Die Lüegeru- und die Stägeru-Suone

Ausgedehnter Spaziergang an der Sonnseite des Rhonetals, kaum Steigungen. Beide Suonen schöpfen ihr Wasser in der Schlucht des Jolibachs; von der Stägeru kann man über einen gesicherten Steig und eine Hängebrücke zu einem schönen Aussichtspunkt aufsteigen. Ideal für Familien mit der Hängebrücke als absolutem Gag. (Autor: Eugen E. Hüsler)
6 km
100 m
2.00 h
Zwei noch funktionierende Wasserwege führen von der Mündungsschlucht des Jolibachs in sanftem Gefälle nach Hohtenn; sie lassen sich zu einem hübschen kleinen Spaziergang verbinden. Man wandert an dem munter dahinplätschernden Wasser entlang, an dem mächtige Birken, Eschen, Mehlbeerbäume und Erlen Spalier stehen. Auf beiden Seiten der Suone liegen da und dort noch winzige, in den Hang terrassierte Rebberge. Die Lüegeru-Suon Vom Dorfplatz in Hohtenn (817 m) mit seiner modernen Kirche führt eine Straße bergan zur BLS-Station gleichen Namens. Man folgt ihr gut 600 Meter weit, biegt dann rechts in einen ebenfalls asphaltierten Fahrweg ein (kein Hinweis). Nach etwa 100 Schritten zweigt links ein schmaler Pfad ab – der Zugang zur »Lüegeru«. Drei Kilometer lang, quert sie die steilen Sonnenhänge bis hinüber zur Schöpfe am Jolibach, begleitet von dem kleinen Suonenweg. Gleich hinter dem Graben von Lüegilchi passiert man die Häuser von Lüegeru (in der neuen 25 000er-Karte Lüogju), auf halber Wegstrecke kreuzt die Suone den alten Pfad, der Niedergesteln mit den Maiensäßen Lidu und Tatz verbindet. Immer wieder bieten sich hübsche Tiefblicke auf den flachen, stark urbanisierten Boden des Rhonetals, seine Verkehrsadern und die in ein künstliches Bett gezwängte Rhone (Rotten). Kurz vor der Schöpfe am Jolibach leitet eine steile Spur hinauf zur Stägeru (0.45 Std.). Die Stägeru-Suon Sie verläuft parallel zur »Lüegeru«, nur unwesentlich höher am Hang, muss aber wesentlich schwierigeres Gelände überwinden, vor allem im Bereich der Schöpfe. Der Zugang ist ausgesprochen spektakulär, führt unter Überhängen (originelle Sitzbänke) in einen Tunnel zur Wasserfassung, setzt sich dann als (neuer) Steg in der wilden Mündungsklamm des Jolibachs steil zur rund 30 Meter langen Hängebrücke fort. Gleich dahinter stößt man auf eine weitere Suone, die ihr Wasser ebenfalls vom Jolibach hat und die Felder oberhalb von St. German mit dem kostbaren Nass versorgt. Von der kleinen Anhöhe rechts bietet sich ein schöner Blick über das Rhonetal bis hinauf zum markanten Bortelhorn (3193 m). Nach diesem leicht schwindelerregenden Abstecher geht’s wieder hinab zum Rastplatz unter den überhängenden Felsen, dann mit der »Stägeru« Rohren, an einer Stelle ist sie aus dem blanken Fels geschlagen (Drahtseile). Im Bereich des Lüeglichi-Grabens hat man kurz freie Sicht auf das imposante Viadukt der Bern- Lötschberg-Simplon- Bahn. Schließlich mündet der Wasserweg in die Straße. Man folgt ihr aber nur kurz bergab, steigt dann rechts (kleiner Graben) hinauf zur Fortsetzung der »Stägeru«. Sie läuft an dem teilweise bewaldeten Hang hinein ins Dorf (2 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied100 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortHohtenn (817 m)
AusgangspunktParkplätze bei der modernen Kirche; Bushalt
EndpunktParkplätze bei der modernen Kirche; Bushalt
TourencharakterWalliser Wanderwege sind immer für eine Überraschung gut. Auch ganz unten in dieser über vier Kilometer hohen Wunderwelt aus Fels und Eis. An den Sonnigen Halden etwa, jenen steil-steinigen Hängen, die das Rhonetal von Brig bis zur Mündung des Lötschentals begleiten, wo sich Weinberge und Bäume an abschüssiges Terrain klammern, Wasser selten vom Himmel fällt und deshalb über kunstvoll angelegte Suonen auf die Felder geleitet wird.
KartentippSwisstopo 1:25 000, Blatt 1288
MarkierungenKaum Markierungen, einige gelbe Wegzeiger
VerkehrsanbindungVom Rhonetal (Gampel-Steg) über die Lötschentaler Straße (Abzweigung) nach Hohtenn. Postbus, Parkplatz im Dorf
GastronomieEinkehrmöglichkeiten in Hohtenn
Tipps
Walliser Aprikosen Wer im Sommer unterwegs ist im Rhonetal, kann sie nicht übersehen, die Schilder mit der Aufschrift »Aprikosen!«. Die seit 1838 im Wallis heimische Sommerfrucht wird an Ständen angeboten, und zwar erntefrisch (was bei dieser Frucht besonders wichtig ist). Da die verschiedenen Sorten (von denen die Luizet das ausgeprägteste Aroma hat) zu unterschiedlichen Zeiten reifen, gibt’s den ganzen Sommer über die feine Prunus armeniaca. Sie stammt übrigens nicht, wie der lateinische Name vermuten lässt, aus Armenien, sondern aus China. Erst nach einer 3000 Jahre dauernden »Wanderung« durch ganz Asien tauchte sie am Kaspischen Meer auf. Die Römer brachten die gelborangen Früchte schließlich nach Europa. Angebaut wird die Aprikose im Wallis vor allem an den sonnseitigen Hängen zwischen Martigny und Sierre. – Auch ganz in der Nähe von Hohtenn, an der Straße ins Lötschental, gibt’s Aprikosen zu kaufen – und die Walliser Sonne umsonst dazu.
Informationen
Tourist-Info Verkehrsverein Sonnige Halden, CH-3939 Eggerberg, Tel. 027/946 63 14, E-Mail: info@sonnige-halden.ch, www.sonnige-halden.ch