Durch das Lainbachtal

Am Tag, als die Sintflut kam.
Gemütliche Wanderung auf einem Forstweg im Lainbachtal, das sich in lang gezogenen Kurven in Richtung Benediktenwand hochzieht. Wer mit dem Zug anreist, durchwandert zusätzlich den alten Ortskern von Benediktbeuern. (Autor: Wolfgang Taschner, Michael Reimer)
13 km
250 m
3.00 h
Von Benediktbeuern in das Lainbachtal.
Bevor es in das Lainbachtal geht, wandern die Bahnreisenden vom Bahnhof die Bahnhofstraße ostwärts, überqueren die B 11 und gelangen auf der Dorfstraße in den alten Ortskern. Hier sind die Balkone und Fenster der Anwesen als Zeichen bäuerlicher Landkultur reichlich mit Blumen geschmückt. Von der Dorfstraße zweigt links der Mariabrunnweg ab, der uns über Wiesen und Felder direkt zum Wanderparkplatz am Eingang des Lainbachtals führt.
Aufschlussreicher Lehrpfad.
Im Lainbachtal wandern wir stets am Bach entlang moderat ansteigend an den zehn Informationstafeln des Lehrpfads vorbei bis zur Söldner Alm. Dabei erfährt der Wanderer allerhand Wissenswertes auch über die Flora und Fauna in der Wildbachregion. Fische haben im Söllbach keine Chance – dafür ist die Strömung zu stark; als Hindernis würden sich auch die künstlichen Barrieren erweisen. Dafür fühlen sich im kühlen Bachbett Tiere wie der Hakenkäfer und – zum Bedauern mancher – auch die Mückenlarve wohl.
Für die Brotzeit am Bach bieten sich zwei schöne Plätze an: entweder unterhalb der Alm im Kiesbett an der Holzbrücke oder etwas oberhalb in Richtung Tutzinger Hütte an einer weiteren Brücke, die zur Überbrückung eines Seitenbachs gebaut wurde. Die Alpenvereins-Hütte liegt übrigens nur eine gute Gehstunde entfernt und ist mit der Benediktenwand ein lohnendes Wanderziel. Nach der Erholungspause geht es auf derselben Route wieder zum Ausgangsort zurück.

Dauer: 3 Std.
Bahnhof Benediktbeuern – Wanderparkplatz Lainbachtal 30 Min., Wendepunkt oberhalb der Söldner Alm 1:10 Std., Wanderparkplatz 50 Min., Bahnhof Benediktbeuern 30 Min. ;
Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied250 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBenediktbeuern (Ortsteil Gschwendt)
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterAn einem heißen Junitag im Jahr 1990 verdunkelte sich der Himmel über der Benediktenwand dramatisch und schickte in nur einer Stunde über 100 Liter Regen pro Quadratmeter zur Erde hinab. Der Lainbach mutierte vom friedvollen Gebirgsbach zum reißenden Strom und hinterließ ein Szenario der Verwüstung. Seitdem wurden allerhand Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, damit sich ein solches Unglück nicht wiederholt. Der Wanderer kann sich auf dem Lehrpfad im Lainbachtal ein Bild von diesen Maßnahmen machen.
Die größten Schäden verursachen die abnormen Holzmengen, die im Verlauf eines solchen Unwetters mit zu Tal gerissen werden. Um das Holz zu stoppen, wurde am Ausgang des Lainbachtals ein 32 Stahlrohre umfassender Treibholzrechen errichtet. Weiter oben erfüllen Holz- und Dosiersperren dieselbe Funktion. Im unwegsamen Gelände hat man feine Drahtschottersperren verankert, um die Gesteinsmassen so weit wie möglich aufzuhalten. Der Lainbach wird von zahlreichen Nebenbächen gespeist, die bei starkem Regen Unmengen an Kies zu Tale schwemmen. Zudem drohen vor allem die mit Quarz angereicherten Hänge abzurutschen, weil dieses Gestein den Rutscheffekt noch erhöht.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass-Wanderkarte Nr. 182: Isarwinkel, 1:50 000
MarkierungenAV-Weg BE 456
VerkehrsanbindungA 95 Garmisch, Ausfahrt Sindelsdorf, weiter auf der Bundesstraße nach Benediktbeuern und zum Wanderparkplatz in Gschwendt; möglich ist auch die Strecke auf der B 11 über Wolfratshausen und Königsdorf. Mit der Bahn von Tutzing stündlich Richtung Kochel am See, Bahnhof Benediktbeuern.
GastronomieMehrere Einkehrmöglichkeiten in Benediktbeuern, im Lainbachtal keine
Tipps
Kloster Benediktbeuern. Das Kloster Benediktbeuern, das mit seinem stattlichen Gebäudekomplex an ein Schloss erinnert, ist eines der ältesten Klöster in Bayern. Nicht zu verachten ist auch die herrliche landschaftliche Umgebung. Der übliche Rundgang führt durch den Kreuzgang zu Basilika und Kapelle (direkt am Bahnhof, geöffnet Mo–Sa 8–17 Uhr, So 9–17 Uhr, Eintritt Erwachsene 3,- Euro, Kinder bis 14 Jahre frei).
Tourismusbüro
Verkehrsamt Benediktbeuern, Prälatenstr. 3, 83671 Benediktbeuern, Tel.: 08857/248, Fax: 08857/94 70, E-Mail: vamt@benediktbeuern.de, Internet: www.benediktbeuern.de

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