In die Tiefe der Sturmannshöhle

Achtung: Sehr steile Treppen in der Höhle, Wanderung auf Walt- und Schotterwegen (Autor: Martina Gorgas)
Die Höhle ist nämlich nur im Rahmen einer Führung zu besichtigen. Ein Erlebnis ist die geheimnisvolle Sturmannshöhle aber auf jeden Fall. Aber bitte besuchen Sie die Höhle nur mit Kindern über 4 Jahren, jüngeren bleibt der Zutritt verwehrt. Größere Kinder werden aber sicher ihr Vergnügen (und etwas Grusel) beim Abstieg in die tiefe, nur spärlich beleuchtete Höhle haben. Der Hin- und Rückweg zur Höhle auf dem Sagenweg ist kurzweilig und informativ.
Ausgangspunkt des Sagenweges zur Sturmannshöhle ist der »Hirschsprung«, eine Engstelle an der Straße zwischen Obermaiselstein und Tiefenbach. Vom Parkplatz gehen Sie ein kurzes Stück an der Straße zurück, dann sehen Sie bereits die ersten Schilder für den Wanderweg zur Sturmannshöhle, einen bequemen Schotterweg, der leicht zu gehen ist.
Der Weg führt zwischendurch auch mal ein kurzes Stück etwas steiler bergauf, durch verwunschenen Mischwald mit Moosen und Farnen, begleitet vom Plätschern eines Baches. Schon bald erreichen wir das Kassenhäuschen, wo wir die Eintrittskarten für die Höhle kaufen und nach der Uhrzeit der nächsten Führung fragen. Das letzte Stück verläuft in Kehren nochmals etwas steil bergauf, nun auf einer Teerstraße, bis wir vor dem Eingang zur Höhle ankommen. Wenn wir Glück haben, ist es dort recht leer und die Führung beginnt in ein paar Minuten …
Sagenfiguren am Wegesrand
Am Wegesrand sorgen verschiedene Sagenfiguren rund um den Schwarzenberg für Kurzweil. Zu lesen gibt es Sagenhaftes und Wunderbares über das »Venedigermännle « und die »Vier wilden Fräulein«, man hört das Feuer des »Fahrenden Volkes« prasseln und steht plötzlich vor dem »Drachen«, der den Goldschatz der Sturmannshöhle bewacht. Historische Hintergründe und geologische Einblicke runden den von einer heimischen Künstlerin gestalteten Sagenweg ab. Die Mischung aus Sage, Fantasie und Information kommt gut an, nicht nur bei Kids.
Abenteuer Sturmannshöhle
So mystisch und lebendig der Sagenweg auf dem Weg zur Höhle daherkommt, so trocken sind die einführenden Worte des Höhlenführers. Lediglich am Anfang der Führung gibt er einige wichtige Informationen rund um die Sturmannshöhle. Wir empfehlen daher: Kaufen Sie sich an der Kasse den günstigen Prospekt zur Sturmannshöhle, darin finden Sie Wissenswertes und Interessantes rund um Höhle, ihre Entdeckung und mühevolle Erforschung und die daraus entstandenen Sagen.
Während der Führung verstummt der Höhlenführer und mit ihm die meisten Besucher – der Weg in das Höhleninnere mit seinen rund 120 Millionen Jahre alten Gesteinsformationen ist nämlich ziemlich eng und führt zuerst über einen 60 m langen, schmalen Stollen zum Kreuzeck. Weiter geht es durch eine Art Tor in die eigentliche Spalthöhle. An manchen Stellen muss man sich bücken, um sich nicht den Kopf anzustoßen. Auf gut gesichertem Pfad durch das »Drachentor« erreichen wir den erst später erschlossenen Teil der Höhle, die Schachthöhle. Seit über 100 Jahren geben 180 Treppenstufen den Blick auf das untere Stockwerk der Höhle mit dem gurgelnden und tosenden Höhlenbach frei. Schwindelfrei sollte man allerdings schon sein, wenn man in den Abgrund schaut.
Unten angekommen geht es den gleichen Weg wieder zurück – nun gilt es, die 180 Stufen aufwärts zu erklimmen. Schließlich kommen wir wieder am Höhleneingang an und machen uns auf den Rückweg zurück zum Hirschsprung, dem Parkplatz an der Straße.
Mit Kerzen in die Tiefe
Die Sturmannshöhle und ihre kleinere »Schwester«, die Fallenbachhöhle im Schwarzenberg oberhalb von Maiselstein, sind in der Kreidezeit vor rund 120 Millionen Jahren entstanden. Ihr heutiges Ausmaß hat die Höhle vermutlich seit der Tertiärzeit vor rund 35 Millionen Jahren. Das genaue Alter der Höhle konnte bis heute nicht festgestellt werden. Erste Versuche, die Sturmannshöhle zu erforschen, gab es bereits Anfang des 19. Jahrhundert, doch fast 100 Jahre widersetzte sich die geheimnisvolle Höhle ihrer Entdeckung. Aus dieser Zeit oder noch früher stammen zahlreiche Sagen und Ammenmärchen rund um die »nachtschwarze Höhle«. Der Durchbruch erfolgte mit der Erfindung der Acetylenlampe Anfang des 20. Jahrhunderts. Im Jahr 1904 gelang es einigen mutigen Obermaiselsteiner Bürgern, eine bis dahin unpassierbare Engstelle zu überwinden. Sie ließen sich an einem Seil in die unergründliche Tiefe hinab und sahen als Erste den rauschenden Höhlenbach. Ab dann entwickelte sich die Erschließung der Sturmannshöhle sehr schnell. Der neu gegründete Höhlenbauverein machte sich von 1904 bis 1905 daran, die Höhle der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Bereits 1905 konnten erste Besucher bei Kerzenschein einen Teil der Höhle erkunden, ein Jahr später wurde in mühevoller Arbeit elektrische Beleuchtung installiert – der Siegeszug der Sturmannshöhle hatte begonnen!

