Doldenhorn

Hochalpine Tour mit zum Teil großen Spalten, komplette Gletscherausrüstung (und sicherer Umgang damit) notwendig, ebenso gute Kondition. Für »Nur- Wanderer« ist ein Bergführer unbedingt erforderlich! Nur bei sicherem Wetter begehen. (Autor: Eugen E. Hüsler, Markus Meier, Peter Deuble)
6 km
2438 m
10.00 h
Zur Doldenhornhütte Von Kandersteg (1176 m) wandert man zunächst ein Stück weit auf der Straße Richtung Oeschinensee, bis zu einem unscheinbaren Abzweig an der Talstation der Materialseilbahn zur Doldenhornhütte. Dort wird auf den von rechts einmündenden Weg gewechselt. Diesem folgt man wenige Meter aufwärts, um anschließend den Hauptweg nach rechts zu verlassen. Über Serpentinen geht es bergan, zwischendurch kann man einen tollen Blick auf einen Wasserfall über einer Felswand genießen. Die Felsstufe wird mithilfe eines Drahtseils problemlos überwunden. Auf einer Terrasse wird ein gutes Stück ohne Höhengewinn nach Westen gequert, nach Erreichen eines Baches steigt der Weg dann wieder an. Vorbei an schönen Bachläufen und einzigartiger Blumenvielfalt gewinnt man nun zügig an Höhe. Auf 1800 m bleibt der 2. Abzweig zur Fisialp rechts liegen. Über freie Flächen wandert man wieder flacher zur bereits sichtbaren Doldenhornhütte (1915 m). Ein paar Meter oberhalb der Hütte bietet sich ein wunderschöner Tiefblick auf den Oeschinensee. Von der Hütte ist der Spitzige Stein gut zu erkennen, der am nächsten Morgen auf dem Weg zum Gletscher passiert wird. Keinesfalls sollte man es versäumen, beim Hüttenpersonal Informationen über die aktuellen Verhältnisse am Gletscher einzuholen. Das Frühstück wird für die Doldenhornaspiranten am Vorabend vorbereitet, denn normalerweise sollte man um 3.00 Uhr frühstücken und spätestens um 3.30 Uhr starten. Gipfelaufstieg Die ersten beiden Stunden wandert man im Schein der Stirnlampen dahin. Es geht über teilweise groben Schutt auf einer Moräne zum Spitzigen Stein (2829 m). An diesem vorbei hilft ein Drahtseil an einer ausgesetzten Querung und über ein kleines Felswandl, zu P. 2973 m, direkt über dem Gletscher. Dieses kleine Gipfelchen ist durch sein kleines Kreuz schon eine Weile sichtbar. Über den Rücken geht es schnell zum Gletscher. Dort wird angeseilt und Steigeisen angelegt. Der Gletscher beginnt erst relativ sanft, steigt aber dann ziemlich steil an. Schon von weit unten ist die große Spalte zu sehen, die den Gletscher auf 3200 m in seiner gesamten Breite durchzieht. Nach einem kurzen Flachstück führt die Spur wieder steil an die Spaltenzone heran. Schon vor der großen sichtbaren Spalte sind einige Spalten zu queren, hier ist auf eine korrekte Seilführung zu achten. Die Spalte ist am einfachsten auf der linken Seite zu überwinden. Dazu muss ein wenig in die Spalte hinein gestiegen werden, um dann auf einer steilen Rampe nach links hinausqueren zu können. Hier leisten Eisschrauben gute Dienste. Anschließend geht es nochmals steil bergan, eine sichere Steigeisentechnik, vor allem beim Abstieg, ist unerlässlich. Am Sattel zwischen Doldenhorn und Kleindoldenhorn verflacht das Gelände und man kann ein wenig durchschnaufen, bevor der Schluss - anstieg zum Gipfelgrat in Angriff genommen wird. Dieser steilt nach oben hin wieder auf, inzwischen spürt man auch die fast 1700 Hm in den Beinen. Endlich ist man auf dem schmalen, ausgesetzten Grat, der direkt zum Gipfel des Doldenhorns (3638 m) führt. Die Aussicht ist fantastisch, die 4000er des Wallis sind im Süden aufgereiht, ebenso der Montblanc im Südwesten. In der Nähe beherrschen Blüemlisalphorn, Altels und Balmhorn das Blickfeld. Besonders schön ist aber auch der Blick nach Norden auf den Thunersee. Abstieg Der Abstieg erfolgt auf derselben Route. Am Gipfelgrat, am Steilhang über der Spaltenzone und im Spaltenbruch sind sicheres Steigeisengehen und Konzentration unbedingt wichtig!

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied2438 m
Dauer10.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktKandersteg (1176 m), Parkplätze bei der Talstation der Seilbahn zum Oeschinensee (1195 m).
EndpunktKandersteg (1176 m), Parkplätze bei der Talstation der Seilbahn zum Oeschinensee (1195 m).
TourencharakterDas Doldenhorn gehört neben dem Balmhorn und Blüemlisalphorn zu den großen Gipfeln rund um Kandersteg. Der Tiefblick vom Gipfel über satte grüne Gipfel zum Thunersee ist beeindruckend. Bekannt ist vor allem der Galletgrat, der von der Fründenhütte begangen wird. Die Schwierigkeiten sprengen aber deutlich den Rahmen unseres Führers, sodass hier der Normalweg beschrieben wird. Selbst dieser ist anspruchsvoll und in der Spaltenzone auf 3200 m auch sehr eindrucksvoll. Die Tour sollte früh in der Saison begangen werden, da die Spalten bei starker Ausaperung den Anstieg erheblich erschweren können.
Beste Jahreszeit
KartentippSwisstopo 1 - 25 000, 1247 Adelboden, 1248 Mürren.
MarkierungenBis zum Gletscher Markierung, zum Gipfel keine Markierung
VerkehrsanbindungBahnverbindung von Bern und Spiez bzw. Brig im Wallis; mit dem Pkw von Spiez über Frutigen.
GastronomieDoldenhornhütte (1915 m), Juni bis Sept. Tel. +041/33/675 16 60, www.doldenhornhuette.ch
Informationen
im Spätsommer kann die große Spalte, die auf 3200 m den gesamten Gletscher durchzieht, unüberwindbar sein.
Unterkunft
Doldenhornhütte (1915 m), Juni bis Sept. Tel. +041/33/675 16 60, www.doldenhornhuette.ch
Tourismusbüro
Kandersteg Tourismus, CH-3718 Kandersteg, +41/33/675 80 80, www.kandersteg.ch