Durch das Eriskircher Ried

Keine Höhenunterschiede; durch Auwald und Auwiesen; in Friedrichshafen auf Asphalt, im Ried auf Schotterweg, kurzzeitig Sträßchen, Pfad und Feldweg; Bademöglichkeit. (Autor: Ute und Peter Freier)
14 km
25 m
2.00 h
Ausgangspunkt der Wanderung ist der Stadtbahnhof von Friedrichshafen. Wenn Sie mit dem Pkw anreisen, parken Sie in Eriskirch an der Bahnhaltestelle. Im alten Bahnhof befindet sich das Naturschutzzentrum Eriskircher Ried mit Dauerausstellung und Multivisions-Show (April–Sept. jeweils 15.30 Uhr) über das Eriskircher Ried. Außerdem werden naturkundliche Führungen angeboten, u.a. auch zu den Iriswiesen; ein Faltblatt zum Naturschutzgebiet ist ebenfalls erhältlich. Per Bahn fahren Sie zum Stadtbahnhof Friedrichshafen.
Vom Bahnhof halten Sie auf das Bodensee-Ufer zu und betreten an dem Obelisken, der an die erste Fahrt eines Luftschiffs des Grafen Zeppelin erinnert, eine Grünanlage, die sich am Bodenseeufer erstreckt. Der Uferpromenade, die zu den längsten und schönsten am Bodensee zählt, folgen Sie nach links und passieren nacheinander den Gondelhafen – ein altes Hafenbecken der Bodenseefischer, in dem auch Tretboote vermietet werden – Straßencafés und den Schiffs- und Fährhafen. Hier befindet sich das Zeppelin-Museum (siehe Einführung, Ausflugsziele) sowie auf der Hafenmole ein Aussichtsturm. Von hier bietet sich ein interessanter Blick auf die Stadt, die erst im Jahr 1811 entstand, als König FriedrichI. von Württemberg die Freie Reichsstadt Buchhorn mit dem Dorf Hofen vereinigte und einen Hafen anlegen ließ.
Vorbei an der Anlegestelle der Autofähre von Romanshorn und an einer Werft gelangen Sie zum Bootshafen und durch einen schmalen Grüngürtel in ein Wohnsträßchen. Am Flüsschen Rotach endet das Sträßchen. Sie wenden sich nach links, überqueren die Rotach (30 Min.), die hier in den See mündet, und biegen sofort wieder rechts ab auf einen Fußweg. Hier beginnt das Naturschutzgebiet Eriskircher Ried, das größte Naturschutzgebiet am Nordufer des Bodensees, das sich von der Rotachmündung bis zur Mündung der Schussen erstreckt. Hier sind die wichtigsten Elemente der Bodenseelandschaft erhalten: Auwald entlang der Schussen und dem Ufer sowie Streuobstwiesen mit einem Bewuchs an Sauergräsern, die auf Grund ihrer Härte nicht vom Vieh gefressen werden, aber ideal sind als Einstreu in Ställen. Diese Wiesen sind außerdem bekannt für ihren Pflanzenreichtum. Im Eriskircher Ried sind es mehr als 160 Pflanzenarten, u.a. die Blaue Schwertlilie (Iris sibirica), die im Mai/Juni zu Abertausenden blüht. Die Flachwasserzone ist Rückzugsgebiet für zahlreiche Vögel. So kann man beispielsweise an der Rotachmündung zwischen Oktober und März die seltenen Singschwäne beobachten. Der Weg durchs Naturschutzgebiet ist ein Abschnitt des »Bodenseepfads«: 13 Tafeln bieten Informationen zu Tieren, Pflanzen, Auwald und Uferzone. Der Weg verläuft in geringer Entfernung zum Ufer in einem Auwald. Ein rechts abzweigender Pfad endet nach 50 Metern an einer Beobachtungsplattform, von der aus die Wasserfront von Friedrichshafen zu sehen ist. Wenig später mündet der Weg in ein Sträßchen ein, das zu einigen Wohnhäusern und kleinen Holzhäuschen führt, in denen Fischer ihre Ausrüstung aufbewahrten bzw. noch immer aufbewahren. Wenig später geht die Straße in einen breiten, Fußgängern und Radfahrern vorbehaltenen Weg über, der durch Auwald und an Obstwiesen, dann aber auch an Wiesen entlangführt, die sich im Mai/Juni in blaue »Iris-Teppiche« verwandeln.
Dem Sträßchen Eriskirch–Strandbad Eriskirch (1:30 Std.) folgen Sie nach rechts, halten sich aber wenig später an einer Gabelung geradeaus und erreichen das Flüsschen Schussen (1:45 Std.). Unmittelbar vor der Brücke über die Schussen zweigt links ein Pfad ab, der am Ufer des träge fließenden Flüsschens verläuft; hier befindet sich eine Haubentaucher-Kolonie. Ein Steg überbrückt einen Schussen-Seitenarm, und geradeaus führt ein Feldweg an einem Feuchtbiotop vorbei und durch Obstplantagen zu einer Kapelle am Sträßchen Richtung Eriskirch-Strandbad.
Sie überqueren die Bahngleise, biegen sofort links ab und erreichen am Naturschutzzentrum den Endpunkt der Wanderung.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied25 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktStadtbahnhof Friedrichshafen.
EndpunktBahn-Haltestelle/Naturschutzzentrum Eriskirch.
TourencharakterEine Tour der Kontraste, die von der lebhaften Uferpromenade in Friedrichshafen in das Naturschutzgebiet Eriskircher Ried mit Schilfgürtel, Auwald und Wiesen führt, auf denen im späten Frühjahr zahllose blaue und gelbe Iris blühen.
Beste Jahreszeit
KartentippFreizeitkarte des LVA Baden-Württemberg, Blatt 511 Östlicher Bodensee, 1:50000.
MarkierungenGelb; Bodensee-Rundweg-Markierung; weiß-rot (HW9 und kurzzeitig HW4); keine Markierung an der Schussen.
VerkehrsanbindungPkw: B31, Friedrichshafen–Lindau, Ausfahrt Eriskirch, und durch den Ort zur Bahnhaltestelle; sehr beschränkte Parkmöglichkeiten. Bahn: Linie Singen–Bregenz; Haltestelle Stadtbahnhof. Fahrt Eriskirch–Friedrichshafen mehrmals täglich. Bus: Linien Konstanz–Friedrichshafen, Tettnang–Friedrichshafen und Kressbronn–Friedrichshafen, Haltestelle jeweils Stadtbahnhof. Schiff: Linien Konstanz–Lindau, Rorschach–Friedrichshafen und Autofähre Romanshorn-Friedrichshafen
GastronomieIn Friedrichshafen an der Uferpromenade; auf Campingplatz; ca. 1km nach dem Campingplatz das Restaurant Schnakencafé (Ruhetag Mo), Gaststätte im Strandbad Eriskirch; in Eriskirch.
Tourismusbüro
Bahnhofplatz 2, 88045 Friedrichshafen, Tel. 07541/3001-0, www.friedrichshafen.ws

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