Die »Strada alta«

Leichte Höhenwanderung auf guten Wegen, teilweise auch auf (wenig befahrenen) Straßen. Kann auch in entgegengesetzter Richtung begangen werden. (Autor: Eugen E. Hüsler)
14 km
520 m
4.00 h
Von Rossura (1056 m) leitet der Wanderweg gleich in einen bewaldeten Graben. Hinter Figgione, das wie Rossura auf einer Hangterrasse liegt, folgt die »Schlüsselstelle« der Route: die Schlucht des Ri Bassengo. Diese früher oft unangenehme Passage ist seit ein paar Jahren durch einen neuen Steg entschärft. Weiter in leichtem, meist schattigem Anstieg nach Calpiogna (1143 m; 0:45 Std.), dann ohne nennenswerte Höhenunterschiede durch zwei weitere Gräben nach Osco (1157 m; 1:30 Std.), wo man einen Prachtblick auf die Berggruppe des Campo Tencia genießt. Freggio (1037 m) heißt die nächste Station; hinter dem Weiler beginnt nach Querung des gleichnamigen Tälchens der längste Anstieg der Höhenwanderung, teilweise recht steil durch den Bosco d'Öss. Lurengo (1324 m; 3:15 Std.) mit seinen schönen Gotthardhäusern markiert dann den höchsten Punkt der Tour; taleinwärts geht der Blick bis zum Pizzo Rotondo (3192 m).
Die Fortsetzung der »Strada alta« führt über offenes Gelände leicht abwärts zum uralten Kirchlein San Martino (11. Jh.). Auf Asphalt hinein nach Deggio (1208 m; 3:30 Std.), ebenfalls mit schönen alten Holzhäusern, dann abseits der Straße hinunter nach Quinto (1004 m; 4 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied520 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktRossura (1056 m), Bergdorf oberhalb von Faido.
EndpunktQuinto (1004 m) in der oberen Leventina.
TourencharakterWenn es einen »Ur-Wanderweg« im Tessin gibt, dann ist es die »Strada alta«, jene Höhenroute in der Leventina, die von Airolo an den Südportalen der Gotthard-Tunnels nach Biasca führt. Für die gesamte, rund 45 Kilometer lange Strecke muss man mit einer Gehzeit von etwa 13 Stunden rechnen, was mindestens eine, besser zwei Übernachtungen bedeutet. Einen kleinen Schönheitsfehler hat die beliebte Tour: Auf längeren Strecken ist der Weg längst zur asphaltierten Strada geworden. Das konnten die Initianten vor siebzig Jahren nicht voraussehen, doch die zunehmende (Verkehrs-)Erschließung fordert ihren Tribut, sie hat der Promenade etwas von ihrem ursprünglichen Reiz geraubt. Insgesamt gehört sie aber immer noch zu den lohnendsten Touren im Tessin, und auch eine Teilbegehung vermittelt starke, kontrastreiche Eindrücke. Ist es in den Dörfern am Weg tagsüber meist ganz ruhig, weil die jungen Leute im Tal arbeiten, kennt der Fernverkehr keine Pausen. Begangen wird die »Strada alta« meistens talabwärts, weil so weniger Steigungen zu bewältigen sind; wer die Strecke in umgekehrter Richtung geht, hat dafür die allmählich näher rückenden Ketten des Gotthardmassivs vor sich.
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:50 000, Blatt 266T »Valle Leventina« mit aufgedruckten Wanderwegen.
MarkierungenWeiß-rot-weiß, gelbe Wegzeiger.
VerkehrsanbindungRossura erreicht man von Faido (735 m, Station der Gotthardlinie) auf kurvenreicher Bergstraße, knapp 5 km (Postbus). Von Quinto fährt ein Postbus zur Bahnstation Ambri.
GastronomieIn den Dörfern an der »Strada alta«.
Tourismusbüro
Leventina Tursismo, CH-6780 Airolo; Tel. 091/8 69 15 33, info@leventinaturismo.ch, www.leventinaturismo.ch.

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