Ein Stadtrundgang in Füssen

Bereits die Römer erkannten die strategisch hervorragende Lage des Füssener Burgbergs und errichteten dort in der späten Kaiserzeit ein Kastell.Während sich die Besuchermassen im benachbarten Neuschwanstein drängeln, kann man das Hohe Schloss, welches zu Recht als eine der besterhaltenen Burganlagen Bayerns gilt, selbst an schönen Sommerwochenenden in Ruhe genießen – und vor und nach der Schlossbesichtigung durch die Gassen der wunderschönen Altstadt bummeln. (Autor: Michael Pröttel)
2 km
100 m
3.00 h
Man beginnt den Stadtrundgang am Kaiser-Maximilian-
Platz (unweit des Bahnhofs und direkt bei der Tourist Information
Füssen), an den nach Süden der autofreie historische
Stadtkern angrenzt. Die mehr als siebenhundert Jahre alte Stadt
erstreckt sichmit ihremmittelalterlichen Gassengewirr, den Überresten
der alten Stadtmauer und den reich dekorierten Kirchenbauten
aus der Zeit des Barock und Rokoko am Ufer des Lech.
Man folgt der Reichenstraße und somit den Spuren der Römer, da
die antike Via Claudia Augusta streckenweise denselben Verlauf
auswies. An Samstag Vormittagen lohnt sich nach rechts ein kleiner
Abstecher in die Schrannengasse, da dort ein kleiner Bauernmarkt
stattfindet, auf dem qualitativ hervorragende Produkte angeboten
werden. Weiter auf der Reichenstraße gelangt man zum
Marktbrunnen, an dem der Schutzpatron Füssens, der Heilige
Magnus, dargestellt ist. Indem man in der gleichen Richtung weiter
und dann nach rechts bergan geht, erreicht man den zwischen
dem Kloster St.Mang und dem gotischen Hohen Schloss gelegenenMagnusplatz.
Über drei Torbögen gelangtman in den hervorragend
restaurierten Schlosshof. Die Entstehungsgeschichte der
Anlage begann Ende des 13. Jahrhunderts, als Herzog Ludwig der
Strenge von Bayern diese Burg errichten ließ. Nach der Verpfändung
Füssens an das Augsburger Hochstift wurde der Bau zunächst
erweitert und um 1500 von Bischof Friedrich II. von Zollern
grundlegend umgestaltet. Das Ergebnis ist eine der bedeutendsten
spätgotischen Schlossanlagen Deutschlands mit
malerischem Hof und einzigartigen Illusionsmalereien an den Fassaden. Hier sollteman
sich unbedingt die Eintrittsgebühr
von 2,50Euro
in die Gemäldegalerie
des Hohen Schlosses leisten.
Denn erstens sind die
dort ausgestellten Bilder
sowie der beeindruckende
Rittersaal mit seiner
großartig verzierten
Holzdecke sehr sehenswert.
Und außerdem erreichtman
über die Galerie den bestens erhaltenenWehrgang und
über diesen als besonderes Schmankerl den Torturm. In dessen
oberstem Geschoss befinden sich die verrußte Kochnische des
ehemaligen Türmers sowie dessen Kammer. Keinesfalls darf man
sich hier die wunderschöneAussicht auf dieAltstadt und die umliegenden
Berge durch das Erkerfenster entgehen lassen.
Nach der Schlossbesichtigung steht natürlich ein Besuch im direkt
gegenüber gelegenen Kloster St.Mang an. Dessen Stadtpfarrkirche besitztmit ihrer Krypta das älteste Bauwerk Füssensmit der ältesten
(um980)Wandmalerei Bayerns.Der Legende nach soll derHeiligeMagnus,
der schon zu Lebzeiten zahlreicheWunder vollbracht
haben soll und dessen Reliquien in späterer Zeit als wundertätig
angesehenwurden, in der Krypta seine letzte Ruhestätte gefunden
haben. Auf den empfehlenswerten Führungen sind weitere Sehenswürdigkeiten
der Klosteranlage, wie der Füssener Totentanz
in der St.Anna Kapelle sowie dieMönchsgruft, zu sehen.
