Durch die Feuersteinschlucht

Wiesen- und Waldwege. Steige mit und ohne Stufen (Autor: Martina Gorgas)
Unser Ausgangspunkt, das kleine Dorf Bernbeuren, liegt eingebettet in hügeliges Voralpenland. Über die wildromantische Feuersteinschlucht und den Jägersteig geht es auf den 1055 m hohen, kegelförmigen Auerberg. Von seinem Gipfel bzw. vom Kirchturm der St. Georgskirche erwartet uns bei klarer Sicht ein unbeschreibliches Alpenpanorama – vom Wendelstein im Osten über das Wettersteingebirge und die Ammergauer Alpen bis hin zu den Allgäuer Alpen und dem Bregenzer Wald im Westen.
Vom Marktplatz in Bernbeuren folgen wir der Ausschilderung zum Auerbergmuseum und gehen ein kurzes Stück auf der Fahrstraße ortsauswärts in Richtung Auerberg, vorbei am Abzweig zur Kneippanlage. Weiter geht es rechts, dem Wegweiser zur Feuersteinschlucht folgend. Auf einem schmalen Pfad wandern wir über saftige Wiesen und an einer Pferdeweide vorbei. Wenig später zweigt rechts am Waldrand ein schmaler Steig ab, in Richtung Feuersteinschlucht. Der Name der Schlucht kommt übrigens von den früher hier gefundenen Feuersteinen, besonders hartem Kieselgestein, das bereits in der Steinzeit für schneidende Waffen und Werkzeuge verwendet wurde. Auch wenn man heute vermutlich keine Feuersteine mehr findet, haben Kinder sicher Spaß daran, in der verwunschenen Schlucht zu spielen.
Ideal für heiße Sommertage
Bei angenehmer Kühle und unter Schatten spendenden Bäumen wandern wir anschließend am Bach entlang und kommen dann über Stege zu einem kleinen Wasserfall. Weiter geht es auf Geröll bzw. auf einem Waldweg, zuerst eben, dann bergauf. Erneute Stufen und zahlreiche Wurzeln begleiten uns auf unserem Weg aus der Schlucht. Unterwegs haben wir immer wieder schöne Ausblicke auf die unter uns liegende Feuersteinschlucht.
Der Weg verläuft jetzt oberhalb des Baches, den wir wenig später auf einer Brücke überqueren. Über eine Lichtung kommen wir erneut in den Wald und wandern gemächlich bergauf. Mit etwas Glück – und wenn wir leise genug waren – gelingt es uns, im angrenzenden Wildgehege das dort lebende Rot- und Damwild auszumachen.
Über den Jägersteig auf den Auerberg
Nach etwa 45 Minuten verlassen wir den Wald, gehen ein kurzes Stück an der Straße entlang und überqueren sie in Richtung Auerberg. Rechts machen wir leicht erhöht und zwischen Bäumen die St. Georgskirche auf dem Auerberg aus, deren Aussichtsplateau wir später noch erklimmen werden. Unser Ziel, der Auerberg, rückt allmählich näher. Im weiteren Verlauf kommen wir am Honeles Hof vorbei und wandern auf einem kleinen Teersträßchen bergauf. Unser Weg schlängelt sich durch saftige Wiesen und verläuft leicht erhöht am Waldrand mit schönem Blick auf Bernbeuren und die dahinter liegenden Hügel. Beim nächsten Abzweig halten wir uns rechts in Richtung Jägersteig/Auerberg und steigen nun auf dem Jägersteig abwechselnd im Wald und am Waldrand steil bergauf. An der Wegkreuzung bleiben wir auf dem oberen Weg. Unterwegs bietet sich immer wieder ein traumhafter Blick zu den Alpen, in das Auerbergland und in den Pfaffenwinkel.
Picknick oder ins Gasthaus?
Wenig später verlassen wir den Wald, wandern über Almwiesen und machen rechts von uns erneut die St. Georgskirche und das Gasthaus am Auerberg aus, das wir kurz danach erreichen. Wer statt der Einkehr im Gasthaus ein zünftiges Picknick favorisiert, findet hier einen schönen Lagerplatz.
Nachdem wir uns ausgeruht und gestärkt haben, erwartet uns ein weiterer, allerdings kürzerer Aufstieg: der zur Aussichtsplattform auf dem Turm der St. Georgskirche auf dem Auerberg. Bei gutem Wetter ist er wegen des fantastischen Ausblicks unbedingt zu empfehlen.
Zurück auf dem Prälatenweg
Der deutlich bequemere, aber auch weniger abwechslungsreiche Rückweg nach Bernbeuren verläuft auf der Südseite des Auerberges auf der gut markierten Teilstrecke des sogenannten Prälatenweges. Unterwegs kommen wir an schmucken Bergbauernhöfen vorbei und genießen den herrlichen Panoramabergblick, der sich uns bietet.
