Dörenther Klippen

Aussichtsbalkon und Kletterrevier des Münsterlands Fast durchgehend bequeme Waldwege mit vielen Aussichtsstellen; lediglich der »Kletterweg Hockendes Weib« ist wurzelig und kann bei Nässe rutschig sein. (Autor: Bernhard Pollmann)
10 km
100 m
3.00 h
Hockendes Weib Oberhalb des Großparkplatzes verlässt der Hermannsweg bei der Bruder-Klaus-Kapelle die Bundesstraße und folgt in artenreichem Buchenhochwald der Campingplatzzufahrt zum Waldgasthof »Dörenther Klippen«. Hier geht es links weiter auf einem Waldweg, der sich nach wenigen Metern unterhalb mächtiger Klippen verzweigt - Rechts zweigt der »Kletterweg Hockendes Weib« ab, während der Hermannsweg links dem »ausgebauten Wanderweg Hockendes Weib« im Wald hinauf zur Wegeverzweigung zwischen dem Biergarten Almhütte und dem Hockenden Weib folgt. Rechts erheben sich die aussichtsreichen Felsen des Hockenden Weibes. Die Sage berichtet: Einst lebte am Fuß des Osning eine Mutter mit ihren Kindern. Als während einer Sturmflut die See bis zur Hütte vordrang, floh das Weib mit den Kindern hinauf auf den Waldkamm, aber die Wogen brausten ihr nach. In ihrer Verzweiflung kniete die Mutter nieder und bat den Allmächtigen, wenigstens die Kinder zu retten. Ihr Flehen wurde erhört: Gott verwandelte das Weib in einen Felsen, auf dessen Gipfel die Kinder kletterten und in Sicherheit waren, bis sich die Flut verlaufen hatte. Heute ist das Hockende Weib an sonnigen Wochenenden ein Kinderkletterfelsen schlechthin: Auf den Gipfel des Felsens führen in den Sandstein eingetiefte »Spuren«, die wie Abdrücke nackter Fußsohlen aussehen; wer trittsicher und schwindelfrei ist, gelangt in diesen Spuren zur höchsten Erhebung und genießt einen einzigartigen Blick auf die Parklandschaft des Münsterlands. Plisseefelsen Von der Almhütte beim Hockenden Weib führt der Hermannsweg aufwärts; an der nächsten Verzweigung (Sitzbank) bietet sich die Möglichkeit, einen Abstecher halb rechts zu den eindrucksvollen Plisseefelsen – aussichtsreichen Kletterfelsen – zu unternehmen. Wie am Hockenden Weib fallen auch an den Plisseefelsen Kiefern auf, die rund 150 Jahre alt sind. Die Sandsteinfelsen sind auch berühmt wegen ihres artenreichen Moose- und Flechtenbewuchses: Naturschützer haben hier über 150 Moos- und Flechtenarten gezählt, darunter 32, die in Nordrhein-Westfalen in ihrem Bestand gefährdet sind. Um die Flechten und Moose, aber auch die artenreichen Wälder zu erhalten, sind einige Pfade an den Klippen zum Schutz der Natur gesperrt worden: Respektieren Sie bitte die Hinweisschilder! Dreikaiserstuhl Von der Abzweigung zu den Felsen über dem Plisseetal führt der Hermannsweg durch strauch- und krautreiche Mischwälder zu einer kleinen Kriegsgräberstätte – auch hier kann man rechts hinab zu den Klippen über dem Plisseetal gelangen –, passiert eine winzige Sitzbank-Schutzhütte, führt dann durch heidelbeerreiche Kiefernwälder und erreicht bald nach Passieren eines Rastpavillons die imposanten Felsen des Dreikaiserstuhls. Der bis zu 14 m hohe Felsen bietet mehr als drei Dutzend Kletterrouten fast aller Schwierigkeitsgrade: neben Rissen, Kaminen und kleinen Dächern kleingriffige Wandklettereien bis zum 7. Grad. Der Dreikaiserstuhl ist von Wald umgeben und wegen seiner Nordausrichtung relativ feucht. Bryologen (Mooswissenschaftler) haben hier in schattiger, luftfeuchter Lage die Kurzia sylcatica entdeckt, eine