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour2 km
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
StartortHirschsprung zwischen Obermauselstein und Tiefenbach
AusgangspunktHirschsprung zwischen Obermauselstein und Tiefenbach
EndpunktHirschsprung zwischen Obermauselstein und Tiefenbach
TourencharakterDie Sturmmannshöhle bei Obermaiselstein ist die einzige begehbare Schauhöhle des Allgäus - entsprechend gut besucht ist sie an manchen Tagen. Daher unser Tipp: Kommen Sie möglichst früh morgens oder am Nachmittag zur letzten Führung.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr. 3, Allgäuer Alpen/Kleinwalsertal, 1: 50 000
VerkehrsanbindungAuto. Auf der A 96 München– Lindau bis Ausfahrt Jengen/Kaufbeuren; weiter Richtung Kempten und auf der A 7 Richtung Füssen; am Autobahndreieck Allgäu auf die A 980 Richtung Oberstdorf bis Ausfahrt Waltenhofen; weiter in Richtung Oberstdorf nach Fischen, dort Abzweig nach Obermaiselstein; auf der Straße von Obermaiselstein nach Tiefenbach, kleiner Parkplatz beim »Hirschsprung« (Bushaltestelle) Bahn. Bahnlinie München - Oberstdorf, vom Bahnhof Oberstdorf mit dem Bus nach Obermaiselstein
GastronomieGasthof zum Hirsch. Wer nach der Besichtigung der Sturmannshöhle einen Einkehrtipp sucht, dem empfehlen wir den alteingesessenen Gasthof zum Hirsch in Obermaiselstein, gleich bei der Kirche. Je nach Tageszeit werden deftige Brotzeiten oder warme Gerichte, häufig Spezialitäten der Region, angeboten. Besonders zu empfehlen ist der Hirschbraten, die Kinder freuen sich über mit Heidelbeeren gefüllte Pfannkuchen. Am Scheid 2, 87538 Obermaiselstein, Tel. 08326/361 40, Fax 08326/36 14 20, www.hirsch-obermaiselstein.de
Tipps
Führungen durch die Sturmannshöhle. Dauer: ca. 30 Minuten, Beginn Mai bis Anfang Nov.: 9.30, 10.30, 11.30, 12.30, 13.30, 14.30, 15.30, 16.30 Uhr, 26.12. bis So nach Ostern: 11, 12, 13, 14, 15, 16 Uhr; Eintrittspreise Erwachsene € 4, mit Allgäu Walser Card € 3; Kinder 6–14 Jahre € 2,50, mit Allgäu Walser Card € 2; Kinder bis 5 Jahre Eintritt frei (nicht zu empfehlen). Die Führungszeiten gelten ab Höhleneingang. Planen Sie eine kleine Zeitreserve ein, da Sie für den Weg vom Kassenkiosk bis zum Höhleneingang 5–10 Min. benötigen. Größere Rucksäcke, Kinder-Rückentragen etc. sind in der Höhle nicht möglich. Hunde dürfen nicht mitgenommen werden. Festes Schuhwerk ist erforderlich. Die Temperatur im Inneren der Höhle beträgt konstant 4 Grad Celsius.
Informationen
Obermaiselstein Tourismus, Am Scheid 18, 87538 Obermaiselstein, Tel. 08326/ 277, Fax 08326/94 08, info@obermaiselstein.de, www.obermaiselstein.de
Tourismusbüro
Obermaiselstein Tourismus, Am Scheid 18, 87538 Obermaiselstein, Tel. 08326/277, Fax 08326/94 08, info@obermaiselstein.de, www.obermaiselstein.de

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