Kelten und Römer auf dem Auerberg
Hätten Sie vermutet, dass sich auf dem Auerberg die älteste dörfliche Siedlung der Römer in Bayern befunden hat? Und dass erste Besiedlungen sogar noch weiter zurückreichen? Spuren aus der Zeit um ca. 2500 vor Chr. wurden durch den Fund eines Steinbeils belegt. Zwischen 1200 und 1000 vor Chr. siedelten hier die Illyrer aus dem Balkan. Einen wichtigen Entwicklungsschritt markierten ab dem 8. Jahrhundert vor Chr. die eingewanderten Kelten. Sie brachten die neue Technik des Salzbergbaus sowie der Eisenverhüttung und -verarbeitung mit. Am Auerberg soll damals eine keltisch-römische Festung mit dem Namen Damasia angelegt worden sein. Ausgrabungen lassen darauf schließen, dass es hier eine kleine Siedlung mit einer Therme, einer Fabrica und anderen Gebäuden gegeben hat, die von einer weitläufigen Stadtmauer umgeben war. Wenn Sie mehr über die römische Vergangenheit des Ausflugsberges erfahren möchten, besuchen Sie doch nach der Wanderung das sehenswerte Auerbergmuseum in Bernbeuren.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortBernbeuren
AusgangspunktBernbeuren
EndpunktBernbeuren
TourencharakterDieser familienfreundliche Ausflug führt Sie an den Westrand des Pfaffenwinkels, dort wo Pfaffenwinkel und Allgäu zusammentreffen.
Hinweise
Auerbergmuseum im Kiebelehaus Mühlenstraße 9, 86975 Bernbeuren, Tel. 08860/ 210, geöffnet 18. Apr.–Okt. Sa 15–17 Uhr, So 14– 17 Uhr und an Feiertagen, Eintritt Erwachsene € 2,50, Kinder (6–14 Jahre) € 0,50
KartentippKompass Nr. 179, Pfaffenwinkel, 1:50 000
VerkehrsanbindungAuto. Auf der A 96 München– Lindau bis Ausfahrt Landsberg am Lech; dort rechts in Richtung Füssen bis Bernbeuren fahren; in Bernbeuren der Ausschilderung zum Auerbergmuseum folgen und am Marktplatz parken Bahn: Bahnlinie München– Kaufbeuren; von Kaufbeuren mit der Regionalbahn nach Marktoberdorf; von dort mit dem Anruf-Sammel-Taxi nach Lechbruck am See (Voranmeldung bitte bis 1 Stunde vor Abfahrt, Tel. 08342/194 10); ab Lechbruck mit dem Bus 9821 Richtung Schongau, Haltestelle Bernbeuren, Marktplatz Auto: Auf der A 96 München– Lindau bis Ausfahrt Landsberg am Lech; dort rechts in Richtung Füssen bis Bernbeuren fahren; in Bernbeuren der Ausschilderung zum Auerbergmuseum folgen und am Marktplatz parken Bahn. Bahnlinie München– Kaufbeuren; von Kaufbeuren mit der Regionalbahn nach Marktoberdorf; von dort mit dem Anruf-Sammel-Taxi nach Lechbruck am See (Voranmeldung bitte bis 1 Stunde vor Abfahrt, Tel. 08342/194 10); ab Lechbruck mit dem Bus 9821 Richtung Schongau, Haltestelle Bernbeuren, Marktplatz
GastronomiePanoramagasthof auf dem Auerberg Süßschnäbel werden begeistert sein von den hausgemachten Kuchen und Torten, die auf der Terrasse des Panoramagasthofs auf dem Auerberg serviert werden. Natürlich bietet die Küche auch Salziges und Pikantes – je nach Uhrzeit als warme Gerichte oder als kalte Brotzeit. Auerberg 2, 86975 Bernbeuren, Tel.08860/235, Fax 08860/85 63, info@auerberghotel. de, www.auerberghotel.de
Tipps
St. Georgskirche auf dem Auerberg Auf dem höchsten Punkt des Auerbergs steht die schlichte St. Georgskirche, die vermutlich in romanischer Zeit entstanden ist. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde sie durch den Chor und das Langhaus erweitert. Dort befindet sich die Figur des Schutzpatrons der Kirche, der Heilige Georg mit dem Drachen von 1675. Das Gotteshaus ist bis heute Wallfahrtskirche und Ziel des alljährlich stattfindenden Georgirittes. Früher war die Kirche vom Auerberger Friedhof umgeben. Die im Kern spätmittelalterliche Ummauerung ist noch erhalten. Seit einigen Jahren besitzt der Turm der St. Georgskirche eine Aussichtsplattform, die auf einer engen Treppe, vorbei an der alten Glocke, erreicht werden kann. Scheuen Sie die Mühe nicht: Bei gutem Wetter haben Sie von dort das ganze Alpenpanorama vor Augen.
Informationen
Tourist Information, Seeweg 4, 87629 Füssen-weißensee, Tel. 08362/65 00, Fax 08362/392 65, www.fuessen-weissensee.de, touristinformation@fuessen-weissensee.de
Tourismusbüro
Gemeinde Bernbeuren, Marktplatz 4, 975 Bernbeuren, Tel. 08860/910 10, Fax 08860/91 01 15, Gemeinde@Bernbeuren.de, www.Bernbeuren.de

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