Durch das Weißbachtal

Gemütliche Rundwanderung ohne anstrengende Steigungen, anfangs teilweise über Wiesen, später auf schönen Waldwegen entlang der Weißbach. (Autor: Tassilo Wengel)
11 km
141 m
3.00 h
Wir beginnen unsere Wanderung am großen Parkplatz beim »Haus des Gastes« in Hinterhermsdorf. Dort finden wir einen Wegweiser und eine große Tafel mit eingezeichneten Wanderwegen, wo wir den Verlauf der Tour schon mal erkennen können. Zunächst folgen wir dem Wegweiser Schäferräumicht, Taubenstein (gelber Querstrich) und kommen an schönen Umgebindehäusern vorbei zum Viebigt Born, einer sehenswerten Brunnenanlage. Dort biegen wir in den Oberdorfweg ein und nehmen Kurs auf das Schäferräumicht. Empfehlenswert ist die Besteigung des nahen Weifberges mit schöner Aussicht.
Räumichte sind Gebiete, die nach der Besiedlung des Dorfes als landwirtschaftlich genutzte Flächen oder als neuer Siedlungsplatz gerodet wurden. Auf einem mit Schotter befestigten Wiesenweg erreichen wir die Gaststätte Schäferräumicht, wandern zwischen Wiesen und Feldern, bis unser Weg in den Wald führt. Wir kommen zu einer Weggabelung mit Sitzplatz und Wegweiser, wenden uns nach links (Wegweiser Bammelweg, Weißbachtal, Markierung gelber Querstrich) und gehen auf einem breiten Waldweg allmählich aufwärts.
Auf der Kuppe überqueren wir die Kalkstraße, die noch an die Zeit erinnert, als ab 1547 bis in das 19. Jh. im Bereich der Oberen Mühle Kalk abgebaut und in einem Kalkofen gebrannt wurde.
Nun führt unser Wanderweg abwärts in das Weißbachtal, das im oberen Bereich ein offenes Wiesental mit alten Halden des einstigen Kalkabbaus ist. Während anfangs Buchen vorherrschend waren, dominieren später Fichten und niedrige Laubgehölze. Dazwischen leuchten im Sommer die karminroten Blütenstände des Großblütigen Fingerhuts, und andere Pflanzen der artenreichen Vegetation säumen den Uferrand der Weißbach.
Der Weg wird schmal, führt an bizarren Felsen vorbei und schlängelt sich am Ufer des Baches entlang. Diesen wunderschönen Weg sollte man langsam gehen und die fast unberührte Natur genießen. Fast eine Stunde wandern wir auf diesem herrlichen Weg an der Grenze zu Tschechien entlang, bis wir einen leichten Rechtsschwenk vornehmen.
Dort, wo sich an der Mündung in die Kirnitzsch das Tal öffnet, fällt eine artenreiche Feuchtwiese auf, die von einem dunklen Wald eingefasst ist. Rechts erheben sich Felswände, die teilweise von der Schwefelflechte besiedelt sind, und gelegentlich ragt aus den Felsspalten der Rote Holunder hervor, der im Sommer und Herbst mit seinen roten Früchten einen schönen Kontrast zur gelben Schwefelflechte bildet.
Unser Wanderweg führt nun auf eine Lichtung zu, »Im Loch« genannt, wo ein sehenswertes Umgebindehaus steht. Dazu gehört ein gepflegter Bauerngarten, wodurch das gesamte Ensemble einen geradezu romantischen Anstrich erhält. Unser Weg führt nun in den Wald, wo wir den Abzweig der Markierung gelber Querstrich nicht verpassen dürfen. Er führt vom breiten Waldweg nach links ab auf einen sehr schmalen, abwärts führenden Pfad, der wiederum auf eine Straße mündet. Hier gehen wir nach links und kommen an eine Sitzgruppe, die sich unter einem großen Stein befindet. Dann erreichen wir eine Gabelung mit Wegweiser. Hier bietet sich die Gelegenheit, direkt nach Hinterhermsdorf zurückzuwandern (30 Min.). Wir nehmen den Weg über den Taubenstein und wenden uns nach links, es folgt ein kurzer steiler Anstieg und schließlich ein Rastplatz mit Aussicht. Von dort führt unser Weg abwärts, an der Niedermühle vorbei auf den Lehmhübelweg und über Neudorf nach Hinterhermsdorf zurück.
Variante: Nach der Niedermühle kann man von der Markierung gelber Querstrich auf die Markierung roter Querstrich wechseln und den Wanderweg durch die Kirnitzschklamm fortsetzen. Durch die Klamm führt der Wanderweg zur Oberen Schleuse, mit der Möglichkeit einer Kahnfahrt. Von dort geht es zum Hermannseck, wo sich ein Aufstieg der Aussicht wegen anbietet.
Wer der Markierung roter Querstrich folgt, kommt zum Wettinplatz und erreicht über die Markierung grüner Querstrich Neudorf und Hinterhermsdorf (30 Min.). Steigt man vom Hermannseck wieder auf den ursprünglichen Wanderweg hinab, wechselt man zur Markierung blauer Querstrich.
Der romantische Weg führt nun zu Jans Loch, einem urigen Felsental, das nach einem Wildschützen benannt wurde. Unterhalb der Rabensteine weitet sich das Tal, und der Wanderweg geht in die Alte Böhmerstraße über, führt an der Marienquelle vorbei und kommt zur Stimmersdorfer Brücke. An der Niederen Schleuse vorbei, führt der Weg nach rechts an der Schutzhütte und Mündung des Hinterhermsdorfer Dorfbaches ohne Markierung – immer am Dorfbach entlang – vorbei zurück nach Hinterhermsdorf.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied141 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz beim Hotel Erbgericht.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDas Weißbachtal bildet seit jeher die Grenze zwischen Böhmen und Sachsen. Es gilt mit seinem romantischen Wanderweg als eines der schönsten Wanderziele im Elbsandsteingebirge. Grund genug, sich in dieser abgeschiedenen Ecke an der Grenze zu Tschechien umzusehen.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte 1:25 000 mit Wanderwegen, Blatt 45 Landesvermessungsamt Sachsen.
MarkierungenGelber Querstrich.
VerkehrsanbindungVon der Autobahn A 13, Ausfahrt Radeberg, über Stolpen, Hohnstein nach Sebnitz, dort Richtung Hinterhermsdorf. Busverbindung mit Bad Schandau und Pirna.
GastronomieHinterhermsdorf: Pension und Gasthof Zur Hoffnung, Schandauer Straße 74 (deftige Hausmannskost); Gaststätte Zum Wanderstiefel, Schandauer Straße 64 (Do Ruhetag); Gaststätte Schäferräumicht (Di Ruhetag).
Unterkunft
Hinterhermsdorf: Hotel Gasthof Erbgericht, Tel. 035974/50355, Fax 035974/50388; Hotel & Gaststätte Sonnenhof, Tel. 035974/50300/50610, Fax 035974/50617; Waldpension Obere Mühle, Tel. 035974/320.
Tourismusbüro
Haus des Gastes, Touristinformation, Weifbergstraße 1, 01855 Hinterhermsdorf, Tel. 035974/5210, Fax 035974/5211.

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