Ein Traum – Siena

»Bergiger« Stadtspaziergang; verhältnismäßig schattig. (Autor: Helmut Dumler)
3 km
90 m
1.00 h
In Siena gehen wir ab der Basilica San Domenico (1) durch die Via della Sapienza abwärts und mit der Costa dell'Incrociata zur Piazza Salimbeni. Rechts an der Ecke befindet sich eine Eisdiele des fast schon legendären Zuckerbäckers Danilo Nannini, Vater der Rocksängerin Gianna. Das Marmordenkmal rühmt die Verdienste des Ökonomen Sallustio Bandini (1677–1760) bei der Trockenlegung der Maremmensümpfe.
An der Stirnseite des Platzes prunkt festungsähnlich der gotische Palazzo Salimbeni (2) als Sitz der achtgrößten, 1472 gegründeten Bank Italiens, Monte dei Paschi. Aus der Renaissance hingegen stammen links der Palazzo Tantucci sowie gegenüber der Palazzo Spannocchi; letzterer im Stil der Frührenaissance, 1473 in Auftrag gegeben von Ambrogio Spannochi, seinerzeit Ex-Finanzminister des Piccolomini-Papstes PiusII.
Rechts geht es in die Via Banchi di Sopra. An der Piazza Tolomei steht der frühgotische Palazzo Tolomei. Auf einer Säule vor dem Palast verkörpert die sienesische Wölfin die Gründungssage. Links an der Straße folgt die Kirche San Cristoforo. In ihren Mauern tagte vor dem Bau des Palazzo Pubblico der Rat der Stadtrepublik.
Man stößt auf die belebte Croce del travaglio (Kreuzung der Mühsal), die Drehscheibe der Altstadt. Die elegante dreibogige Loggia della Mercanzia, einst Handelsgericht, ist das einzige Beispiel des architektonischen Überganges von der Gotik zur Renaissance in Siena.
Der »Campo« bleibt vorerst links unten liegen. Wir schlendern in die Via di Città. Gegenüber von Haus Nr.118 verdient der Palazzo Chigi-Saracini (14.Jh.) unsere Aufmerksamkeit. Hier rief Graf Guido Chigi-Saracini 1932 die Accademia Musicale Chigiani ins Leben, eines der wenigen privaten Konservatorien Italiens von internationalem Ruf: Meisterschule für Instrumentalis-ten und Sänger.
Jenseits von Haus Nr.99 zeigt sich der Palazzo Piccolomini (3) im Stil der Renaissance, benannt nach der Bauherrin Catarina Piccolomini, Schwester von Papst PiusII., bürgerlich Enea Silvio Piccolomini. Diesem Adelsgeschlecht gehörte Corsignano bei Montepulciano, das heutige Pienza (= Piusstadt). Es verdankt seine repräsentativsten Bauwerke dem damaligen, 1405 geborenen »Heiligen Vater«. Er besaß auch in Siena gegenüber der Universität einen Palast.
In Höhe des Caffè Mozart (Nr.103) geht es rechts durch die Via del Castoro hinauf zum Dom Santa Maria Assunta (4) auf dem 346,4m hohen Kulminationspunkt der Stadt – der übrigens 59,6m höher liegt als der Campo, das Zentrum der weltlichen Macht.
Vis-à-vis der grandiosen Domfassade steht das lang gestreckte Ospedale Santa Maria della Scala – im Mittelalter angesehenstes öffentliches Krankenhaus Italiens.
Nun vom Domplatz in die Via del Capitano. Rechts im Palazzo Capitano (5) tagten die Bürgermiliz-Sprecher aller 17 Stadtbezirke (Contrade). An der Seite der Piazza Postierla, in die fünf Straßen münden, reckt sich der Torre Forteguerra. Fortsetzung in der Via San Pietro. Rechts gegenüber der Kirche San Pietro alle Scale versteckt sich in der Via Castelvecchio die über jeden Zweifel erhabene Osteria Castelvecchio. Im Haus Nr.68 der Via San Pietro ist die Pizzeria-Spaghetteria 4 Venti. Links präsentiert sich der Palazzo Buonsignori (6), die Pinakothek, eines der schönsten spätgotischen Profanbauwerke der Stadt. Durch die Porta all'Arco (Stadttor) zum Prato di Sant'Agostino (7) mit der ehemaligen Kirche des Augustinerordens.
Am Prato links in die Via Sant'Agata. Und schon haben wir den Rathausturm im Visier, auch während des Abstieges auf der Via Giovanni Dupré, die uns unmittelbar auf die Piazza del Campo (11) bringt, deren Stimmung und Kulissen unbeschreiblich sind. Travertinstreifen betonen die Fächerform der Muschel. Am oberen Rand sprudelt der Fonte Gaia (Fröhlicher Brunnen). Nordöstlich des Platzes befindet sich in der Via San Martino (Haus Nr.10) mit dem Palazzo Piccolomini-Clementini (10) das gelungenste Renaissancebauwerk der Stadt. Schräg gegenüber liegt die Universität; Grundsteinlegung 1210.
Wir gehen vom »Campo« an seiner Nordwestecke hoch – Costarella dei Barbieri – zur Via di Città. Etliche Schritte nach rechts, dann links in die Via di Fontebranda, durch den Arco di Porta Salaria und hinunter zur Fonte Branda (8), dem ältesten, schon im 11.Jh. verbürgten Brunnen. Rechts, gleich links, mit dem Vicolo Tiratoio durch einen Tunnel und schon sind wir beim Santuario Catariniano (9).
Durch die Via Camporeggio geht es schließlich wieder hinauf nach San Domenico.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour3 km
Höhenunterschied90 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktPiazza San Domenico.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterWer ist die Schönste im Lande – Siena oder Florenz? Die Frage kann so nicht beantwortet werden, denn Siena hat sich in seinen städtischen Strukturen der Gotik verschrieben, strömt mittelalterliche, heimelige Atmosphäre aus, umschmeichelt seine Besucher mit einem charmanten Hauch des Alten.
Beste Jahreszeit
MarkierungenHinweisschilder.
VerkehrsanbindungVon Florenz zweispurige Schnellstraße, 68km. Bahnhof unterhalb der Altstadt. Busbahnhof an der Piazza San Domenico. Vor der Altstadt beschilderte Parkplätze.
GastronomieAm Stadtrundgang. Außerdem prima z.B. Osteria Castelvecchio (Via Castelvecchio 65), Ristorante Grotta di Santa Caterina Da Bagoga (Via della Galluzza 26), Hosteria Il Carroccio (Via del Casato di Sotto 32); in der Medici-Festung: Forte di Santa Barbara ist die Enoteca Italia, Sienas beste Vinothek.
Unterkunft
Auskunft und Reservierung (Prenotazioni alberghieri) an der Piazza San Domenico, 9–20 Uhr.
Tourismusbüro
Ufficio Informazioni, Piazza del Campo 56, I-53100 Siena, Tel. 0577 28 05 51, E-Mail: incoming@terresiena.it
Region:
Italien
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