Ein himmlischer Spaziergang durch das Sonnensystem

Mittelschwere Wanderung auf Wald- und Wiesenwegen, kurze Passagen über Asphaltstraßen; ausgezeichnete Beschilderung,

problemlose Orientierung. (Autor: Peter Mertz)
8 km
150 m
2.00 h
Eine himmlische Wegrunde durch eine reizvolle irdische Landschaft Nicht ganz nebenbei durchquert der Planetenweg eine vielfältige und reizvolle Landschaft aus Wiesen, Föhrenwäldern und Mooren. Stets öffnen sich aussichtsreiche Blicke über die Hügellandschaft zu den Dolomiten mit Latemar und Rosengarten, die dann bei der Station »Pluto« zum Greifen nahe sind. Doch der Reihe nach. Gleich neben der Sternwarte, die das Zentrum und damit die Sonne symbolisiert, folgen Merkur, Venus und Erde. Sie sind gerade eine Gehminute voneinander getrennt. Dann durchqueren wir das Gelände des Untereggerhofs und erkennen sogleich das vorbildliche Wegleitsystem des Lehrpfades, das auf silbernen Wegweisern stets die nächste Station mit Namen und Symbol des Planeten anzeigt. Diese Wegweiser stehen lückenlos an jeder Abzweigungsmöglichkeit, sodass es nicht notwendig ist, die Wegroute im Detail zu erklären. Gleich oberhalb des Gasthofes treffen wir auf Mars, dann bringt uns ein breiter Waldweg zu Jupiter. Beim Vajolethof befindet sich Saturn, während Uranus bereits auf der Höhe des Lärchenhofes gut eine Gehstunde vom Ausgangspunkt entfernt liegt. Zuvor haben wir auf Holzstegen ein schönes Moorgelände durchquert und wenig später die Straße ins Eggental gekreuzt. Nach dem Lärchenhof folgt die östliche Wende des Weges, teils über Asphaltstraßen, teils über Wirtschaftswege, die uns mit Auf- und Abwärtspassagen zu Neptun bringt. Wir haben nun bereits mehr als sechs Kilometer Wegstrecke zurückgelegt. Über schmale Waldwege kommen wir zu einem größeren Parkplatz an der Straße ins Eggental, überqueren diese und benützen die Zufahrtsstraße zum Untereggerhof, um uns allmählich der letzten Station zu nähern. Vorbei an einem Schilfröhricht und einem Moortümpel wechselt die Route wieder auf einen Waldweg und später den Wirtschaftsweg, der uns zu einer Anhöhe oberhalb des Tschigghofs bringt. Dort befindet sich in sehr aussichtsreicher Lage samt Ruhebank die Station des Pluto, knapp zehn Kilometer vom Ausgangspunkt entfernt, der zur Zeit der Errichtung des Planetenwegs noch als Planet galt. Um die Wegrunde zum Ausgangspunkt zu schließen, wandern wir noch etwa eineinhalb Kilometer auf Waldwegen gemäß der Wegweisung gleichsam durch galaktisches Terrain bis zum Untereggerhof zurück.

Rund 11,5 km langer Rundweg durch

hügeliges Gelände mit gesamt 150 Hm

Differenz, 2.45 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied150 m
Dauer2.00 h
AusgangspunktGasthaus Unteregger neben der Sternwarte (1325 m) in Steinegg.
EndpunktGasthaus Unteregger neben der Sternwarte (1325 m) in Steinegg.
TourencharakterAuf den Spuren von Max Valier Max Valier steht als Pate zu diesem interessanten und sehr informativen Lehrweg. Dem Südtiroler Pionier der Raumfahrt und Astronomie ist die einzige Sternwarte Südtirols gewidmet, die auf einer aussichtsreichen Geländekuppe hoch über dem Bozner

Talkessel und dem Tiersertal liegt. Valier experimentierte mit Raketen und düsenbetriebenen Flugzeugen und kam bei einem Experiment in Berlin 1930 im Alter von 35 Jahren ums Leben. Den Bau der Sternwarte nahe dem Gasthof Unteregger hat man zum Anlass genommen, einen klassischen Planetenweg zu errichten. Dabei wird die Distanz, die im Weltall zwischen den Planeten unseres Sonnensystems liegt, in einem bestimmten Maßstab auf irdische Verhältnisse übertragen. Die Stationen folgen dann entlang der Wegrunde den maßstäblichen Originalabständen. Im Falle unseres Planetenwegs beträgt der Maßstab 1:666 Millionen. Jeder gegangene Meter entspricht also der Wegstrecke von 666 Millionen Metern im All. Damit befindet sich Pluto, der mit knapp 5,9 Milliarden Kilometern am weitesten entfernt liegende Planet unseres Sonnensystems, auf unserer Wanderrunde also zehn Kilometer vom Ausgangspunkt entfernt. Das Licht, das Pluto aussendet, benötigt etwa acht Stunden bis zur Erde, ist also dreimal so lang unterwegs wie wir auf unserer Wanderung.
KartentippKompass, Blatt 54 Bozen, 1:50 000.
MarkierungenEigene, lückenlose Markierung zum Themenweg mit Wegweisern, die jeweils die nächste Station anzeigen.
VerkehrsanbindungVon Bozen ins Eggental bis zur Abzweigung nach Obergummer bei Birchabruck oder Richtung Eisacktal bis zur Abzweigung Richtung Steinegg und Obergummer in Blumau. Anfahrt mit dem Bus Keine öffentlichen Verkehrsmittel.
GastronomieGasthof Unteregger am Ausgangspunkt samt großem Parkplatz, direkt bei der Sternwarte gelegen, Mi Ruhetag, Tel. 0471/37 64 71, www.untereggerhof.it, info@untereggerhof.it.
Informationen
Die 2002 eingeweihte Sternwarte (www.sternwarte.it/) besitzt mehrere Teleskope und bietet bei sternenklarem Himmel jeden Donnerstag Führungen an; Beginn der Führung bei Einbruch der Dunkelheit, jedoch nicht vor 19.30 Uhr, Voranmeldung im Tourismusbüro Steinegg erforderlich.

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