Durch den Park von Sanssouci

Abwechslungsreicher Spaziergang auf bequemen Wegen. (Autor: Tassilo Wengel)
10 km
90 m
2.00 h
Von der Straßenbahnhaltestelle Brandenburger Straße gehen wir durch die Fußgängerzone Brandenburger Straße bis zum Brandenburger Tor am Luisenplatz, das 1770 von Georg Christian Unger und Karl von Gontard erbaut wurde. Wir folgen der Allee nach Sanssouci zum Eingang von Park Sanssouci. Hier steht neben dem Grünen Gitter im Marlygarten die Friedenskirche, nach italienischem Vorbild zwischen 1844 und 1864 von Ludwig Persius, Friedrich August Stüler sowie Ludwig Ferdinand Hesse erbaut, die die Grabstätte König Friedrich Wilhelms IV. ist. Unser Weg führt die Straße am Grünen Gitter weiter, wir biegen nach rechts und steuern direkt auf das Schloss Sanssouci zu, das oberhalb der Weinbergterrassen steht. Erbaut wurde es von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff 1745–1747 nach Skizzen von König Friedrich II. im Stil des Rokoko. Rechts neben dem Schloss steht die Bildergalerie und links davon sind die Neuen Kammern. Wir schwenken bei der Großen Fontäne vor den Schlossterrassen nach links, gehen auf der Hauptallee bis zum Musenrondell unterhalb der Neuen Kammern und wenden uns dort nach links. Zwischen den Wiesenflächen gelangen wir zum Chinesischen Teehaus, das Johann Gottfried Büring 1754–1757 erbaute. Vom Teehaus folgen wir dem Weg weiter, überqueren den Schafgraben und gelangen zu den Römischen Bädern, die 1829–1840 von Karl Friedrich Schinkel und Ludwig Persius erbaut wurden. Dieses malerische Ensemble besteht aus Gärtnerhaus mit Teepavillon und Pergola an einem Teich, dem Bad mit Atrium und Thermenhalle im pompejanischen Stil sowie einer kleinen Gartenanlage. Unweit davon befindet sich das Schloss Charlottenhof, das zwischen 1826 und 1829 für das Kronprinzenpaar Friedrich Wilhelm und Elisabeth im romantisch-klassizistischen Stil entstand. Es gilt als eines der Hauptwerke Schinkels, die umgebende Gartenanlage trägt die Handschrift Peter Joseph Lennés. Von hier führt unser Weg an Hippodrom und Fasanerie vorbei zur Lindenavenue. Hier schwenken wir nach rechts und gelangen direkt zum Neuen Palais (1Std.).
Dieser prunkvollste Schlossbau Friedrichs des Großen umfasst mehr als 200 Räume, unter anderem die Wohnung des Königs, einen Grottensaal sowie den Marmorsaal mit Wand- und Deckengemälden aus der antiken Mythologie und der Pesne-Galerie. Erbaut wurde dieser Prachtbau 1763–1769 nach Plänen von Johann Gottfried Büring, Heinrich Ludwig Manger und Karl von Gontard, als Maler waren vor allem Antoine Pesne, Jean Restout, Jean Baptiste und Charles André Vanloo tätig. Als besondere Kostbarkeit gilt das Schlosstheater im südlichen Seitenflügel. Im Rehgarten vor dem Neuen Palais verdienen der Freundschaftstempel und der Antikentempel Beachtung, hinter dem Neuen Palais gegenüber vom Ehrenhof die Communs, palastartige Pavillons. Hier setzen wir unseren Spaziergang auf der Straße Am Neuen Palais fort und erreichen die Maulbeerallee.
Wir schwenken nach rechts, auf dem Klausberg erheben sich Belvedere und Drachenhaus, unser Weg führt am Botanischen Garten vorbei zur Neuen Orangerie. Sie wurde 1851–1864 nach Entwürfen von Friedrich Wilhelm IV. und Ludwig Persius von Friedrich August Stüler und Ferdinand Hesse nach dem Vorbild der Villa Medici in Rom erbaut. Römischen Vorbildern des 16. und 17.Jh. folgte auch die nach Süden gerichtete Terrasse mit Wasserbecken und Rabatten. Von der Orangerie folgen wir weiter der Maulbeerallee zur Historischen Windmühle, die 1993 anlässlich der 1000-Jahr-Feier Potsdams nach historischem Vorbild neu errichtet wurde. Dort schwenken wir nach links, folgen der Straße An der Orangerie zur Ribbeckstraße und haben das Krongut Bornstedt erreicht (1:30Min.). 1304 erstmals als Bornstede erwähnt, wurde es nach einem verheerenden Brand 1846 unter König Friedrich Wilhelm IV. als sein »italienisches Dörfchen« wieder errichtet. Dieses Ensemble besteht aus Herrenhaus mit Weinkeller, einem Brau- und Brennhaus, der Remise mit Hofbäckerei, einer Glashütte, der Weinscheune sowie dem Wasch-, Back- und Schlachthaus.
Vom Krongut Bornstedt gehen wir zurück, folgen der Maulbeerallee weiter und biegen nach rechts in die Schopenhauerstraße. Sie führt zum Luisenplatz mit dem Brandenburger Tor, von dem wir auf bekanntem Weg durch die Brandenburger Straße zur Straßenbahnhaltestelle gelangen (2Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied90 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHaltestelle der Tram 90, 95, 97 Brandenburger Straße.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDer Park Sanssouci gehört mit seinen zahlreichen Baudenkmälern und Gartenanlagen zu den bedeutsamsten Sehenswürdigkeiten in Brandenburg. Auf einem schönen Spaziergang bietet sich Gelegenheit, dieses Kulturdenkmal, das 1990 in die Liste des Natur- und Kulturerbes der UNESCO aufgenommen wurde, zu genießen.
Beste Jahreszeit
KartentippStadtplan von Potsdam.
Markierungenkeine
VerkehrsanbindungS-Bahn: S1 Oranienburg–Potsdam, mit Straßenbahn 90, 95, 97 bis Haltestelle Brandenburger Straße. Auto: A10, Ausfahrt Potsdam Nord oder Potsdam Süd.
GastronomieZahlreiche Gaststätten und Cafés in der Brandenburger Straße. Park Sanssouci: Café Restaurant am Neuen Palais. Bornstedt: Krongut Bornstedt, Ribbeckstraße 6/7.
Tipps
Chinesisches Teehaus. Eines der bedeutsamsten Beispiele europäischer Chinoiserie ist das Chinesische Teehaus, das Johann Gottfried Büring nach einer Idee des Königs baute. Von einem kreisrunden Mittelsaal gehen drei Kabinette strahlenförmig ab, Palmensäulen dazwischen tragen das geschweifte Zeltdach mit einem tambourartigen Aufsatz. Am Fuß der Palmensäulen und zwischen den rundbogigen Fenstern sitzen oder stehen musizierende und Tee trinkende Chinesen als vergoldete Sandsteinfiguren, die von den Bildhauern Johann Peter Benckert und Johann Mathias Heymüller 1755 und 1756 geschaffen wurden.
Unterkunft
Hotel am Jägertor****, Tel. 0331/2011100, Fax 0331/2011333; Hotel Mercure Berlin Potsdam, Lange Brücke, Tel. 0331/2722, Fax 0331/293496.
Tourismusbüro
Potsdam-Information, Friedrich-Ebert-Straße 5, 14467 Potsdam, Tel. 0331/27558-0, Fax 0331/2755889, E-Mail: information@potsdam.de

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