Erfurter Hütte

Leichter, gut markierter und beschilderter Anstieg, der allerdings etwas steil ausfällt. Bequemer geht es auf der Forststraße östlich des Wanderwegs hinauf, und überhaupt keine Kraft kostet die Auffahrt mit der Rofanseilbahn. (Autor: Siegfried Garnweidner)
8 km
850 m
4.00 h
Hüttenzustieg.
Von der Talstation der Rofanbahn zum oberen Parkplatz, anschließend auf der Skipiste weiter, eine Ortsstraße entlang und bei der Skiabfahrt am Waldrand nach rund 100 Höhenmetern Aufstieg zu einer Brücke. Neben dem Bach geradewegs nach Nordosten weiter (Wegweiser). Auf schmaler, steiler Fahrspur in den Wald hinein und an bezeichneter Stelle nach links durch den Bach. Der stark ansteigende, grobe Bergweg führt stramm hinauf. Bei der Wegverzweigung links halten und dem Wegweiser zur Erfurter Hütte folgen. Der Weg quert im lichten Wald eine Fahrtrasse und bald darauf stößt er unter dem Naturfreundehaus zu einer Straße. Diese queren, am Naturfreundehaus vorbei unter der Seilbahn durch, noch durch einen kurzen Waldgürtel und auf freie Bergwiesen. Über sie in der Nähe der Piste hinauf, an der Wegverzweigung links und wieder in lichten Wald hinein. Dann wieder auf die Piste, an ihrem rechten Rand steil hinauf und in eine breite Scharte unter der Mauritzalm. Von dort wären es zur Erfurter Hütte nur ein paar Minuten.
Gemächlich zum Gschöllkopf.
Es gibt so viele Bergziele im Rofan, dass man darüber ein eigenes Buch füllen könnte. Alle Gipfel bieten Bergerlebnis pur und vermitteln tiefgreifende Eindrücke. Auf verschiedenen Gipfeltouren gibt es sogar ein paar kurze Klettersteiganlagen (an der Haidachstellwand, an der Hochiß, am Vorderen Sonnwendjoch und am Dalfazer Kamm).
Gehen wir mal davon aus, dass der Anstieg zur Erfurter Hütte zu Fuß bewältigt und ein stattlicher Höhenunterschied von 850 Metern bereits geschafft ist. Damit werden die großen Rofanberge für die meisten als Tagestour ausscheiden. Aber vielleicht ist der Gschöllkopf noch drin. Er ragt mit 2039 Metern ja immerhin deutlich über die 2000-Meter-Linie hinaus und kann ab der Hütte in einer guten halben Stunde bezwungen werden. Mehr Zeit braucht man für die 200 Höhenmeter nicht. Der Zustieg wird zwar gelegentlich etwas steil und auch felsig, aber schwierig ist er nicht. Da bleiben nach der brillanten Gipfelschau noch Zeit und Kraft für einen kleinen Schlenker beim Abstieg.
Der Aufstieg führt von der Erfurter Hütte nach Norden, an der Mauritzalm vorbei und verzweigt sich. Links haltend quert man einen langen, steilen Hang. Anschließend schwingt sich der Weg steil und felsig (aber nicht schwierig) auf und führt nach der Hangkante in muldiges Berggelände. Links in ein schmales Weglein abbiegen, das steil und felsig durch Latschengebüsch ansteigt. Allmählich flacht es ab und wenig später steht man am Gipfel.
Die alternative Abstiegsroute führt entlang der Aufstiegsroute bis fast zur Hangkante. Dann nach links abdrehen, durch eine weite Senke und steil gegen Nordwesten hinab. Nach Südwesten weiter und den langen, steilen Schotterhang auf guter Wegspur queren. Sie steigt ein paar Meter leicht an und gleich darauf findet man sich in der Nähe der Erfurter Hütte wieder. Von dort entlang der Aufstiegsroute nach Maurach absteigen. Etwas bequemer wäre es, dem Fahrweg ab dem Naturfreundehaus zu folgen, der an der Jausenstation Buchauer Alm vorbeiführt.

Dauer: Auf: 2 1/2 Std. Ab: 1 1/2 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied850 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktMaurach am Achensee, Talstation der Rofanseilbahn (975 m) Bushaltestelle
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterWer die großartige Bergwelt des Rofans je erlebt hat und somit wilde Gipfelfelsen bestiegen, hindernislose Fernblicke gesehen und eine zünftige Hütteneinkehr genossen hat, wird von diesem Teil der Brandenberger Alpen begeistert sein und immer wieder zurückkommen wollen. Daran mag auch die Tatsache nichts ändern, dass – dank etlicher Seilbahnkabel – das Rofan kein verschwiegener, einsamer Alpenteil mehr ist. Doch die Berge sehen nicht weniger markant aus und die Fernsicht wird auch nicht schlechter, wenn viele Menschen gleichzeitig hinschauen ...
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte 1:35000, Blatt 027 (Achensee)
VerkehrsanbindungMit Pkw oder Bus durch das Achental oder von Jenbach oder Wiesing (Kanzelkehre) nach Maurach
Tipps
Im Winter mit Ski. Rund um die Hütte breitet sich ein weitläufiges, sonnenseitiges Pistenskigebiet aus, das sich eines großen Zuspruchs erfreut. Aber auch Tourengeher kommen im Rofan nicht zu kurz, denn nicht alle Hänge sind planiert. Als besonderer Genuss gilt die Wiesingabfahrt. Dazu muss man von der Erfurter Hütte rund 1 1/2 Stunden zur Rofanspitze ansteigen und dann geht es über Steilhänge, die nach Schneefällen unberührt blieben, jedoch von Lawinen bedroht sind, bis Wiesing hinab. Weitere interessante Tourenziele sind Hochiß, Gschöllkopf und Seekarlspitze.
Informationen
Hüttensteckbrief. Höhe: 1831 m, Erbaut: 1894, DAV Sektion Ettlingen, Bewirtschaftet: von Mitte Juni bis Mitte Oktober und Anfang Januar bis Ostern, 24 Betten, 50 Lager, kein Winterraum, Telefon: +43(0)5243/55175.
Tourismusbüro
Tourismusverband Achensee, Tel.: +43(0)5246/5300; www.achensee.com

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