Moosart, die in Nordrhein-Westfalen als ausgestorben galt. Vom wenig später erreichten Königstein schweift der Blick hinüber zum Schafberg mit dem Kraftwerk und hinab zum Campingplatz am Klotenberg, rechts zeigt sich der Funkturm auf dem Lengericher Kleeberg. Der 15 m hohe Königstein mit seiner weit ausladenden Dachfront ist ein Kletterfelsen für Fortgeschrittene mit schweren Wandklettereien an Überhängen. Die leichten Kletterrouten sind von Moosen bewachsen. Brochterbeck Vom aussichtsreichen Königstein senkt sich der Hermannsweg hinab an den Rand des Kirchdorfs Brochterbeck, zuletzt in aussichtsreichen Wiesen. Am Wegweiser bei den ersten Häusern wendet sich der Hermannsweg links, während wir rechts dorfeinwärts gehen und am Mühlteich an der Kirche (Bushaltestelle Kirche) auf den mit dem Zeichen »l« markierten Ibbenbürener Rundwanderweg treffen. Er führt an der Kirche vorbei rechts hinauf durch die Straße Am Mühlteich, übergehend in den Kleeweg. Hinter den aussichtsreich im Hang des Kleebergs errichteten Einfamilienhäusern verliert er den Asphaltbelag und taucht in das Wiesenland ein, zwischen den Bäumen schweift der Blick hinaus auf das Münsterland. Teils in Gehölzen, teils zwischen üppig wuchernden Büschen führt der Feldweg durch den Hang und mündet nach einer längeren Waldpassage bei einem Haus auf eine Asphaltstraße: Hier aussichtsreich geradeaus, an der ersten Verzweigung geradeaus (Am Klee), der Blick schweift über Felder und über das Tal des Dörenther Mühlenbachs hinweg zum Hockenden Weib. An der nächsten Abzweigung geht es rechts hinauf zu den Klippen, erneut mit gutem Blick zum Hockenden Weib. Schließlich tritt der l-Weg bei alten Eichen in den Wald ein und führt links hinauf zum Ausgangspunkt bei den Dörenther Klippen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied100 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortIbbenbüren (75 m), Bergbaustadt zwischen Teutoburger Wald und Schafberg; Freizeitanlage Aasee.
AusgangspunktParkplatz Dörenther Klippen (80 m) an der B 219 südlich von Ibbenbüren.
TourencharakterDie Dörenther Klippen sind neben den Externsteinen die spektakulärste Felsformation des Teutoburger Walds und das Kletterrevier des Münsterlands, auf das sie eine herausragende Aussicht gewähren. Der berühmteste der bis zu 40 m hohen Sandsteinfelsen ist das »Hockende Weib« - Als bizarr herausgewitterter Turm erhebt er sich aus einem Absatz in der Südflanke des Osning; sein Gipfel weist einen kopfartigen Überhang auf, den die Sage als zu Stein erstarrte Gestalt einer riesenhaften Mutter deutet. Über den Kamm, aus dem die Dörenther Klippen herausgewittert sind, verläuft der Hermannsweg, der Kammweg des Teutoburger Walds.
Beste Jahreszeit
KartentippFreizeitkarte 1 - 50000, Blatt 4 Münster/Tecklenburger Land Naturpark Terra.vita Westteil (Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen).
VerkehrsanbindungA 30 Osnabrück – Rheine Ausfahrt Ibbenbüren.
GastronomieDörenther Klippen, Brochterbeck.
Tourismusbüro
Tourist Information Ibbenbüren, Alte Münsterstraße 16, 49477 Ibbenbüren, Tel. 05451/931777, Internet www.ibbenbueren.de.

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Bernhard Pollmann, Matthias Wibber u.a.

Deutschlands Wanderparadiese

Deutschlands Wanderparadiese stellt 200 Touren für jeden Geschmack in Deutschlands schönsten Wanderregionen vor.

Jetzt bestellen
Mehr zum Thema