Engalm, Binsalm und Lalidersalmen

Leichte Bergwanderwege, der Anstieg von der Binsalm erfolgt auf Almfahrweg. Auch für Nicht-Schwindelfreie und Kinder gut geeignet. Die Runde über das Gumpenjöchl erfordert allerdings Trittsicherheit und etwas Orientierungssinn. Runde 1 - Eng - Hohljoch - Lalidersalm-Hochleger - Gumpenjöchl - Lalidersalm-Niederleger - Hohljoch - Eng. Runde 2: Eng - Binsalm-Niederleger - Eng. (Autor: Heinrich Bauregger, Peter Freiberger)
16 km
492 m
4.00 h
Aus der Eng zum Hohljoch Vom Großparkplatz am Ende der Mautstraße im Großen Ahornboden gehen wir an den beiden großen Gasthöfen rechts vorbei und folgen dem gesperrten Sträßchen eben hinüber zum Almdorf Eng (1227m). Vorbei am Almgasthof folgen wir noch etwa 100 Meter diesem Fahrweg, passieren ein Weidegatter und orientieren uns am Wegweiser hinauf zum Hohljoch und zur Falkenhütte. Der Wanderweg über die sonnigen Almwiesen und einen lichten Bergwald hinauf zu den weiten Wiesen am Hohljoch (1794 m) wurde erst kürzlich saniert, um der Erosion vorzubeugen, denn zuletzt hatte sich jeder selbst seinen Weg gesucht. Vor uns eröffnet sich der Blick auf die beeindruckenden Nordabstürze der Laliderer Wände mit den Laliderer Reisen, den gewaltigen Karen am Fuß der Felsen. Wir folgen jetzt allerdings dem Almfahrweg, der rechts eben hinüber zum Lalidersalm-Hochleger (1786 m) führt – mit beeindruckendem Tiefblick auf das Engtal und die jenseits davon aufsteigenden Berge. Eine Runde über das Gumpenjöchl - Am Ende der Almhütten führt ein schmaler Wanderweg eben weiter durch die Almwiesen, quert die Südostseite der Gumpenspitze und biegt links um die Ecke. Über Geröll steigen wir etwas mühsam über einige Steilstufen hinauf ins Gumpenjöchl (1975 m). Jenseits steigen wir hinab zum verfallenen Gumpenalm-Hochleger. Nun wird der Weg wieder besser und bald geht es in Kehren und einer langen Linksschleife hinab zum Lalidersalm-Niederleger. Von dort führt uns ein Almfahrweg in vielen Kehren wieder hinauf zum Hohljoch. Auf dem Anstiegsweg kehren wir wieder zurück ins Almdorf in der Eng. Eine Runde über die Binsalm Vom Alpengasthof Eng führt gleich links ein steiler, ausgeschilderter Weg kurz in den Binsgraben hinein, rechts in steilen Serpentinen durch Wald zu dem vom Almdorf herauf führenden Almsträßchen. Auf diesem links weiter zur Binsalm. Der Rückweg erfolgt auf dem Almfahrweg hinab zu den Hütten der Engalm. Der Gipfelabstecher Der Hahnkampl ist zwar mit seinen 2080 Metern Höhe keine Karwendelgröße, von seinem Gipfel bietet sich jedoch ein schöner Blick hinab ins Falzthurntal und hinaus in Richtung Achensee. Von der Binsalm folgt man dem markierten Bergsteig über Bergwiesen und durch Latschen hinauf zum Westlichen Lamsenjoch (1940 m). Dort zweigt links der markierte Bergsteig ab, der uns über den gesamten Gipfel hinwegführt und am Binssattel endet. Anschließend folgen wir links dem serpentinenreichen und steilen Steig talwärts und treffen so wieder auf unseren Anstiegsweg. Auf ihm zurück zur Binsalm.

