Eine Zweitages-Runde durch die Soierngruppe

Zu Beginn Forstweg, dann Bergsteige; der Abstieg durchs Seinsbachtal erfolgt wieder auf einem Forstweg. Trittsicherheit erforderlich. (Autor: Heinrich Bauregger)
28 km
1604 m
9.00 h
Auch gibt eine auffällige Gesteinsschichtung aus Kalkplatten dieser Gruppe mit ihrem Gipfelkranz einen besonderen Charakter. Die »Soiernrunde« zählt daher zu den schönsten Bergtouren im gesamten Karwendelgebirge. Kein Wunder, dass diese Bergregion vor längerer Zeit unter Naturschutz gestellt wurde; schon König Ludwig II. wusste das zu schätzen. Die Soiernhäuser waren früher königliche Jagdhäuser, wobei das untere Haus den Lakaien, also den Bediensteten, und das obere dem Jagdherrn vorbehalten war. Das obere Haus ist heute eine Alpenvereinshütte, also auch Bergwanderern zugänglich. Der »Märchenkönig«, der eine Vorliebe für idyllische und abgeschiedene Berglandschaften hatte, ließ sich zuweilen zu nächtlicher Stunde auf den Soiernseen im Fackelschein mit dem Kahn herumfahren. Diese Bergidylle wird also unser erstes Wanderziel sein; dann besteigen wir den höchsten Gipfel der Gruppe und wechseln anschließend hinüber zur Fereinalm, wo wir in der bescheidenen Krinner-Kofler-Hütte noch mal näch-tigen können. Wir lassen die Runde ausklingen, indem wir durch das Seinsbachtal talwärts wandern.Von Krün über die Fischbachalm zum Soiernhaus Vom Wanderparkplatz in Krün gehen wir rechts vor zur Brücke über die Isar, queren diese und folgen links dem ausgeschilderten Almweg durch Wald problemlos hinauf zur Fischbachalm (mit Einkehrmöglichkeit; dort zweigt rechts auch der anspruchsvollere Lakaiensteig ab). Wir folgen weiter dem breiten Weg, dem ehemaligen Reitweg der königlichen Jäger, durch den »Hundsstall« und erreichen zuletzt über einen steilen Serpentinensteig die Soiernhäuser (das obere ist die Alpenvereinshütte). Dort wollen wir die erste Nacht verbringen. Falls wir fit genug sind, machen wir die Gipfelrunde über die Schöttelkarspitze, das Feldernkreuz und die Reißende Lahnspitze und bleiben noch eine weitere Nacht.Vom Soiernhaus über die Jägersruh zur Krinner-Kofler-Hütte Vom Alpenvereinshaus wandern wir auf dem bewaldeten Kamm ein Stück Richtung Osten zu einer Weggabelung. Dort halten wir uns geradeaus und folgen dem markierten Steig zunächst in steilen Serpentinen höher, queren dann den steilen Latschenhang nach rechts und erreichen über weitere Kehren den Steinkarsattel mit der Jägersruh. Jenseits in Kehren hinab und rechts haltend – immer auf der Höhe bleibend – durch die Ostflanke der Soiernspitze zum sogenannten Jöchl. Von diesem jenseits hinab durch Wald zur Krinner-Kofler-Hütte, einer Selbstversorgerhütte auf der Fereinalm, die sich auf einem weiten Sattel befindet.Abstieg von der Fereinalm durchs Seinsbachtal Von der Fereinalm folgen wir dem breiten Forstweg, der sich über dem tief eingeschnittenen Seinsbachtal hinab zur B2 zieht. (Parallel dazu führt der Jägersteig auf der anderen Seite des tiefen Grabens hinab ins Tal; nicht auf der Karte dargestellt.) Bei der ersten Wegverzweigung halten wir uns rechts (zum Jägersteig geht es links). Bei der nächsten großen Wegverzweigung, kurz vor dem Schießplatz, gehen wir rechts (links geht es hinab zur Bushaltestelle an der B2) und wandern durch Wald, etwas oberhalb des Bergfußes und vorbei am Isar-Stausee, zurück nach Krün. Dort links wieder über die Isarbrücke und zurück zum Wanderparkplatz.GipfelabstecherSoiernspitze, 2257m: Höchste Erhebung der gleichnamigen Berggruppe, deren Zentrum die beiden Soiernseen sind. Einem Kranz gleich erheben sich ringsum aufstrebende Gipfel mit ihren ausgeprägten Kalkbändern, die für die Soiernumrahmung typisch ist. – Vom oberen Soiernhaus steigen wir zunächst durch lichten Wald hinab zu den beiden Soiernseen, gehen zwischen beiden hindurch und folgen jenseits den Serpentinen am Nordgrat der Soiernschneid. Bald queren wir jedoch links in deren Nordostflanke und folgen den Steigspuren hinauf zur Soiernscharte (2120m), dem tiefsten Einschnitt zwischen Reißender-Lahn- und Soiernspitze. Dort links über den Westgrat oder etwas unterhalb den Steigspuren folgend hinauf zum Gipfel mit Kreuz. Vom wenig ausgeprägten Südgrat führen Pfadspuren direkt hinab zum Hüttenverbindungsweg.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour28 km
Höhenunterschied1604 m
Dauer9.00 h
AusgangspunktKrün (875m). Rückkehr: Beim direkten Abstieg zur B2 können wir von der Bushaltestelle Isar-Seinsbrücke entweder nach Mittenwald oder nach Kochel fahren und dort in den Zug umsteigen.
EndpunktKrün (875m). Rückkehr: Beim direkten Abstieg zur B2 können wir von der Bushaltestelle Isar-Seinsbrücke entweder nach Mittenwald oder nach Kochel fahren und dort in den Zug umsteigen.
TourencharakterEine besondere Stellung im Karwendelgebirge nimmt die Soierngruppe ein. Sie ist nicht nur ein eigenständiges, von den anderen Bergen stark abgegrenztes Massiv, sondern bietet mit den hoch

