit Schutzhütte, Tischen und Bänken. Vom Rastplatz führt der Wanderweg (Rothaarsteig, Uplandsteig und E1) an der Hoppeckequelle vorbei in die Hochheide. Der aussichtsreiche Neue Hagen ist die größte Hochheide Nordwestdeutschlands. Sie liegt auf der Wasserscheide zwischen Rhein und Weser und umfasst neben den Heideflächen auch kleine Moore, Bachläufe und Quellen. In mehreren Quellnischen und -trichtern am moorigen Ostrand entspringt als bekanntestes Gewässer die Hoppecke, ein linker Nebenfluss der zur Weser entwässernden Diemel. Die unterschiedlichen Biotope des Neuen Hagens bieten vielen Tierarten ideale Lebensmöglichkeiten; besonders eindrucksvoll ist der in dieser herben Hochlandschaft überraschende Reichtum an Singvögeln. Die Vegetation besteht überwiegend aus Bergheidebewohnern wie Heidekraut, Blau- und Preiselbeere, sowie ausgedehnten Borstgrasmatten mit angeflogenen Krüppelkiefern, Birken, Ebereschen und Zitterpappeln, im Osten wachsen viele niedrige Buchen mit halbkugel- bis kegelförmiger Krone. Vom Neuen Hagen fällt der Blick auf den bewaldeten Langenberg (843,1 m), den höchsten Berg des Rothaargebirges und Nordrhein-Westfalens, weiter rechts erhebt sich im hessischen Upland der annähernd gleich hohe Hegekopf (842,9 m), hinter dem der Willinger Hochheideturm auf dem Ettelsberg hervorspitzt. Wie die Heide auf dem Ettelsberg werden auch die Heideflächen des Neuen Hagens von Schafen beweidet, damit diese Kulturlandschaft erhalten bleibt und nicht verwaldet. Am Südrand dieser zauberhaften Hochheide, in der der Schnee oft weit bis in das kalendarische Frühjahr hinein liegen bleibt, erhebt sich der Clemensberg (838 m), einer der aussichtsreichsten Sauerlandberge. Er wurde künstlich angelegt, nachdem der Hildfelder Diabas-Steinbruch den alten, weiter östlich gelegenen Naturgipfel unterminiert hatte; nur das weiße Gipfelkreuz wurde vom Originalgipfel herübergerettet. Der »neue« Clemensberg eröffnet, abgesehen vom Steinbruch, der ebenfalls in Sicht ist, ein Panorama, das die Höhen des Waldecker Uplands mit den Waldrücken des »Lands der 1000 Berge« vereint. Langenberg Am Westrand des Neuen Hagens verlässt der Wanderweg das Heidegebiet und führt zu einem Waldparkplatz mit Schutzhütte hinab. Hier zweigt der E1 (»x«) nach Niedersfeld ab, während Rothaarsteig, Uplandsteig und Winterberger Höhen-Tour im Wald rechts hinüber zur Wegespinne Oberer Burbecker Platz (Sitzbank vor kleiner Wiese) führen. Dort geht es geradeaus weiter aufwärts. Nach Queren des nächsten Forstwegs verschmälert sich der Weg zu einem Pfad, der zwischen jungen Fichten und Blaubeersträuchern zum Wegedreieck am Langenberg hinaufführt. Wer hier 200 m rechts geht, gelangt auf den Langenberg. Der Langenberg (843,1 m) auf der westfälisch-hessischen Grenze ist der höchste Berg Nordrhein-Westfalens und des Sauerlands. Er überragt den Hegekopf (842,9 m) auf der hessischen Seite des Rothaargebirges um zwei Zentimeter! In einem Sturmschäden- und Wiederaufforstungsgebiet lädt bei einer improvisierten Gipfelpyramide und einem Namensschild eine Sitzbank zur Rast. Vom Gipfel kehren wir zurück zum Wegedreieck und folgen dem Rothaar- und dem Uplandsteig rechts hinab im Wald auf einem wurzelig-feuchten, grasigen Weg, den trockenere Trampelpfade im Wald flankieren. Schon bald befindet sich – kurz vor einer kleinen Wiese mit Hochsitz – links die Schöne Aussicht, der hervorragendste Aussichtspunkt im Bereich des Langenbergs - Vom Steilhang unter Buchen fällt der Blick zum Feldstein, dem höchsten Felsen der Bruchhauser Steine, auf das Kirch- und Schlossdorf Bruchhausen, den Olsberg, den Ochsenkreuzkamm