Durch den Hölltobel zur Dietersbachalpe

Auf zwei Wegen zum Museumsdorf Gerstruben. Leichte Wanderung auf Wirtschaftswegen; lediglich der Weg durch den Hölltobel erfolgt auf angelegtem, aber gut gesichertem Steig mit Geländern. Mit Sportkinderwagen können wir – unter Umgehung des Höllentobels – auch bis zur Dietersbachalpe hochfahren. (Autor: Heinrich Bauregger)
17 km
530 m
5.00 h
Hoch über dem Trettachtal liegt versteckt der Weiler Gerstruben, eine einzigartige Höhensiedlung bestehend aus fünf Holzhäusern einschließlich Kapelle, deren Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen. Die ältesten noch bestehenden Gebäude datieren aus den Anfängen des 17. Jahrhunderts. Als Dauersiedlung endete diese Gründung von Lechtaler Bauern Ende des 19. Jahrhunderts. Zwei Zustiegswege führen zu dieser verkehrsfreien, unter Denkmalschutz stehenden Anlage - Zum einen das geteerte, aber für den öffentlichen Verkehr gesperrte Zufahrtssträßchen, zum anderen der aufregende Steig durch den Hölltobel. In Gerstruben können wir Rast machen und im dortigen Berggasthaus einkehren.
Falls wir noch genug Energie haben, wandern wir in dem schönen Dietersbachtal weiter bis zur Gerstrubener Alpe, die ebenfalls denkmalgeschützt ist, und weiter bis zur Dietersbachalpe, wo wir umkehren, denn der Weiterweg über den Älpelesattel wäre dann doch zu anstrengend und für Kinder zu weit. Die Dietersbachalpe – unser Endziel – ist eine Hochalpe, die Gerstrubener Alpe davor die Niederalpe des gleichen Bauern, beide sind daher nur wechselweise bewirtschaftet.
Die Route.
Vom Parkplatz Renksteg folgen wir zunächst dem ausgeschilderten Wirtschaftssträßchen durch Wiesen in Richtung Trettachtal und steigen dann an zum Golfplatz. Noch bevor wir die Trettach erreichen, biegen wir rechts in den Weg zum Christlessee ein. Wir folgen nun der Markierung des Fernwanderwegs E 5 bis dorthin. Vor dem See halten wir uns links, queren das Sträßchen nach Spielmannsau, halten uns bald links und folgen nach dem Dietersbach rechts dem unauffälligen Pfad in den Hölltobel.
Zunächst geht es über Wiesen, dann im Bachtal bald durch Wald steil aufwärts. Der gut gesicherte Steig berührt nur kurz den tief eingeschnittenen Tobel, aber bald schon können wir einen kleinen Abstecher zu einem Wasserfall mit Plattform machen, bevor wir die Zufahrtsstraße nach Gerstruben erreichen. Die letzten Meter zum Gasthof sind bereits sehr aussichtsreich und bald erkennen wir auch die berühmte Höfats im Talhintergrund. Falls wir mit kleineren Kindern unterwegs sind, machen wir beim Gasthof kehrt und wandern über die Zufahrtsstraße bequem wieder talwärts. Neben dem reizvollen Bergdorf-Ensemble können wir etwas unterhalb am Dietersbach noch ein altes Sägewerk bewundern. Dann folgen wir knapp unterhalb des Gasthofs dem Alpweg talein ins Dietersbachtal, vorbei an einer schönen Ahornallee, und erreichen auf gemütlichem Weg die Gerstrubener Alpe. Dahinter steigt der Weg etwas an und bald schießen ein paar Bächlein links herab. Am Talschluss erwartet uns dann neben der Dietersbachalpe auch noch ein großer Wasserfall.
Zugangsvariante 1.
Von Oberstdorf folgen wir ab den Parkplätzen an der Nebelhornbahn den Ausschilderungen »Spielmannsau« und »Gerstruben« ins Trettachtal. Unser Wanderweg folgt dabei dem schattigen Ufer der Trettach. Ein Abstecher führt uns hier zu einem kleinen Moorbad und dem Gasthaus Alpenrose. Aber wenn wir die ganze Strecke an einem Tag bewältigen wollen, bleibt hierfür kaum Zeit. Beim Gasthaus Jägerstand queren wir links über die Brücke und wandern am anderen Ufer weiter. Unser Weg verlässt nun die Trettach und führt am Bergfuß entlang über den Weiler Gruben nach Dietersberg. Dort zweigt links der Fahrweg ins Dietersbachtal ab. Wir wandern weiter im Tal, bis kurz vor Gottenried links der Pfad zum Tobel abzweigt.
Zugangsvariante 2.
Der Tobelweg kann auf der gesperrten Fahrstraße nach Gerstruben ab dem Weiler Dietersberg umgangen werden. Diese Route ist auch für Kinderwagen geeignet. Für den Anstieg wie für den Abstieg von Gerstruben können wir auch den Wanderweg benutzen, der hinter Gottenried durch Wald und über den Weiler Raut hinauf ins Dietersbachtal führt.

