Durch die Schramme zum Wilden See

In den Pfunderer Bergen.
Mittelschwere Wanderung auf Almwegen und Bergpfaden; im Bereich des Aufstiegs zum Wilden See bzw. auf dem Abstieg zur Aschila-Alm teilweise steiles und abschüssiges Gelände, jedoch bei halbwegs guter Trittsicherheit problemlos zu begehen (Autor: Peter Mertz)
14 km
1085 m
4.00 h
Am Beginn steht die Fane, eine der großen Gemeinschaftsalmen Südtirols, die sich mittlerweile zu einem richtigen Hüttendorf entwickelt hat (1739 m). Natürlich wurden manche Almhütten zu Einkehrlokalen umgebaut, aber einige konnten noch ihr traditionelles Aussehen bewahren und sind immer noch Heuhütten. Sie zieren eine weite Bergwiese am Ausgang der Schramme, zu der wir als Erstes hinaufsteigen. Wir folgen dem Wirtschaftsweg in Richtung Pfannalm und kommen nach 20 Minuten in den engen Schluchtbereich der Schramme, der vom Valser Bach rauschend durchflossen wird. Vom Rand des bereits im 19. Jahrhundert angelegten Wegs sehen wir die schräg übereinander getürmten Felsplatten, die tief in die Schlucht hineinzustürzen scheinen und über denen zuerst sanfte Wiesen und später die herrlichen Gipfel von Rotwand und Seefeldspitze folgen. 1985 hat man die Trasse durch Sprengungen verbreitert, um bequemer die Labesebenalm und die Pfannalm erreichen zu können, die ebenfalls zum Weidegebiet der Fanealm gehören.
Der Weg steigt etwas steil durch die Schlucht, bis wir zu einer Abzweigung kommen. Geradeaus setzt sich der Wanderweg zur Brixner Hütte fort, links führt der Fahrweg hinauf zu unserem nächsten Ziel, der Labesebenalm. Begleitet vom tosenden Seebach sind wir nach insgesamt einer Gehstunde bei dieser Alm angelangt, die in einem weiten Talkessel liegt.
Wir steigen entlang dem Wanderpfad Nr. 18 zum Wilden See auf, der in einem Felstrichter hoch über der Alm liegt und in der Sage als Verdammungsort büßender Seelen gilt. Die Route ist unschwierig und leicht zu finden, jedoch müssen 400 Höhenmeter überwunden werden. Das letzte Wegstück durchschneidet abschüssige Steilhänge, weswegen hier der Weg an einigen Stellen mit Seilen gesichert ist.
Der Wilde See entschädigt für sämtliche Anstrengungen, denn er ist einer der schönsten Bergseen Südtirols und mit 590 Metern Länge auch einer der größten. Im Norden ragt die Wilde Kreuzspitze (3132 m) auf und riegelt das bis zu 46 Meter tiefe Felsbecken gegen Norden ab. Dass sich hier bereits in prähistorischer Zeit Menschen aufhielten, bezeugt ein bronzezeitliches Beil, das in der Nähe gefunden wurde. Trotz des schroffen Geländes kann man den See umrunden, muss jedoch an der Nordostseite 100 Höhenmeter zum Pfunderer Höhenweg aufsteigen und über diesen zur Südspitze des Wilden Sees zurückkehren.
Rückweg.
Für den Rückweg folgen wir für etwa eine halbe Stunde der Aufstiegsroute und können dann bei einem Hirtenunterstand auf undeutlichem Pfad in die Hänge unterhalb der Domenarspitze wechseln. Es ist dies zwar kein richtiger Weg, aber das offene, von den weidenden Kühen terrassierte Gelände ermöglicht ein problemloses Querfeldeingehen. Wir halten auf den Marblsee zu, der am oberen Eck des weitläufigen, zur Labesebenalm abfallenden Plateaus liegt. Etwa 30 Minuten queren wir leicht ansteigend das Weidegelände und erreichen den linsenförmigen See, der wie ein Auge in die Almmatten eingebettet ist. Von allen Seiten spiegeln sich die Pfunderer Berge und ergeben eine herrliche Kulisse zur Rast, bevor wir den Abstieg ins Tal beginnen. Zunächst führt die Route durch ein Gatter hindurch, das direkt am Grat steht und steigt später steil zur Aschilaalm hinab. Auf dem Weg Nr. 9 verlieren wir rasch an Höhe und gelangen in den Lärchenwald zurück, den wir auf dem serpentinenreichen Pfad durchqueren. Rasch rückt das weite Plateau der Fanealm ins Blickfeld, bis unser Pfad am oberen Rand der Weiden in den Fahrweg zur Alm mündet. Um nicht die Serpentinen ausgehen zu müssen, können wir den am Zaun entlangführenden Wiesen- pfad benützen und kommen unmittelbar im Hüttendorf an.

Dauer: Fanealm – Labeseben-Alm 1.15 Std. – Wilder See 1 Std. – Marblsee 1.15 Std. – Aschilaalm 15 Min. – Fanealm 1 Std.; Gesamtgehzeit 4.30 Std. ;
Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied1085 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktFanealm (1739 m) im nördlichsten Valsertal
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterEine berühmte Alm, ein herrlicher Bergsee und eine wildreiche Schlucht bilden die Zutaten zu dieser Rundtour in den Pfunderer Bergen am Eingang zum Pustertal.
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt Wanderkarte 1:50000, Blatt WKS 4 (Sterzing); Kompass Wanderkarte 1:50000, Blatt 44 (Sterzing); Kompass Wanderkarte, 1:50000, Blatt 56 (Brixen)
VerkehrsanbindungVon der Brennerautobahn A 22 bei Franzenfeste auf der Pustertalstraße SS 49 bis Mühlbach, von hier nach Norden in der Nebensaison bis zur Fanealm (großer Parkplatz) bzw. in der Hauptsaison nur bis 2 km nördlich der Talstation der Jochtalseilbahn Bahnverbindung bis Mühlbach, Busverbindungen bis Vals/Jochtal (Talstation der Seilbahn)
GastronomieMehrere Gasthütten auf der Fanealm, Labesebenalm
Informationen
Alle drei Almen entlang unserer Wanderung sind berühmt für ihren Almkäse, der bereits im 16. Jahrhundert in Schriften erwähnt wird. Er trägt heute noch eine Art Qualitätssiegel in Form des Wappens der Herren von Wolkenstein.
Tourismusbüro
Tourismusverein Vals, Kulturhaus 116, I–39037, Tel.: 0472/547016, www.gitschberg-jochtal.com, info@gitschberg-jochtal.com

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