Durch die Höllentalklamm zur Höllentalangerhütte

Nach einem eher monotonen Zugang zur Höllentalklamm folgt ein hochinteressanter, aber stellenweise auch sehr nasser und rutschiger Klammdurchstieg (Regenbekleidung erforderlich!). Der anschließende Aufstieg zur Höllentalangerhütte ist steil und etwas mühsam, aber nicht schwierig. Der Rückweg auf dem Stangensteig kostet ebenfalls Mühe. Bei Nässe, Schneelage oder Vereisung kann es dort gefährlich werden. Sehr beliebt. (Autor: Siegfried Garnweidner)
9 km
915 m
3.00 h
Von Hammersbach neben der Straße zur Kapelle und zum Andenkenkiosk Hammersbach Hütt'n am Eingang zum Tal. Auf schmalem Sträßchen durch den Wald und lange mäßig steil hinauf, bis die Talstation der Materialseilbahn erreicht wird. Nun am Fußweg, zuletzt steilen Felsen entlang und zur kleinen Höllental-Eingangshütte (keine Übernachtungsmöglichkeit). Bei der Eingangshütte muss man gegen Eintritt durch ein Drehkreuz. Alpenvereinsmitglieder genießen zwar eine Ermäßigung, doch ganz umsonst ist auch für sie nichts mehr. Gleich hinter der Eingangshütte geht es in die spannende und arg nasse Klamm hinein. Der enge, aufwändige Steig wurde zwischen 1902 und 1905 in kühner Weise von der Alpenvereinssektion Garmisch-Partenkirchen gebaut. Die elektrische Beleuchtung in den Tunnels wird von einem kleinen Kraftwerk am Klammeingang mit Strom versorgt. Der aufregende Klammsteig führt auf 1026m Entfernung über zwei Brücken, durch zwölf Stollen und über 45m Wandsteg rund 150 Höhenmeter hinauf. Immer wieder wird man begeistert stehen bleiben, um aus allernächster Nähe das eindrucksvolle Naturschauspiel des herunterdonnernden Hammersbachs zu bewundern, bis man schließlich am oberen Ende aus der engen Klamm herauskommt. Dort stehen die Überreste eines Kraftwerks von 1916, das dem Bergwerk zur Stromversorgung diente. Eisen, Schwefelkies, Zinkspat, Blei und Molybdän sind früher einmal dort abgebaut worden, aber das ist längst vorbei. Der Bergweg führt nach rechts aus dem Tal hinaus und steigt zur Höllentalangerhütte an.
Wer Abwechslung mag, geht am Stangensteig zurück. Er wurde für die Knappen angelegt. Noch oberhalb der Höllentalklamm zweigt der Weg zum Stangensteig rechts ab, führt über den Hammersbach und steigt am jenseitigen Hang über Treppenstufen an. Anschließend geht es mehrmals auf und ab und an den oberen Rand der Höllentalklamm heran. Die Klamm überwindet man auf der 29m langen und 73m hohen Eisernen Brücke. Wer schwindelfrei ist, bleibt in der Mitte der Brücke stehen und genießt den reizvollen Blick direkt in die Klamm hinunter. Hinter der Brücke steigt der Stangensteig wieder an, und damit er auch im Winter gefahrlos für die Knappen begehbar war, wurde er seinerzeit mit einem Ausweichtunnel durch die Wand versehen. Heute ist dieser Tunnel nicht mehr zugänglich, und deshalb ist der Wegabschnitt bei Eis oder Schneelage sehr gefährlich, weil Lawinen und Eisschlag drohen. Der Steig taucht anschließend in den Stangenwald ein und führt durch schattigen Buchenwald zum Aufstiegsweg zurück, dem man nach Hammersbach folgt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied915 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHammersbach.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDie Höllentalangerhütte, am oberen Rand der Höllentalklamm gelegen, wurde schon im Jahr 1893 erbaut. Sie ist ein Stützpunkt für alle jene Bergsteiger, welche die Zugspitze in Angriff nehmen wollen. Doch auch für Tagesgäste, die durch die wilde Höllentalklamm heraufkommen, ist sie eine angenehme Rast.
Beste Jahreszeit
KartentippUK L 31 »Werdenfelser Land«, 1:50000, Bayer. Landesvermessungsamt; Kompass Wanderkarte, 1:50000, Blatt 5; Freytag & Berndt Wanderkarte, 1:50000, Blatt 322.
MarkierungenWegtafeln.
VerkehrsanbindungMit der Bahn ab Innsbruck oder München bis Garmisch-Partenkirchen und anschließend mit der Bayerischen Zugspitzbahn nach Hammersbach. Mit dem Auto auf der Autobahn bis zum Ende bei Eschenlohe. Dann auf der Bundesstraße durch Garmisch-Partenkirchen und weiter Richtung Reutte. Bei Grainau abzweigen bis zum großen Parkplatz kurz vor Hammersbach.
GastronomieHöllental-Eingangshütte, Höllentalangerhütte.
Tipps
Lese-Tipp. In der Höllental-Eingangshütte kann man ein lesenswertes Heftchen über die abenteuerliche Geschichte des touristischen Ausbaus der Höllentalklamm kaufen.
Unterkunft
Höllentalangerhütte
Tourismusbüro
Grainau.
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