Thermentour, kindgerechtes Wandern im Allgäu

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied530 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktOberstdorf, 813 m.
TourencharakterDauer -
Vom Parkplatz Renksteg nach Gerstruben 1.30 Std. (von Oberstdorf 2 Std.); Weiterweg zur Dietersbach-alpe 1.15 Std.; Rückweg ins
Tal 2.15 Std. (nach Oberstdorf 1.30 Std.); insgesamt 5 Std.
Höhenunterschied:
530 m im Auf- wie im Abstieg.
Hinweise
Ab 4 Jahren; die ganze Strecke bis zur Dietersbachalpe jedoch besser erst ab 6 Jahren.
KartentippTopographische Karte 1 - 50000 Allgäuer Alpen (BLVA).
VerkehrsanbindungAuto Auf der B 19 über Sonthofen und Fischen nach Oberstdorf. Parken an der Talstation der Nebelhornbahn (gebührenpflichtig). Oder besser nicht in den Ort hinein, sondern vorher der Ausschilderung nach Faistenoy bzw. zur Fellhornbahn folgen bis zum Wanderparkplatz Renksteg. Bahn/Bus Im Allgäu-Schwaben-Takt bis Oberstdorf; von dort weiter zu Fuß.
GastronomieBerggasthaus Gerstruben (1146 m), bewirtschaftet von Mai bis Ende Oktober sowie in den Weihnachts- und Osterferien; 20 Lager in einem rustikalen Nebenhaus; Tel.08322/4424. n Gerstrubener Alpe (1216 m); Niederleger, im Früh- und im Spätsommer einfach bew. n Dietersbachalpe (1325 m); Hochleger, von Mai bis Oktober einfach bewirtschaftet. n Café-Restaurant Christlessee (930 m), ganzjährig bewirtschaftet.
Tipps
Am Ortsrand von Oberstdorf gibt es den Ponyhof Boxler (Am Dummelsmoos 23; Tel. 08322/ 96210), wo wir einige Runden drehen können. Auf dem Gelände gibt es auch einen Kiosk. Der Ponyhof unternimmt auch vom Marktplatz in Oberstdorf Ausflüge mit den Pferdestellwagen in die autofreien Bergtäler. Geöffnet ist der Ponyhof von Ostern bis Anfang November von 14–17.30 Uhr; Ruhetage - Montag und Dienstag, in den Monaten Juli/August/ Oktober nur Montag.
Informationen
Tipp - Nach der Tour Entspannen in der Oberstdorf-Therme
Höchster Punkt
Dietersbachalpe, 1325 m
Unterkunft
Berggasthaus Gerstruben (1146 m), bewirtschaftet von Mai bis Ende Oktober sowie in den Weihnachts- und Osterferien; 20 Lager in einem rustikalen Nebenhaus; Tel.08322/4424. Gerstrubener Alpe (1216 m); Niederleger, im Früh- und im Spätsommer einfach bew. Dietersbachalpe (1325 m); Hochleger, von Mai bis Oktober einfach bewirtschaftet. Café-Restaurant Christlessee (930 m), ganzjährig bewirtschaftet.

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