kindgerecht

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied492 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktGroße Wanderparkplätze am Ende der Mautstraße in der Eng (1120 m).
TourencharakterDie Engalm, eigentlich ist es ja ein ganzes Almdorf, ist ein Touristenmagnet ersten Ranges. Ganze Heerscharen pilgern jeden Sommer dorthin, führt doch eine Mautstraße durch das Rißtal und den Ahornboden bis kurz vor den beeindruckenden Talschluss, der von den imposanten Nordwänden der Lamsenspitze, der Spritzkarspitze und der Grubenkarspitze gebildet wird. 20 Almhütten, eine Käserei und ein Almladen, in dem die Almerzeugnisse und einiges andere verkauft werden bilden das wirtschaftliche Rückgrat. Die Kühe und das Jungvieh, das sich auf den Almweiden tummelt, stammt ohne Ausnahme von Bauern aus dem Inntal und wird im Frühjahr per Lastwagen in die Eng gebracht und im Herbst wieder abgeholt. Ein Teil der Tiere wird nur bis zum Achensee gebracht, dort – falls der Almsommer ohne Schaden an Tier und Mensch zu Ende gegangen ist – „aufgebüschelt“, also geschmückt, und den heimischen Bauernhöfen zugetrieben. Es gibt keinen Almabtrieb im eigentlichen Sinne, sondern „nur“ einen Rückzug von der Alm. Ein Teil der Milch wird im Almdorf zu Butter und Käse verarbeitet, der übrige Teil dreimal die Woche vom Milchwagen abgeholt. Am Vormittag wird gekäst und Neugierige können den Vorgang durch das Fenster betrachten. Aus hygienischen Gründen dürfen Besucher nicht in die Nähe der Kessel gelangen. Es gibt auch kundige Führungen nach Voranmeldung. Im Almdorf kann man natürlich auch einkehren und den vorbeischreitenden Wanderern zuschauen. Wem der Trubel dort zu arg wird, hat zwei gute Möglichkeiten zu entkommen und hinauf auf die Berge und die höher gelegenen Almen zu steigen. Linkerhand bietet sich die Runde über die Binsalm an. Eine Tafel am Beginn des Aufstiegswegs zeigt an, wann die Alm bewirtschaftet ist und was sie so alles bietet. Auch dort oben weiden Kühe und Jungrinder, doch die Milch wird zu Tal gebracht. Rechterhand führt ein schöner Wanderweg hinauf zum Hohljoch. Von dort ist es nicht mehr weit zum Lalidersalm-Hochleger mit mehreren Almhütten. Dort oben weidet Jungvieh, aber es gibt keine Einkehrmöglichkeit, dafür kann man auf einer herrlichen Rundtour die Gumpenkarspitze umrunden und über den Lalidersalm-Niederleger zum Ausgangspunkt zurückkehren. Und wer almtypisch übernachten will? Auch dafür ist gesorgt. In einigen der Almhütten werden Lager zur Verfügung gestellt. Das Engtal ist auch für die bis zu 800 Jahre alten Ahornbäume, die sich im Herbst goldgelb einfärben, berühmt. Dieses Erlebnis gibt es alllerdings nur außerhalb der Almsaison - Also im Herbst wiederkommen!
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte BLVA, 1 - 50 000, Blatt „Karwendelgebirge“.
VerkehrsanbindungAuf der Garmischer Autobahn (A 95) bis Ausfahrt Seeshaupt oder auf der Salzburger Autobahn (A 8) bis Ausfahrt Holzkirchen, jeweils auf Landstraßen nach Bad Tölz. Anschließend weiter über Lenggries, Fall und Vorderriß nach Hinterriß. Auf Mautstraße bis zum Ende der öffentlich befahrbaren Straße im hintersten Engtal. Mit der Oberlandbahn bis zur Endstation in Lenggries, weiter mit dem RVO-Bergsteigerbus über Fall bis zur Endstation in der Eng.
GastronomieEngalmen (1227 m), von Mai bis Anfang Oktober bewirtschaftet, mehrere Almhütten mit Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit (siehe Hinweisschilder im Almdorf); Binsalm (1503 m), privat, von Mitte Mai bis Ende Oktober bewirtschaftet, 40 Betten, 40 Lager, Tel. ++43/5245/214. Weitere Einkehrmöglichkeiten - Alpengasthof Eng (1203 m), privat, von Mitte Mai bis Ende Oktober bewirtschaftet, Übernachtungsmöglichkeit, Tel. ++43/5245/231, Alpencafé Eng.
Tipps
Der Tipp für Kinder An den großen Kiesbänken des Enger Grundbachs lassen sich herrliche Steine sammeln und ein Picknick veranstalten. Interessant ist aber auch am Vormittag ein Besuch der Käserei. Man darf zwar nicht Hand anlegen, aber die Kinder bekommen einen guten Einblick in den Ablauf der Käseherstellung. Falls gerade keine Führung stattfindet, ist auch ein Blick durchs Fenster aufregend.
Informationen
Dauer - Runde 1: Aus der Eng über das Hohljoch zum Lalidersalm-Hochleger 1 1/2 Std., Runde über das Gumpenjöchl 2 Std., Abstieg in die Eng 1 Std. – Runde 2: Aus der Eng zur Binsalm 1 Std., Abstieg in die Eng 1 Std. Gesamtgehzeiten: 4 1/2 Std. bzw. 2 Std.
Unterkunft
Engalmen (1227 m), von Mai bis Anfang Oktober bewirtschaftet, mehrere Almhütten mit Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit (siehe Hinweisschilder im Almdorf); Binsalm (1503 m), privat, von Mitte Mai bis Ende Oktober bewirtschaftet, 40 Betten, 40 Lager, Tel. **43/5245/214. Weitere Einkehrmöglichkeiten - Alpengasthof Eng (1203 m), privat, von Mitte Mai bis Ende Oktober bewirtschaftet, Übernachtungsmöglichkeit, Tel. **43/5245/231, Alpencafé Eng.