Erholungslandschaft bei Bozen

Leichte Wanderung auf trassierten Wald- und Wiesenwegen, Rückweg auf Asphaltstraße; eigene Themenwegbeschilderung, Orientierung daher einfach. Rundwanderung; Oberbozen – St. Jakob 1.15 Std., Rückweg 45 Min. (Autor: Peter Mertz)
4 km
150 m
2.00 h
Der Rittner Themenweg Um diese Besonderheiten gebührend zu würdigen, wurde in Oberbozen ein Themenweg geschaffen, der als zweistündiger Rundweg acht Stationen verbindet. Diese entspannende Wanderung verläuft auf bequemen und gut ausgebauten Waldwegen, später auf etwas steilen Wiesenpfaden. Die Tafeln erklären auf einfache Weise die Phänomene aus Natur und Kultur, ohne die Mythen, die sich um den Ritten ranken, zu entzaubern.Von Oberbozen zu den Erdpyramiden Wir starten in Oberbozen un-mittelbar am Bahnhof, folgen dem Bahngleis in Richtung Maria Himmelfahrt und treffen bei einer Wegkreuzung bereits auf die erste Station. Diese befasst sich unter dem Titel »Die Weichen sind gestellt« mit der Rittnerbahn, die seit 1907 über das Hochplateau fährt und früher als Zahnradbahn von Maria Himmelfahrt aus eine Trasse nach Bozen besaß. Diese wurde aufgelassen und durch die Seilbahn ersetzt, die restliche Bahnstrecke blieb jedoch bis heute erhalten und erfreut nicht nur Eisenbahnliebhaber. Wir biegen nach links in eine schmale Asphaltstraße ein, der wir bis zum Ende folgen. Dort geht sie in einen Wanderweg über, auf dessen historischen Hintergrund sogleich die Station 2 hinweist. »Auf Kaisers Spuren« werden wir weiterwandern, denn wir befinden uns nun auf der bereits zur Zeit der Räter gebauten »Kaiserstraße«, die aus dem Eisacktal über den Ritten nach Trient führte. Die Eisackschlucht war in früherer Zeit unpassierbar, so mussten die Kaiserzüge den beschwerlichen Aufstieg zum Ritten unternehmen. Etwa 60 solcher Kaiserzüge sind bis 1480 nachgewiesen. Wir treten in den Laubmischwald ein und wandern auf der gepflasterten Trasse des Kaiserwegs abwärts. Nach einigen Serpentinen erwartet uns die Station 3, die auf die Trockenheit des Ritten hinweist: Das Regenwasser fließt auf dem harten Porphyrgestein relativ rasch in unterirdische Speicher ab, die dann an den Hängen austreten. Für die Hochfläche ist dieses Wasser aber verloren. Es wird steiler. Wir folgen dem breiten Weg und nähern uns dem naturkundlichen Höhepunkt der Wanderrunde. Denn bald zweigt nach links ein Pfad ab, der durch ein Gatter zu den Aussichtspunkten auf die Oberbozner Erdpyramiden führt. Diese sind zwar kleiner als die von Klobenstein, aber mit ihren bizarren Formen und der rötlichen Färbung genauso formschön. Sie wachsen stetig aus den Hängen und werden durch einen breiten Deckstein vor der Erosion geschützt. Wir wandern an der Abbruchkante entlang und erleben immer wieder neue Einblicke hin zu diesen Kunstwerken der Erosion. Auch die Station 5 erklärt Aspekte dieses Naturphänomens. Ein Wiesenpfad bringt uns zurück zum Hauptweg, auf den wir nach links einbiegen und gleich Informationen zum purpurfarbenen Gestein erhalten, aus dem der Ritten aufgebaut ist. Es handelt sich um harten Quarzporphyr, dessen Name vom mittellateinischen Wort für »purpur« abstammt.Zum Kirchlein St Jakob Der Waldweg mündet in eine Asphaltstraße (Zufahrt zum Moarhof), der wir nach rechts leicht aufwärts folgen. Bald sehen wir die Kirche von St. Jakob vor uns, die unser nächstes Ziel ist. Nach etwa 15 Minuten auf dem Sträßchen zweigen wir nach links ins Wiesengelände ab, von wo der Weg auf den bewaldeten Hügel zur Kirche hinaufführt. Das romantisch gelegene Gotteshaus wurde zu Ehren der Heiligen Georg und Jakob gebaut und bereits 1289 erstmals erwähnt. Es stellt den kulturhistorischen Höhepunkt unserer Rundwanderung dar. Im 17. Jahrhundert wurden das Tonnengewölbe mit den Fresken sowie die heutige Form der Fenster konstruiert. Nach einer kurzen Rast, die sich bei der Kirche besonders gut einlegen lässt, kehren wir zur Asphaltstraße zurück, überqueren diese, um den Aufstieg nach Oberbozen anzutreten.Retour nach Oberbozen Ein etwas steiler Waldpfad führt aufwärts, quert wieder die Asphaltstraße und setzt sich als Wiesenpfad entlang den Zäunen fort. Über uns taucht schon die Kirche von Maria Himmelfahrt auf, zu der wir über den später breiter werdenden Wiesenweg hinaufwandern. Wir erreichen die Bahntrasse der Rittnerbahn und zugleich die Station 8, die sich wiederum mit diesem Verkehrsmittel beschäftigt. Diesmal hat die Station natürlich die ehemalige Zahnrad-strecke nach Bozen zum Inhalt. Um nach Oberbozen zurückzukehren, folgen wir zuerst der Asphaltstraße und später dem Wiesenweg, der teilweise parallel zum Bahndamm verläuft und mit »Oberbozen« beschildert ist. Nach etwa zwei Stunden erlebnisreicher Wanderung erreichen wir den Hauptplatz von Oberbozen oberhalb des Bahnhofs.

