Durch die Fernerbachschlucht

Im hintersten Ridnauntal zum Pfurnsee.
Anspruchsvolle Bergwanderung mit knapp 1000 m Höhenunterschied entlang eines ausgebauten Schluchtsteigs und teils steilen und steinigen Bergpfaden; ausreichende Kondition und Trittsicherheit sind notwendig (Autor: Peter Mertz)
Durch die Fernerbachschlucht.
Vom Parkplatz beim Bergbaumuseum folgen wir nur kurz der Fahrstraße und biegen gleich nach rechts ins Tal des Fernerbachs ein. Ein neu errichteter Schluchtsteig führt den tosenden Gebirgsbach entlang, der von dunklen Bergwäldern und steil aufragenden Felswänden eingeschlossen wird. Immer wieder sehen wir vom Holzsteg auf die Kaskaden und Wasserfälle des ungezähmten Gebirgsbachs. Einmal fällt ein Wasserfall mehr als zehn Meter über eine Felswand herab. Knapp vor dem Aglsboden überqueren wir den Bach und verlassen wenig später nach rechts das Flusstal. Ein serpentinenreicher Weg windet sich nun durch Hochwald zur Aglsalm hinauf, die auf 2004 Meter Meereshöhe schon oberhalb der Waldgrenze aussichtsreich auf einem Karboden liegt. Im Sommer sind die Grashänge von blühenden Raritäten wie Alpenrosen, Anemonen und Enzianen übersät, die von den Ziegenherden als saftige Bergkräuter und somit als willkommenes Futter betrachtet werden.
Der Aufstieg zum Pfurnsee.
Sozusagen ein Stockwerk höher erreichen wir nach weiteren 400 Höhenmetern Anstieg über mäßig steile, teils von Felsen durchsetzte Grashänge auf steinigem Pfad den malerischen Pfurnsee. Selbst geologisch Unkundige erkennen, dass der malerische Gebirgssee in einem von den Eiszeitgletschern ausgeschürften Becken liegt. Er misst stattliche 400 Meter Länge bei einer Breite von 220 Metern, wobei sich die Tiefe mit nur wenigen Metern bescheiden ausnimmt. Im Rücken buntes Schiefergestein, das am Nordrand des Felsenbeckens beinahe senkrecht aufragt und sich bei Windstille farbenfroh im dunklen Wasser spiegelt, genießen wir nach Westen den herrlichen Ausblick zur Südwestseite der Stubaier Alpen mit dem Wilden Freiger.
Der Rückweg.
Für den Abstieg wählt man gewöhnlich den Aufstiegsweg. Erfahrenen und konditionsstarken Wanderern bietet sich die Möglichkeit, die Tour zu einer Runde auszuweiten. Dazu steigen wir vom Pfurnsee weiter ins alpine Gelände hinein und queren auf felsigem Pfad zur Teplitzer Hütte (2586 m). Über einen weiteren Bergpfad steigen wir zur Grohmannhütte hinab, die jetzt Übeltalferner Hütte (2254 m) heißt. Hier wechseln wir auf Weg Nr. 9, um weiter durch schroffes Gelände ins Tal des Fernerbachs zu gelangen und weiter in Richtung Sennbodenalm abzusteigen. Nur wenig später treffen wir nach dem Almgelände auf den Aufstiegsweg zur Aglsalm und kehren auf dem bereits bekannten Schluchtsteig zum Ausgangspunkt am Ende des Ridnauner Tals zurück.

Dauer: Maiern – Aglsboden 1 Std. – Aglsalm 1.15 Min. – Pfurnsee 45 Min. – Maiern 2.15 Std.; Gesamtgehzeit 5.15 Std; Variante über Teplitzer Hütte zusätzlich 1.15 Std ;
Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied1265 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktMaiern (1507 m), Parkplatz am Bergbaumuseum von Ridnaun, etwa 2 km taleinwärts von Maiern im hintersten Talschluss
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterWer ins hinterste Ridnauntal zum Wandern kommt, ist ein Freund von Natur, Bergen und ursprünglicher, unberührter Landschaft. Dies trifft vor allem auf das einsame Schluchttal des Fernerbachs zu, das bei den Erzaufbereitungsanlagen nahe Meiern auf den Talboden des hinteren Ridnauner Tals trifft. Erfahrenen Berggehern ist die Ridnauner »Sieben-Seen-Runde« ein Begriff, die als ausgewachsene Tagestour mehrere Stunden durch die Bergwelt der südlichen Stubaier Alpen zieht. Wir begnügen uns entlang unserer Runde mit dem Pfurnsee, der wegen seiner Lage und Größe zu den schönsten Gebirgsgewässern Südtirols gehört.
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt Wanderkarte 1:50000, Blatt WKS 4 (Sterzing–Brixen)
VerkehrsanbindungAuf der Brennerautobahn A 22 nach Sterzing, von dort nach Westen ins Ridnauntal (beschildert) bis zum Ende der öffentlichen Straße am Bergbaumuseum Busverbindung von Sterzing ins Ridnauntal mit Haltestellen in jeder Ortschaft bis in den Talschluss
GastronomieGasthof und Hotel in Maiern, Aglsalm, Teplitzer Hütte, Übeltalferner Hütte
Tourismusbüro
Tourismusverein Ratschings/Ridnaun, I–39040 Gasteig, Tel.: 0472/760608, www.ratschings.org, info@ratschings.org

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Peter Mertz

Wandern am Wasser in Südtirol

Wasser ist nicht nur für Kinder faszinierend. Die familienfreundlichen Wanderungen führen zu den schönsten und reizvollsten Wasser-Schauplätzen Südtirols.

Jetzt bestellen
Mehr zum Thema