Durch den Taubergießen

Bequeme Waldwanderung mit Aussichtsstellen. (Autor: Chris Bergmann)
11 km
30 m
3.00 h
Von der Informationsstelle Zollhaus Taubergießen folgen wir dem Rheindamm aussichtsreich stromaufwärts, links fällt der Blick in die baum- und buschreichen Randzonen des Taubergießen, rechts schiebt sich eine bewaldete Dammzunge zwischen den aufgestauten Innenrhein und den begradigten Tulla'schen Rhein. Schon bald lädt rechts unten an einer Stelle mit viel Reet eine geräumige Beobachtungshütte dazu ein, dem regen Vogelleben auf und an der seeartigen Wasserfläche zuzusehen. Wir folgen weiter dem aussichtsreichen Kiesweg auf der Krone des Deichs und biegen an der ersten Verzweigung halb rechts zum Wasser ab (Rheinauenweg). Die hölzerne Herrenkopfbrücke bietet einen schönen Blick über das Wasser, an der Brücke laden Tisch und Bänke zur Rast, und Lehrtafeln erläutern Folgen der Rheinkorrektion.
Angekommen am Rhein, warnt ein Gefahrenschild, dass die Kraftwerke rasch ansteigende Hochwässer auch bei schönem Wetter verursachen können. Wir wandern stromaufwärts, und schon bald biegt der Kormoranweg links auf einen schmalen Weg ab, der sich durch den Bannwald schlängelt und einen Altarm auf einer Brücke überquert.
Hier ruht jede forstliche Nutzung, die weitere Entwicklung des Waldes ist sich selbst überlassen. Am ersten Weg geht es links weiter und zurück zur Infotafel an der Herrenkopfbrücke. Wir gehen nicht ganz zurück zum Hochwasserschutzdeich, sondern zweigen auf den ersten Weg rechts ab (keine Markierung, vor dem röhrichtgesäumten Teich) und folgen ihm innerrheinaufwärts im Auenwald. Hinter einer steinernen Furt, die bei hohen Wasserständen überflutet sein kann, läuft der Weg links auf den Hochwasserdeich zu, wir nehmen den hier rechts abzweigenden Weg. Wenn dieser bei Deichkilometer 4 erneut auf den Hochwasserdeich trifft, folgen wir der Krone rechts Richtung Zuckerbrücke auf einem schönen ungekiesten Feldweg.
An der Verzweigung mit Blick auf den Freizeitpark Rust geht es auf dem Steinköpfleweg rechts über die steinerne Zuckerbrücke und geradeaus in den Wald hinein, gleich rechts schwingend an der Rappenkopfbrücke vorbei. Wenn der Waldweg wieder auf den Hochwasserdeich trifft, können wir der Krone des letzteren zum Ausgangspunkt beim Zollhaus Taubergießen folgen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied30 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktInformationsstelle Zollhaus Taubergießen in Rhinau auf der rechten Seite des Rheins beim Anleger der Rheinfähre.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDiese leichte Waldwanderung führt durch den Taubergießen, eines der bedeutendsten Auenwald- und Feuchtbiotope im Vorfeld des Schwarzwalds.
Beste Jahreszeit
KartentippWanderkarte 1:25000 Naturschutzgebiet Taubergießen, erhältlich am Ausgangspunkt im Zollhaus Taubergießen.
MarkierungenBlaue Wellen (Rheinauenweg) und Kormoran (Kormoranweg).
VerkehrsanbindungAnfahrt auf der A5 Basel – Karlsruhe Ausfahrt Ettenheim und via Kappel-Grafenhausen Richtung Rhinau (Rheinau).
GastronomieKiosk am Ausgangspunkt.
Tipps
Taubergießen – Urwald zu Füßen des Schwarzwalds. Der Taubergießen in einer Gabelungszone des Oberrheins zählt zu den bedeutendsten Auenwald- und Feuchtbiotopen Mitteleuropas und hat internationale Bedeutung als Rast- und Überwinterungsgebiet zahlreicher Vogelarten. Mit seinem kilometerlangen Netz sich verzweigender und wieder vereinigender Altarme, gesäumt von Röhrichten und mehrstöckigen Auenwäldern, erstreckt sich das größte Naturschutzgebiet Baden-Württembergs auf einer Länge von 12km und einer Breite von bis zu 2,5km zwischen dem Tulla'schen Rhein und der Blinden Elz auf dem Gebiet der Gemeinden Rheinhausen, Rust und Kappel-Grafenhausen sowie der elsässischen Gemeinde Rhinau (Rheinau). Da sich der Lauf des Rheins bis zur Tulla'schen Rheinkorrektion ständig änderte, lagen diejenigen Gebiete, die heute rechts des Tulla'schen Rheins zur Gemeinde Rhinau gehören, im 16. Jh. links des Rheins; 1542 wurde der Vertrag über den Besitz der Gemeinde Rhinow geschlossen, er wurde nicht mehr geändert, als der Hauptstrom später sein Bett verlagerte und schließlich Tulla ab 1817 die Rheinkorrektion durchführte. Der Ausgangspunkt der Wanderung liegt auf französischem Gebiet. Die Westgrenze des Naturschutzgebiets folgt über weite Strecken der deutsch-französischen Grenze in der Mitte des tullaschen Rheins. Auf französischer Seite liegt zwischen dem Tulla'schen Rhein und dem Grand Canal d'Alsace (Großer Elsass-Kanal) die 10km lange Insel Rhinau (Ile de Rhinau). Der Südteil dieser Insel mit zum Teil urwaldähnlichen Auenwäldern wird von Reihern bewohnt und ist Naturschutzgebiet, in den Wintermonaten sammeln sich in den Pappeln mehr als 200 Kormorane. Im Nordosten der Insel mündet der von Straßburg kommende Rhein-Rhône-Kanal in den Großen Elsass-Kanal, vier Schleppkähne haben in der riesigen Schleuse von 185m Länge und 12m Breite Platz; die Verwaltungsgebäude entwarf Le Corbusier. Die Südgrenze des Naturschutzgebiets Taubergießen bildet der Leopoldskanal, an den sich südlich das Naturschutzgebiet »Rheinniederung Wyhl-Weisweil« anschließt.
Tourismusbüro
Verkehrsamt Rust, Fischerstraße 51, 77977 Rust, www.rust.de; Touristik-Information Kappel-Grafenhausen, Rathausstraße 13, 77966 Kappel-Grafenhausen, www.kappel-grafenhausen.de; Office de Tourisme, 35, rue du Rhin, 67860 Rhinau, www.rhinau.com (auch auf Deutsch); Gemeinde Rheinhausen, Hauptstraße 152, Postfach 1140, 79365 Rheinhausen, www.rheinhausen.info/

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Chris Bergmann

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