und zahlreiche weitere Hochsauerland-Berge und -Rücken. Die folgende Passage des Wanderwegs besticht durch ihre Naturnähe; der wurzelige Waldweg führt zwischen bis zum Boden beasteten Fichten abwärts und verschmälert sich zwischendurch zum lauschigen Waldpfad, auch mehr und mehr Buchen sind zu sehen. Am Wegrand stehen alte Schnadesteine von 1825 an der Grenze von Westfalen und Hessen. Richtplatz Schließlich erreichen Rothaarsteig und Uplandsteig den Richtplatz, wo sie sich trennen. Der Richtplatz an der Grenze von Westfalen und Hessen ist eine alte Gerichtsstätte. Tische und Bänke laden hier zur Rast, an den hinteren Sitzbänken schweift der Blick am Langenberg vorbei hinauf zum Neuen Hagen. Während der Rothaarsteig vom Richtplatz weiter in Richtung der Bruchhauser Steine führt, bieten sich als Abstiegsrouten nach Willingen zwei Varianten an: Der gelb markierte Rothaarsteig-Zuweg ist kürzer, der Uplandsteig ist ein wenig länger, dafür bietet er noch einmal erstklassige Aussichten. Vom Richtplatz führen Rothaar- und Uplandsteig unter Buchen abwärts mit Blick zum Neuen Hagen und zum Ettelsbergturm und trennen sich an der ersten Kreuzung. Der Uplandsteig (zugleich K9) führt links weiter im Buchenwald. Am ersten Skihang (Sonnenlift, Sitzbank) fällt der Blick hinab nach Willingen und zum Ettelsberg, am zweiten Skihang (Ritzhagenlift) beginnt der Abstieg nach Willingen, bald in Panoramawiesen mit exzellentem Ettelsberg-Blick. Weiter unten vereinigen sich K9 und Uplandsteig mit dem gelben Rothaarsteig Zustieg: Links (Zum Ritzhagen) geht es am Restaurant »Almenhof« vorbei und über die Hoppecke. An der Straßenverzweigung dahinter muss man sich je nach Ausgangspunkt entscheiden: Links geht es zum Bahnhof, geradeaus zum Parkplatz an der Talstation der Ettelsberg-Seilbahn.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied500 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortWillingen/Upland (550 m) im Naturpark Diemelsee ist heilklimatischer Kurort und Kneippheilbad und der bedeutendste Wintersportplatz auf der hessischen Seite des Rothaargebirges.
AusgangspunktTalstation (590 m) der Ettelsberg-Seilbahn in Willingen, wenige Gehminuten entfernt vom Bahnhof (580 m).
TourencharakterDer Ettelsberg (838 m) ist einer der höchsten und aussichtsreichsten Berge des Rothaargebirges. Seit 2002 trägt er als Aussichts- und Outdoor-Kletterwand-Turm den 59 m hohen Hochheideturm, dessen Aussichtsplattform auf 875 m den höchsten Aussichtspunkt Nordwestdeutschlands bildet – mit einmaligen Panorama des Hochsauerlands und des Waldecker Berglands. Von der Ettelsberg-Hochheide führt die bequeme Wald- und Panoramawanderung zum Neuen Hagen, der größten Bergheide Nordwestdeutschlands, und auf dem Rothaarsteig über den Langenberg (843 m), den höchsten Berg des Sauerlands und Nordrhein-Westfalens.
Beste Jahreszeit
KartentippFreizeitkarte 1 - 50000, Blatt 21 Naturpark Rothaargebirge (Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen, www.lverma.nrw.de).
VerkehrsanbindungUplandbahn Korbach – Willingen/Upland – Brilon Wald; in Brilon-Wald besteht Anschluss an den Sauerland-Express. Mit dem Auto A 44 Dortmund – Kassel Kreuz Wünnenberg-Haaren, dann B 480 nach Brilon und auf der B 251 weiter nach Willingen.
GastronomieIn Willingen gibt es zahlreiche Gasthöfe und Hotels. Die einzige Einkehrmöglichkeit unterwegs ist die rustikale Ettelsberghütte bei der Bergstation der Ettelsberg-Seilbahn.
Tourismusbüro
Willinger Kur- und Touristikservice, Waldecker Straße 12, 34508 Willingen, Tel. 05632/401180, Internet www.willingen.de.

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