Einer der höchstgelegenen Themenwege Südtirols

Mittelschwere Wanderung auf breitem

Wirtschaftsweg mit ca. 400 Hm Differenz. (Autor: Peter Mertz)
5 km
400 m
3.00 h
Einer der schönsten Gebirgsbäche Südtirols Man hätte wohl keine bessere Örtlichkeit finden können, um das Thema dieses Naturerlebniswegs abzuhandeln. Denn im Pfossental trifft die uralte hochalpine Kulturlandschaft auf die Urformen eines rauen und schwer zugänglichen Ge-birges, ein Kontrast also, der typisch für die Zentralalpen ist. Sämtliche Höfe und Almen, die entlang der beliebten und viel begangenen Wanderroute liegen, waren früher bewohnt. Heute dienen sie als Almen für die Sommerweiden oder wurden wie der Eishof zu großzügigen Gasthaus-betrieben umgebaut.Wir benutzen die 1960 gebaute schmale und teilweise an der Schlucht gebaute Straße von Karthaus bis Vorderkaser und finden bei dem alten Gehöft gebührenpflichtige Parkplätze vor. Hier starten die Wanderrouten, die einerseits zum Eishof führen, andererseits zu vielen anderen Zielen in der Texelgruppe. Unsere Route gehört auch zum Meraner Höhenweg, der den Gebirgsstock in Höhen zwischen 1600 und 2000 Metern umrundet und vom Eishof aus übers Eisjöchl führt. Von dort kann man bis Pfelders ins Passeiertal weiterwandern und damit die Texelgruppe durchqueren.Von Vorderkaser ins wildreiche Tal Oberhalb des Parkplatzes treffen wir auf die große Informationstafel, die den Beginn des Er-lebniswegs ankündigt. Der Vorderkaserhof (1693 m) ist bereits die erste Station, gegenüber lädt der Gasthof Jägerrast zur Einkehr ein.Der Vorderkaserhof ist eines der uralten, im Sommer blumengeschmückten Holzhäuser, mit dem typischen Bild eines unverfälschten stattlichen Schnalstaler Hofes. Wir folgen dem breiten, 1973 angelegten Wirtschaftsweg ins Tal hinein, das sich sogleich zu einer engen, wildreichen Schlucht verengt. Nach einer markanten Steilstufe und vorbei an der Station 2, die sich mit den Wildtieren des Pfossentals beschäftigt, streben wir dem Mitterkaserhof zu, der auf der nächsthöheren Talstufe liegt (1954 m). Dieser Hof ist kleiner als der Vorderkaser, aber noch malerischer, vor allem auch wegen der Einrahmung durch das Hochgebirge.Plötzlich beginnt sich die Talung zu weiten. Breite Bergwiesen sind hier mit kunstvollen Zäunen umgeben. Rund um den Mitterkaser wurden mehrere Stationen angelegt, unter anderem das Modell eines Butterfasses, das die Butterherstellung auf der Alm anschaulich vor Augen führt. Gleich daneben zeigt man ein Modell einer Waalstrecke samt Waalschelle, die früher zur Bewässerung der Wiesen angelegt wurden. Wir folgen dem breiten Weg weiter taleinwärts und kommen zur Rableid-Alm, die mittlerweile zu einer modernen Einkehrstätte umgebaut wurde (2004 m). Der Hof wurde bereits 1867 aufgelassen und zur Alm umgewandelt. 1986 zerstörten gewaltige Lawinen einen Großteil des alten Gebäudes, mit Ausnahme der Stube und der Küche. Insgesamt gehören fast 700 Hektar Bergweiden zum Hof, von denen noch ein Drittel bewirtschaftet wird. Neben der kleinen Kapelle stellen uns mehrere Schautafeln die geologischen Verhältnisse der Texelgruppe vor.Hinauf zum Eishof Je weiter wir ins Tal vordringen, umso mehr nimmt der hochalpine Eindruck zu, denn die Blicke reichen nun bis in den Talschluss hinein, der von den Schneefeldern des Eisjöchls und der Hohen Weiße (3278 m) überragt wird. Zunächst steht jedoch die Durchquerung eines Lärchenwaldes an, in dem zwei Info-Tafeln auf die jahreszeitliche Vielfalt dieses Waldtyps hinweisen. Nach einer letzten Steilstufe breiten sich die weiten Bergwiesen rund um den Eishof vor uns aus. Nur noch wenige Minuten und wir haben den Endpunkt unserer Wanderung erreicht. Vom 13. Jahrhundert bis 1897 war das auf 2071 Metern liegende einsame Gehöft eine der höchstgelegenen Dauersiedlungen in den Alpen. Es ist leider nicht mehr in seinem Originalzustand erhalten, denn der Hof brannte 1973 ab und wurde anschließend neu errichtet. Heute präsentiert sich uns die Gastwirtschaft als idealer Ausgangspunkt zu Bergwanderungen in der Texelgruppe, vor allem zum Eisjöchl (2908 m), das in knapp zweieinhalb Stunden zu erreichen ist und unmittelbar an den Gletschern der Texelgruppe liegt, oder zur Stettiner Hütte (2875 m), von wo der Weg weiter ins Passeiertal führt. Für erfahrene Bergsteiger locken gleich mehrere Dreitausender. Rund um den Eishof stehen mehrere Stationen des Erlebniswegs. Eine Gruppe von Tafeln stellt fünf Sagen aus der Region vor, während eine andere Station sich mit der Entwicklung der Almwiesen rund um den Eishof befasst. Wir kehren am selben Weg nach Vorderkaser zurück.