gelegenen Soiernseen – immerhin auf knapp 1600Metern Höhe – ein landschaftliches Juwel.
Hinweise
Variante: Anstieg über den Lakaiensteig: Beim Brunnen gegenüber der Fischbachalm zweigt rechts ein Steig ab, den zu König Ludwigs Zeiten die Dienerschaft häufig benutzte, daher auch sein Name. Er führt durch die Flanke des Ochsenstaffels und durch einige Gräben. Ein paar ausgesetzte Stellen sind mit Drahtseilen gesichert; Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich. 1.30Std.
KartentippTopografische Karte (LVG) 1:50000, Karwendelgebirge
VerkehrsanbindungAuto: Auf der Garmischer Autobahn (A95) bis zur Ausfahrt Murnau/Kochelsee, dann über Kochel am See, den Walchensee und Wallgau nach Krün. In Ortsmitte (bei der Kirche) rechts und auf der Fischbachstraße zum Wanderparkplatz beim Sägewerk, kurz vor dem Isarbett. n Mit Bahn/Bus: Mit dem Werdenfels-Takt von München nach Garmisch-Partenkirchen, dann weiter mit dem Zug in Richtung Mittenwald–Innsbruck bis zur Haltestelle Klais; dort mit dem RVO-Bus nach Krün (oder direkt von Garmisch mit dem Bus hierher).
GastronomieFischbachalm (1403m), privat, von Anfang Mai bis Ende Okt. bewirtschaftet n Soiernhaus (1613m), AV-Haus, Kat. I, von Mitte Mai bis Mitte Okt. bewirtschaftet, 65 Lager, Tel. 0171/5465858 n Krinner-Kofler-Hütte (1406m), AV-Hütte, Kat. I, von Anfang Mai bis Ende Okt. bewartete Selbstversorgerhütte, Schlüssel beim Hüttenwart, Tel. Tal 08823/ 5584 n Fereinalm (1406m), Jägerhaus, einfache Bewirtschaftung im Sommer (Essen und Getränke)
Tipps
Besonders lohnenswert: ein Rundgang durch Krün, das – wie auch Mittenwald – einige sehr schöne Lüftl- malereien aufweist, und eine anschließende Einkehr in einem der bodenständigen Wirtshäuser.
Informationen
Gehzeiten: Von Krün über die Fischbachalm zum Soiernhaus 3.15Std., von dort über die Jägersruh zur Fereinalm 3Std., von der Alm durchs Seinsbachtal zurück nach Krün 2.30Std.; insgesamt ca. 9Std.
Unterkunft
Fischbachalm (1403m), privat, von Anfang Mai bis Ende Okt. bewirtschaftet n Soiernhaus (1613m), AV-Haus, Kat. I, von Mitte Mai bis Mitte Okt. bewirtschaftet, 65 Lager, Tel. 0171/5465858 n Krinner-Kofler-Hütte (1406m), AV-Hütte, Kat. I, von Anfang Mai bis Ende Okt. bewartete Selbstversorgerhütte, Schlüssel beim Hüttenwart, Tel. Tal 08823/ 5584 n Fereinalm (1406m), Jägerhaus, einfache Bewirtschaftung im Sommer (Essen und Getränke)

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