Die Plätzwiese und der Strudelkopf, 2307 m

Parkplatz – Plätzwiese – Dürrensteinhütte – Strudelkopfsattel – Strudelkopf – Strudelalm – Strudelkopfsattel – Höhenweg – Plätzwiese – Parkplatz (Autor: Eugen E. Hüsler)
10 km
400 m
3.00 h
Zum Werk Plätzwiese.
Die Tour beginnt als Höhenspaziergang auf der ehemaligen Militärstraße – und mit herrlichen Dolomitenbildern. Zur Rechten ist es der ungefüge Klotz der Hohen Gaisl mit seinen blutroten »Wunden«, der einen starken Kontrast zu der grün-welligen Almlandschaft setzt; dann zieht das Cristallomassiv mehr und mehr den Blick auf sich. Grandios der Circo del Cristallo, über dem sich der elegante Turm des Piz Popena (3152 m) erhebt, rechts flankiert vom Hauptgipfel (Monte Cristallo, 3221 m). Halbrechts hat man den mit Latschen bedeckten Rücken des Knollkopfs (2204 m), der während des Kriegs ebenfalls befestigt war, voraus die Ruine des Werks Plätzwiese (0.45 Std.).
Das Heimkehrerkreuz.
Links neben der Dürrensteinhütte (2040 m) weisen Schilder zum Strudelkopf. Ein markiertes Weglein kürzt die weit ausholende Schleife der alten Kriegsstraße ab; es leitet durch einen seichten Graben direkt hinauf in den Strudelkopfsattel (2200 m; 1.15 Std.). Bei einer Ruine stößt man wieder auf die Armierungsstraße. Sie peilt über zwei Kehren das große Heimkehrer-kreuz am abgeflachten Strudelkopf (2307 m; 1.45 Std.) an.
Die Stellungen auf der Strudelalm.
Vom Gipfel, der eine stimmungsvolle Rundschau bietet, lohnt es sich, nach Süden über die Strudelalm abzusteigen. Da und dort sind noch Explosionstrichter großkalibriger Granaten auszumachen. Allenthalben stößt man auf Schützengräben, nach einer halben Stunde schließlich auf eine alte Kriegsstraße. Sie endet bei der Ruine einer Defensionskaserne (2130 m).
Eine deutliche Trasse, aus der bei einem Kaverneneingang ein schmaler Weg wird, der sich in Latschengassen verliert, führt flach hinaus zu ein paar Beobachtungsposten im Rücken der Geierwand.
Rückweg.
Auf der bereits erwähnten Straße wandert man mit herrlich freier Sicht auf das Cristallomassiv zurück zum Strudelkopfsattel. Nun auf der Sandpiste um den Gratausläufer des Helltaler Schlechten herum und sanft bergab zur Plätzwiese. An einer Kehre (Schild) verlässt man die Straße nach rechts und wandert über die weiten Almwiesen zurück zum Hotel Hohe Gaisl (1991 m) und zum Parkplatz (3.45 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied400 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortPrags (1210 m), aus mehreren Ortsteilen bestehende Talgemeinde
AusgangspunktParkplatz (1979 m) am Nordrand der Plätzwiese
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDass auch die Plätzwiese, diese von Hoher Gaisl (3146 m) und Dürrenstein flankierte Almidylle, einst Kriegsgebiet war, macht ein Denkmal nur wenige Schritte vom Parkplatz unmissverständlich klar. »Hier fand eine Geschützbedienung durch einen Volltreffer den Heldentod«, heißt es auf der Gedenktafel. Bei Kriegsausbruch verlief die schwach gesicherte Front zunächst über die sanftwellige Alm, doch nach der Besetzung des Monte Piano verfügte das k. u. k. Kommando eine Vorverlegung der Stellungen in die Nordabstürze des Cristallomassivs (Forame, Schönleitenschneid, Rauchkofel).
Das Sperrwerk Plätzwiese, dessen Ruine vor den Felszacken des Cristallomassivs in den Himmel ragt, hatte die Aufgabe, zusammen mit dem Fort Landro das Höhlensteintal zu sichern und den Zugang zum Pustertal abzuriegeln. Es war bei Ausbruch des Krieges allerdings bereits veraltet (Baujahr 1894), nur unzureichend gepanzert und deshalb für die italienische Artillerie ein leichtes Ziel. Die Geschütze – je zwei Belagerungshaubitzen und Panzermörser – wurden rechtzeitig ausgebaut, weshalb zwei frühe Volltreffer vergleichsweise geringen Schaden anrichteten. Als Ersatz für das Werk, das die Italiener in Unkenntnis der Sachlage noch längere Zeit beschossen, wurde der Strudelkopf (2307 m) zu einer Artilleriestellung ausgebaut; eine Schwerseilbahn aus dem Helltal versorgte Mannschaft und Geschütze mit Nachschub. Vorgeschobene Stellungen befanden sich in dem Almgelände oberhalb der Geierwand; sie hatten freie Sicht auf den Monte Piana und den ebenfalls hart umkämpften Rauchkofel (2126 m).
Beste Jahreszeit
KartentippTabacco 1 - 25 000, Blatt 031 »Pragser Dolomiten«
VerkehrsanbindungVom Pustertal führt eine gut ausgebaute Straße durch das Pragser Tal zum Gasthaus Brückele (1494 m). Mautstelle; Bergfahrt nur bis 10 Uhr gestattet, Talfahrt beliebig. Die Straße führt in weiten Schleifen hinauf zur Plätzwiese; zuletzt ampelgeregelte Einbahnstrecke. Bus bis Plätzwiese
GastronomieGasthaus Plätzwiese und Hotel Hohe Gaisl am Plätzwiesesattel (1991 m). Dürrensteinhütte (2040 m), ganzjährig; Tel. 0474/ 97 25 05
Tipps
Zitat. Wir waren unser neunundzwanzig, Nur mehr sieben kamen zurück! Und die anderen zweiundzwanzig, Und die anderen zweiundzwanzig, Haben sie auf Son Póuses getötet! Ta pum, ta pum, ta pum! Das italienische Lied von Son Póuses. Im Sommer 1916 rannten die Alpini immer wieder gegen die österreichischen Stellungen unweit von Peutelstein an – vergebens. Ta pum: das Schussgeräusch der Männlicher-Gewehre der k. u. k. Armee.
Informationen
Gehzeit - Gesamt 3.45 Std. Parkplatz – Dürrensteinhütte 0.45 Std., Aufstieg zum Strudelkopf 1 Std., Rückweg 2 Std.
Tourismusbüro
Tourismusverein Pragser Tal, Außerprags 78, I-39030 Prags; Tel. +39/0474/74 86 60, Fax 74 92 42, info@pragsertal.info, www.pragsertal.it

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