Streckenwanderung; Vorderkaser – Mitterkaser 1 Std., Mitterkaser – Eishof 1 Std.,

zurück 1.45 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour5 km
Höhenunterschied400 m
Dauer3.00 h
AusgangspunktVorderkaser im vorderen Pfossental (1693 m).
EndpunktVorderkaser im vorderen Pfossental (1693 m).
TourencharakterEiner der höchstgelegenen Themenwege Südtirols Das einsame

Pfossental bildet die Kulisse für den Almerlebniswanderweg, der sich mit der alpinen Kulturlandschaft und der damit verbundenen Almwirtschaft beschäftigt. Das größte Seitental des Schnalstals bildet das Herzstück

des Naturparks Texelgruppe. Es ist für seinen Wildreichtum bekannt. Wer aufmerksam wandert, wird Gämsen und Steinböcke beobachten können. Sogar mehrere Adlerpaare nisten hier und ziehen ihre Kreise in den Lüften. Wenn wir das letzte Gehöft des Hochtals erreicht haben, befinden

wir uns tief inmitten der Texelgruppe, die geologisch betrachtet zu den Ötztaler Alpen gehört.
KartentippFreytag & Berndt, S2 Vinschgau – Ötztaler Alpen, 1:50 000; Tabacco Naturpark Texelgruppe, 1:25 000.
MarkierungenRot-weiße Markierungen, Wegweiser zu den Wanderwegen.
VerkehrsanbindungBei Naturns zweigt man von der Vinschgauer Straße ins Schnalstal ab und folgt der Schnalstalstraße bis zur Abzweigung bei Karthaus ins Pfossental, diese Auffahrt ist steil und eng und nicht für größere Wohnmobile geeignet. Anfahrt mit dem Bus Keine öffentliche Busverbindung.
GastronomieEinkehr im Eishof am Ende der Wanderrunde, im Gasthof Vorderkaser zu Beginn der Tour und an der Rableid-Alm auf halbem Wege.
Tipps
Archeoparc Schnals In Unser Frau im Schnalstal erwartet uns das spannende Erlebnismuseum Archeoparc, das auf drei Ausstellungsebenen die Welt Ötzis und seiner Zeitgenossen vorstellt. Nachgebaute Gegenstände zum Angreifen, Dioramen, Filme und eine 3D-Multivisionsschau sowie der direkte Blick zu Ötzis Fundstelle machen das Museum zum eindrucksvollen Erlebnis. Zusätzlich gibt es ein 4000 Quadratkilometer großes Freigelände, das wie ein Dorf aus der späten Jungsteinzeit gestaltet ist. Darüber hinaus kann man täglich an drei verschiedenen »steinzeitlichen« Tätigkeiten wie Brotbacken im jungsteinzeitlichen Kuppelofen, Bogenschießen, Feuerschlagen oder Kupferschmelzen mitmachen. Archeoparc Schnalstal, Unser Frau I-39020 Schnalstal, Tel. 0473/67 60 20, info@archeoparc.it, www.archeoparc.it; Ostern–Allerheiligen Di–So 10–18 Uhr, Juli und August auch montags.
Informationen
Wissenswertes Vor oder nach der Wanderung empfiehlt sich der Besuch des Naturparkhauses Texelgruppe in Naturns, das eine eindrucksvolle Schau zum Naturraum des Parks zeigt und kostenlos besichtigt werden kann (Anfang April–Ende Oktober: Di–Sa 9.30–12.30, 14.30–18 Uhr, Juli, August und September auch So).

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