Im Klosterkomplex befindet sich außerdem das Museum der
Stadt Füssen, in welchemin den ehemaligen Zellen der Benediktinermönche
Kunstwerke und Ausgrabungsfunde zu sehen sind.
Weiter sehenswert sind der freigelegte Kreuzgang sowie eine
Sammlung historischer Lauten und Geigen.
Nach diesem kulturellen Erlebnis empfiehlt sich, weiter durch die
Altstadt zu bummeln, wozuman über die Lechhalde nach links in
den Brotmarkt einbiegen kann, an dem sich nette Läden und Einkehrmöglichkeiten
befinden.
Wer imAnschluss an die Stadtbesichtigung auch eine von der Natur
geschaffene Sehenswürdigkeit besuchen möchte, dem ist der Lechfall zu empfehlen.
Zwar ist die Wassermenge
vermindert, seit
das örtliche Kraftwerk
das Wasser nutzt. Die
spritzenden Fluten sind
aber weiterhin vor allem
zur Zeit der Schneeschmelze
und nach längeren
Regenfällen oder
heftigen Gewittern sehr
beeindruckend. Zudem
führt ein Schwindel erregender
Steg über die
klammartige Schlucht.
Den Lechfall erreicht
man mit dem Auto,
wenn man vom Kaiser-
Maximilian-Platz aus in
Richtung Königsschlösser
und nach der Lechbrücke
nach rechts in
Richtung Reutte fährt.
Zu Fuß geht man durch
das zwischen Hohem
Schloss und St. Mang gelegene
Tor in den Baumgarten
und von dort aus
weiter durch das Faulenbachgässchen
und seine
Verlängerung, die Alatseestraße,
von der man
nach links in die Straße
Kapellenberg abbiegt. Diese geht bald über in den Ländeweg, der
zur Brücke über den Lechfall führt.
Zum Schluss ein Badetipp für heiße Tage: Wer ruhige Wasserflächen
zum Baden tosenden Wasserfällen vorzieht, kann der Alatseestraße
weiter nach Westen folgen. Dort befindet sich westlich
vom Ortsteil Bad Faulenbach das Naturbad Obersee. Es ist von
Ende Mai bis Ende September täglich geöffnet und verfügt auch
über einen Kiosk und ein Restaurant.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour2 km
Höhenunterschied100 m
Dauer3.00 h
StartortFüssen
Ausgangspunkt Altstadt von Füssen (808m)
Endpunkt Altstadt von Füssen (808m)
TourencharakterBereits die Römer erkannten die strategisch hervorragende
Lage des Füssener Burgbergs und errichteten dort in der späten
Kaiserzeit ein Kastell.Während sich die Besuchermassen im benachbarten
Neuschwanstein drängeln, kann man das Hohe
Schloss, welches zu Recht als eine der besterhaltenen Burganlagen
Bayerns gilt, selbst an schönen Sommerwochenenden in
Ruhe genießen – und vor und nach der Schlossbesichtigung
durch die Gassen der wunderschönen Altstadt bummeln.
Hinweise
Verkehrsanbindung Mit dem Auto von München auf der A96 bis zur Ausfahrt Landsberg am Lech Nord und weiter auf der B17 über Schongau und Steingaden nach Füssen; von Westen auf der A7 direkt nach Füssen. Mit der Bahn von München mit Umsteigen in Kaufbeuren nach Füssen.
Gastronomie Zahlreiche Gasthäuser und Restaurants
Tipps
Informationen
Historische Gerichtstage Seit 2007 weilt im Sommer Kaiser Maximilian I. mit seinem Hofstaat in Füssen. Bei den Füssener Gerichtstagen kann man in die Zeit vor 500 Jahren eintauchen. In der Altstadt findet zudem ein Mittelaltermarkt statt. Begleitet wird das historische Schauspiel von einem umfangreichen Rahmenprogramm (www.tourismus-fuessen.de). Die nächsten Gerichtstage finden am 31. Juli/1.August 2010 statt.