Einstieg von oben

Recht kurze, aber etwas raue Gipfeltour. Trittsicherheit ist wichtig, Vorsicht beim

Abstieg in verblocktem Gelände. Vom Sidelhorn großes Panorama, einmalig der Blick auf das Eisrevier der Aaregletscher. (Autor: Eugen E. Hüsler)
3 km
600 m
3.00 h
Eisige Geschichte Stark zurückgegangen ist auch der Unteraargletscher, der von zwei großen Eisströmen, dem Lauteraar- und dem Finsteraargletscher gespeist wird. Von hoher Warte aus betrachtet, wirkt er recht unansehnlich, trägt er doch einen dicken, vielfarbigen Schuttpanzer: Gestein aus den übersteilen Flanken der Viertausender, die ihn über-ragen. Auf den Aargletschern forschten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zwei Pioniere der Glaziologie, Franz Josef Hugi und später vor allem Jean Louis Agassiz. Der aus Fribourg stammende Agassiz gilt als Begründer der Eiszeittheorie; er führte am Unteraargletscher erste Tiefenbohrungen durch (und ließ sich dabei in eine Gletschermühle abseilen!), maß die Fließgeschwindigkeit und bestimmte die Dicke des Eises. Er verbrachte mehrere Sommer auf dem Gletscher, im sogenannten »Hôtel des Neuchâtelois«, einer recht einfachen Bleibe unter einem mächtigen Felsblock. So ganz weltfern waren Agassiz und seine Helfer aber nicht; im Sommer 1842 gab er ein Fest auf dem Eis, an dem zahlreiche Haslitaler und eine Musikergruppe aus dem Goms teilnahmen: »Der Ball dauerte bis spät in die Nacht hinein, und obgleich der Fuß-boden nicht sehr glatt und die Musik noch holperiger war, so wurde doch mit viel Ausdauer getanzt. So lang die Alpen, so war dies wohl der erste Ball auf einem Gletscher.«Auf das Sidelhorn Der Aufstieg beginnt direkt am Grimselpass (2164 m) und folgt zunächst der Werkstraße zum Oberaarsee. Nach etwa 500 Metern verlässt man die Asphaltunterlage (Tafel) und biegt in den Weg ein, der in kurzen Kehren an dem felsigen Rücken ansteigt. Bei der Husegghütte (2441 m) gabelt sich die Route. Der rechte Weg führt ?ach zum Triebtenseewli, links leiten die rot-weißen Markierungen hinauf gegen den lang gestreckten Nordostgrat des Sidelhorns (schöne Gletscherschliffe). Man folgt ihm bis zum Fuß des blockigen Gipfelaufbaus, steigt dann, gelegentlich auch mal die Hände zu Hilfe nehmend, hinauf zum höchsten Punkt (2 Std.). Abstieg auf dem gleichen Weg.

Gesamt 3.15 Std.

Grimselpass – Sidelhorn 2 Std., Abstieg auf dem gleichen Weg 1.15 Std

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour3 km
Höhenunterschied600 m
Dauer3.00 h
StartortGuttannen (1057 m)
AusgangspunktGrimselpass (2164 m)
EndpunktGrimselpass (2164 m)
TourencharakterGerade zwei Gehstunden über dem Grimselpass erhebt sich das Sidelhorn (2764 m) – ein Halbtagesziel für gute Wanderer, und ein richtig lohnendes dazu. Denn der unscheinbare, dunkle Rücken südwestlich über dem Pass bietet eine faszinierende Rundschau, die bis zu den Walliser Viertausendern reicht. Blickfang ist allerdings die Grimselregion mit ihren Stauseen und der viel gewundenen Passstraße. Die wiederum gehört zu jener Drei-Pässe-Fahrt in den Zentralschweizer Alpen, die vor allem bei den Zweiradlern einen legendären Ruf genießt: Furka – Grimsel – Susten.

Vom Sidelhorn aus genießt man freie Sicht auf den Furkapass (2429 m) und seine Straße, die von Gletsch aus in weiten Schleifen ansteigt. Fast verschwunden ist dagegen jener Eisstrom, der dem Weiler seinen Namen gab: der Rhonegletscher. Kaum zu glauben, dass dessen Zunge vor gut hundert Jahren noch bis in den Talboden hinab reichte! Als ein kümmerlicher Rest seiner selbst liegt er mittlerweile in dem von ihm ausgeschürften, mächtigen Becken.
Beste Jahreszeit
KartentippSwisstopo 1:50 000, Blatt 265 T
MarkierungenWeiß-rot-weiß, gelbe Wegzeiger, Stein- männchen
VerkehrsanbindungVon Meiringen via Innertkirchen und Guttannen zum Grimselpass. Postbuslinie
GastronomieAuf dem Grimselpass
Tipps
DAS BERGHAUS AM OBERAAR-STAUSEE Die kurze Gipfeltour lässt sich gut mit einem Abstecher zum Oberaarsee (2303 m) verbinden, dessen Bogenmauer das Schmelzwasser des gleichnamigen Gletschers zurückhält. Ein paar Meter oberhalb der Mauerkrone steht das Berghaus Oberaar (2338 m); von der Terrasse genießt man einen Prachtblick übers Wasser auf den Oberaargletscher und das Oberaarhorn (3631 m). Wer in dem gastlichen Haus übernachtet (etwa 1.30 Std. vom Sidelhorn auf markiertem Weg), kann anderntags am Nordufer des Stausees entlang zur Zunge des Gletschers wandern (1 Std.). Berghaus Oberaar, CH-3864 Guttannen; Tel. +41(0)33/982 48 11, welcome@grimselhotels.ch. Das Haus ist von Mitte Juli bis Anfang Oktober geöffnet. Zufahrt vom Grimselpass über eine schmale Asphaltstraße (halbstündlich wechselnde Einbahnregelung).
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