weinwandern

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour4 km
Höhenunterschied150 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBahnhof Oberbozen (1221 m).
EndpunktBahnhof Oberbozen (1221 m).
TourencharakterWanderung in entspannter Atmosphäre: Das Gebiet am Ritten ist als Erholungslandschaft der Bozner weit über die Region hinaus bekannt. Die wellige Hochfläche erstreckt sich als breiter Bergrücken der Sarntaler Alpen zwischen den tief eingeschnittenen Tälern des Eisack und der Talfer und fällt mit fruchtbaren und von Weinkulturen bedeckten Hängen zum Bozner Becken hin ab. Vor allem im Sommer, wenn sich in der Stadt die Hitze staut, weichen die Bozner gerne auf die kühlere Hochfläche aus, die mit einem lieblichen Wechsel aus Wäldern und Wiesen aufwartet. Zahlreiche Wandermöglichkeiten erschließen die lichten Fluren, und jeder Schritt kann neue Erlebnisse und Beobachtungen bringen. Allseits bekannt sind die Erdpyramiden bei Klobenstein, aber auch die Rittnerbahn, die als alter Bummelzug von Oberbozen nach Klobenstein fährt und versteckte Winkel der Hochebene abseits der Straßen erschließt. Zuletzt muss noch die grandiose Aussicht erwähnt werden, die vom Schlern über Rosengarten bis hin zu den Latemar-Dolomiten reicht, aber auch zur Adamello- und der Ortlergruppe.
Beste Jahreszeit
KartentippSpazier- und Ausflugskarte Ritten, im Tourismusbüro erhältlich, 1:25 000.
MarkierungenEigene Wegweisung für den Themenweg, ansonsten Wanderweg-Wegweiser.
VerkehrsanbindungVon Bozen über die Rittner Straße in Richtung Klobenstein, am Plateau Abzweigung nach Oberbozen (4 km). Anfahrt mit der Seilbahn/Bahn Von Bozen führt die Rittner Seilbahn unmittelbar nach Oberbozen, die Bergstation befindet sich unmittelbar neben dem Bahnhof der Rittnerbahn (Schmalspurbahn). Sie fährt stündlich von Oberbozen nach Klobenstein.
GastronomieZahlreiche Gasthäuser, Cafés und Restaurants in Oberbozen, entlang der Route keine Einkehrmöglichkeit.
Tipps
Der Bahnwanderweg Bahnfreunde können von Oberbozen aus parallel zur Schienentrasse der Rittnerbahn nach Klobenstein wandern und mit der Bahn zum Ausgangspunkt zurückkehren. Dazu benützt man die Wanderwege 1, 3 oder 8 weiß-blau. Die Strecke ist etwa 7 km lang und kann in 2 Std. absolviert werden.
Informationen
Um die Fresken in der Kirche St. Jakob besichtigen zu können, muss man sich im Touristenbüro am Bahnhof Oberbozen den Schlüssel holen. Dieser wird kostenfrei verliehen und ist nach der Wanderung zurückzugeben.

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