Erlebnisweg Almagellerhorn und Moosgufer- Suone

Der Erlebnisweg Almagellerhorn mit seinen zwei langen Hängebrücken verlangt Schwindelfreiheit und einen sicheren Tritt. Bei der Moosgufer-Suone handelt es sich um einen Spazierweg in Talnähe. Beide Wegabschnitte können auch einzeln begangen werden; Startbzw. Endpunkt ist dann Saas Almagell. (Autor: Eugen E. Hüsler)
Beide kann man ganz ohne Promotion erleben und zusammen ergeben sie einen Wandertag mit viel Aussicht, ein paar interessanten Einblicken und sogar etwas Spannung auf den beiden langen Hängebrücken. Blickfang auf der schönen Wanderung ist die Mischabel, der höchste ganz auf Schweizer Boden stehende Bergstock mit dem Dom (4545 m) als Kulminationspunkt. Sein mächtiger Eismantel, der Feegletscher, hat in den letzten Jahrzehnten allerdings einige Löcher bekommen – eine Folge des Klimawandels. Die hohen Bergmassive speichern an ihren Flanken aber nicht nur einen Teil der Niederschläge als Eis, sie sind – weil sie die Wolken zurückhalten – auch für das niederschlagsarme Klima in den Tälern verantwortlich. Das freut die Touristen, weniger die Bauern. Die behalfen sich schon früh, auch im Saastal, indem sie das Wasser über lange Kanäle auf die Felder in Talnähe leiteten: Suonen. Ein solcher Wasserweg ist erst jüngst rekonstruiert und teilweise wieder in Betrieb genommen worden. Die Fuhre Moosgufer schöpft ihr Wasser vom Almageller Bach, wie auch die (ebenfalls) wiederhergestellte Heuwete-Suone. Moosgufer Die Saaser Suonen sind uralt, manche wurden längst aufgegeben, andere fließen wieder. Wie die Wasserfuhre im Sockelbereich des postglazialen Bergsturzgeländes Moosgufer. In den 1930er-Jahren wurde sie ausgebaut, 1956 verschüttete ein Gletscherseeausbruch die Schöpfe, die man danach tiefer legte. Nach einem Unwetter war die Suone für gut zehn Jahre außer Betrieb. Erst jüngst wurde ihr südlichster Abschnitt saniert, und so läuft hier das Wasser wieder. Der Erlebnisweg Almagellerhorn Bei den hintersten Häusern von Saas Almagell (1670 m) zweigt links ein Serpentinenweg ab; er zieht an dem bewaldeten Hang hinauf nach Furggstalden (1901 m; 0.45 Std.). Bequeme sparen sich die Anstrengung und nehmen gleich den Sessellift. Von der Bergstation folgt man gut fünf Minuten weit dem sanft ansteigenden Sträßchen bis zu einer Rechtskehre, wo ein Schild zum Erlebnisweg weist. Treppen und Eisentritte leiten schräg über einen gestuften Felsaufschwung; Seilgeländer sichern den Anstieg zu einer bewaldeten Hangschulter mit dem passenden Namen Hohlerch. Lärchen begleiten auch den Weiterweg durch die abschüssige Bergflanke. Ansteigend (einige Eisentritte) kommt man zur ersten, etwa 40 Meter langen Hängebrücke. Teilweise gesichert (Leiter, Holzstege, Holzbrücke) geht’s weiter zur zweiten, noch etwas längeren Hängebrücke, von der sich ein packender Tiefblick auf Saas Almagell bietet. Beim Mittli Flüe stößt man auf den Weg ins Almagellertal (ca. 2020 m; 1.30 Std.). Die Moosgufer-Suone Hier heißt es zunächst einmal: abwärts! Erst etwa 100 Meter über den Hausdächern von Saas Almagell quert man nach rechts zu den Mündungskaskaden des Almagellerbachs. Auf einer soliden Brücke geht’s über das schäumende und stiebende Wasser, dann mit der Suone durch das wildromantische, licht bewaldete Bergsturzgelände des Moosgufers. Auf der Höhe des Weilers Zum Moos endet die Wasserfuhre; der Wanderweg führt – gelegentlich Aussicht auf das Mischabelmassiv bietend – in leichtem Auf und Ab weiter talabwärts. Oberhalb von Saas Grund mündet er in ein Sträßchen, das im Zusammenhang mit Lawinenverbauungen angelegt wurde. Mit ihm hinab zur Talstation der Hohsaas-Gondelbahn und hinein in den Ort (3.15 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied540 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortSaas Almagell (1670 m)
AusgangspunktSaas Almagell, Parkplatz bzw. Postbushalt
EndpunktSaas Grund (1559 m)
TourencharakterJeder Weg in den Bergen (und nicht nur da) ist ein Erlebnis, und vor der Kulisse eisbedeckter Gipfelgiganten sowieso. Doch Tourismusleute reden gerne von »Produkten«, die es zu vermarkten, anzupreisen gilt. Das ist weder beim »Erlebnisweg Almagellerhorn« noch beim neuen Saaser Suonenweg notwendig.
KartentippSwisstopo 1:50 000, Blatt 284 T
MarkierungenDurchwegs gut bezeichnete Wege
VerkehrsanbindungVon Visp im Rhonetal führt eine gute Straße via Stalden ins Saastal und zu den Dörfern am Oberlauf der Saaser Vispa. Linienbus nach Saas Grund und Saas Almagell
GastronomieUnterwegs Einkehrmöglichkeit in Furggstalden
Tipps
Walliser Spezialitäten Wer nur das (berühmte) Bündner Trockenfleisch kennt, sollte unbedingt auch das Walliser Pendant probieren. Es schmeckt genauso fein, wird aber ausschließlich aus Schweizer Rindfleisch hergestellt. Eine gute Adresse für die Liebhaber dieser kulinarischen Spezialität ist die Metzgerei Zuber in Stalden, direkt an der Hauptstraße. Natürlich gibt’s da nicht nur das Trockenfleisch, sondern auch Rohschinken, Trockenspeck und diverse leckere Würste, etwa die Vispertaler und die Balfrin-Hauswurst. En guete! Metzgerei Gottried Zuber, CH-3922 Stalden, Tel. 027/953 15 50, www.zuberag.ch
Informationen
Tourist-Info Saastal Tourismus, CH-3910 Saas- Grund, Tel. 027/958 66 66, E-Mail: ferien@saastal.ch, www.saastal.ch