Eine Insel im Eismeer

Alpine Hüttentour, auf dem letzten Weg-

drittel leichte Felsen (Kettensicherungen).

Trittsicherheit und etwas Bergerfahrung sind unerlässlich. Grandiose Eiskulisse

am Tierbergli. (Autor: Eugen E. Hüsler)
3 km
710 m
3.00 h
Eisige Zeiten? Das Eis ist hier allgegenwärtig, auch da, wo es sich längst zurückgezogen hat, Gras zwischen den Felsen wächst und Blumen blühen. Moränen und Gletscherschliffe sind unübersehbare Relikte aus eisigen Zeiten. Die Ersten, die hier siedelten, waren Pionierp?anzen wie Flechten, deren bekannteste Art die gelbgrüne Landkarten?echte ist, und Moose. Erst später kamen als erste Holzp?anzen die Weiden (vier verschiedene Arten am Steingletscher) und die Moorbeere dazu. Letztere sind enge Verwandte der Heidelbeere. Vor etwa 150 Jahren reichte das Gletschereis noch bis zum Hotel Steingletscher; mittlerweile hat es nicht nur etwa anderthalb Kilometer an Länge, sondern auch erheblich an Masse eingebüßt. Auf der Westseite, zum Chüebergli (2134 m) hin, ist die Zunge des Steingletschers weitgehend abgeschmolzen, tritt blank geschliffener Fels zutage, und das imposante Gletschermaul ist verschwunden. Ein interessanter Lehrpfad, der beim Hotel Steingletscher beginnt, führt aus dem Vorfeld des Gletschers hinauf zum Seeboden mit seinen Seeaugen. Insgesamt 15 Stationen informieren über verschiedene naturkundliche Aspekte (kleiner Führer im Hotel erhältlich).Der Hüttenweg Der Anstieg startet beim Parkplatz Umpol (ca. 2090 m). Eine solide Brücke führt über den Ab?uss des Steinlimigletschers, dann windet sich der Steig in Kehren über den schro?gen Sockel des Tierberglis, quert dann, weiter an Höhe gewinnend, nach rechts zu einem schönen Rastplatz (2427 m; 1 Std.). Besonders eindrucksvoll ist der Tiefblick auf das zerklüftete Eis des Steinlimigletschers. Genau nördlich steht der mächtige Titlis (3239 m), leicht zu erkennen an seinem Firndach, der jäh abfallenden Südwand und dem großen Antennenstachel.Viel Aussicht bietet auch der Weiterweg, doch emp?ehlt es sich, gut auf den Weg zu achten. Die weiß-blau-weißen Markierungen leiten über Felsstufen und Geröll weiter bergan; gelegentlich muss man hier die Hände zu Hilfe nehmen. Ausgesetzt ist die Route allerdings nirgends; einige Passagen sind durch Ketten entschärft. Schließlich mündet die Route auf einen Geröllrücken. Ein paar Meter höher, am höchsten Punkt des »Inselberges«, steht die Tierberglihütte (2795 m; 2.15 Std.). Faszinierend der Blick auf die weißen Eiswellen rundum; den höchsten Punkt im Panorama markiert das Sustenhorn (3503 m).Abstieg nur auf dem Anstiegsweg, keinesfalls über den Klettersteig!

Gesamt 3.45 Std.

Parkplatz – Tierberglihütte 2.15 Std.,

Abstieg auf dem gleichen Weg 1.30 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour3 km
Höhenunterschied710 m
Dauer3.00 h
StartortGadmen (1205 m)
AusgangspunktParkplatz Umpol (2095 m)
EndpunktParkplatz Umpol (2095 m)
TourencharakterGletscher leben, sie wachsen oder ziehen sich zurück, das Eis ?ießt, es transportiert Geröll und feinen Sand zu Tal, hinterlässt Moränen, gelegentlich auch Seen. Wie der Steingletscher am Sustenpass. Er hat das Becken eines seichten, milchig grünen Gewässers ausgeschürft, den Steinsee (1934 m). Der ist Blickfang auf den Straßenschleifen hinauf zum Sustenpass, zusammen mit dem Steinlimigletscher und dem eindrucksvollen Gipfelkranz, den Sustenhorn (3503 m), Gwächtenhorn (3420 m), Mittler (3311 m) und Vorder Tierberg (3091 m) sowie Giglistock (2900 m) bilden. Zwei markante Felsinseln, der Bockberg und das Tierbergli, trennen die ab?ießenden Gletscherströme; auf der westlichen der beiden Inseln thront weithin sichtbar die Tierberglihütte (2795 m). Man erreicht sie

»trockenen Fußes«, also ohne das Eis zu betreten, allerdings über einen weiß-blauen Alpinsteig. Das muss aber keinen trittsicheren Bergwanderer abschrecken. Die Felsstufen im obersten Wegabschnitt sind harmlos, zusätzlich mit Ketten gesichert und an keiner Stelle ausgesetzt. Von der

Hüttenterrasse aus genießt man dann (neben der verdienten Brotzeit) die überwältigende Aussicht auf die eisige Kulisse.
Beste Jahreszeit
KartentippSwisstopo 1:50 000, Blatt 255 T
MarkierungenWeiß-blau-weiß markierter Alpinweg, gelbe Wegzeiger
VerkehrsanbindungAuf der Sustenstraße von Innertkirchen bis Steingletscher, dann auf einem gebührenp?ichtigen Sträßchen weiter zum Parkplatz Umpol.
GastronomieTierberglihütte (2795 m), Juli bis September durchgehend, in der Vor- und Nachsaison an den Wochenenden bewirtschaftet, Tel. +41(0)33/971 27 82, www.tierbergli.ch. Hotel Steingletscher (an der Sustenpassstraße), Tel. +41(0)33/975 12 22
Tipps
PÜÜRE LADEN Der Verein »Berg-Land-Wirtschaft«, Gadmen, betreibt an den Talstationen der Tälli- und der Triftbahn (vgl. Tour 5) zwei kleine Läden, in denen Produkte aus dem Gadmer Tal verkauft werden: verschiedene Käse (Alp- und Hobelkäse, Mutschli, Geißkäse), Würste, Trocken?eisch, Honig und Marmelade, Teekräuter, diverse Sirups und Liqueurs. Auch Handgewobenes wird angeboten; weiter kann man sich ein Geschenk-Kistli zusammenstellen lassen. Die Püüre Läden sind jeweils während der Betriebszeit der Seilbahnen geöffnet.
Mehr zum Thema