Die Ladu- und die Tatz-Suone

Spannende Runde mit Wendepunkt im wildromantischen Jolital, nur teilweise markiert. An der Ladu- Suone kurze luftige Passage, die Schwindelfreiheit verlangt. Das Jolital ist ein weitgehend unberührter, wilder Graben; entsprechend packend sind die Landschaftseindrücke. (Autor: Eugen E. Hüsler)
Sie quert auf Holzkänneln nicht weit von ihrer Schöpfe eine senkrechte Felswand, verschwindet im Seebachgraben im Boden – mit gutem Grund, weil sie in diesem Bereich stark durch Steinschlag gefährdet ist. Knapp 200 Meter tiefer verläuft die Tatz-Suone, oberirdisch allerdings nur bis zum Seebach, dann in den Untergrund bzw. unter die neue Straßenzufahrt zur Alp Joli verbannt. Die beiden Wasserfuhren lassen sich zu einer schönen Runde verbinden, die mit starken Eindrücken aufwartet. Nach Spilbielalpji Von der BLS-Station Hohtenn (1077 m) wandert man – wahlweise auf den weiten Schleifen der Straße oder über den schmalen Wanderweg – hinauf nach Ladu (1354 m; 0.45 Std.). Wer im Sommer an den Sonnigen Halden (nomen est omen!) unterwegs ist, wird dabei wohl recht ins Schwitzen geraten, darf sich dafür aber an den vielen schönen Schmetterlingen freuen, denen das trockenwarme Klima offensichtlich behagt. Hinter dem Weiler gibt das Asphaltsträßchen noch ein Stück weit die Richtung vor. Man verlässt es in der dritten Kehre oberhalb von Ladu, biegt in den komfortablen Weg ein, der geradeaus weiterführt. Nach gut 100 Metern gabelt er sich (kein Wegzeiger). Nun entweder geradeaus auf dem ehemaligen Alpweg oder links im Laduwald hinauf zur Alp Märetschu (einige weiß-rotweiße Markierungen) und weiter zu den Hütten von Spilbielalpji (1728 m; 2 Std.). Die Ladu-Suone Ein schmaler Weg quert ostwärts den licht bewaldeten Hang, mündet dann in eine Sandstraße. Hier kommt von links die Suone herab. Man folgt der Wasserfuhre, die teilweise in den Boden verlegt ist, bergan durch den Stockwald zum breiten Graben des Seebachs mit einer Schöpfe. Dahinter quert die »Ladu« einen bewaldeten Hang zur Fleischwang, wo aus dem gemütlichen Weg ein verwegener Steg wird. Ein Fixseil sichert den luftigen Gang, dann geht’s im Wald weiter bis zu der gemauerten Ableitung der Wasserfuhre (ca. 1880 m; 3 Std.). Die Tatz-Suone Ein etwas rauer Weg führt hinunter zur Alp Joli (1744 m); links rauscht der Jolibach zwischen Felsblöcken. Hundert Meter hinter der Alphütte schöpft die Tatz-Suone ihr Wasser. Mit ihr wandert man auf einem schönen, angenehm schattigen Weg talauswärts. Noch vor dem Seebach, der wenig höher einen hübschen Wasserfall bildet, wechselt man zu der nur wenige Meter tiefer verlaufenden Sandpiste. Sie mündet hoch über dem Grund des Jolitals in eine von Tatz (1496 m; 4.15 Std.) heraufkommende Straße. Ihre weiten Schleifen lassen sich auf einem markierten Steiglein abkürzen. Der weitere Abstieg führt in den lichten Liduwald und schließlich zur Bahntrasse. Jenseits der Geleise stößt man auf den »BLS-Höhenweg«. Er führt an dem verstrauchten Hang westwärts zur tiefen Lüegilchi-Schlucht. Die Bahn überquert sie in einem hohen, gemauerten Viadukt; der Weg beschreibt in dem felsigen Gelände einen Bogen (Seilgeländer), führt dann unter der Bahntrasse hindurch. Zuletzt auf Asphalt ansteigend, erreicht man den Bahnhof Hohtenn (1077 m; 5 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied850 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortHohtenn (817 m)
AusgangspunktStation Hohtenn (1077 m) an der BLS-Südrampe
EndpunktStation Hohtenn (1077 m) an der BLS-Südrampe
TourencharakterAm Jolibach, der am gleichnamigen Gletscher entspringt, schöpfen gleich mehrere Suonen ihr Wasser. Die meisten sind längst nicht mehr in Betrieb, zwei fielen dem Bau der Lötschbergbahn zum Opfer. Die Brägjeri an der orografisch linken Talseite wurde erst vor ein paar Jahren teilweise saniert, auch die rund sechs Kilometer lange Ladu- Suone, deren Wasser auf die Wiesen oberhalb des Weilers Ladu geleitet wird.
KartentippSwisstopo 1:50 000, Blatt 274 T, 1:25 000, Blatt 1288
MarkierungenAufstieg und Suonen nur sparsam, teilweise gar nicht markiert, am Abstieg gelbe Wegzeiger
VerkehrsanbindungZufahrt von Gampel-Steg im Rhonetal nach Hohtenn und weiter zur Bahnstation. Bus bis Hohtenn; Bahnlinie Goppenstein–Brig
GastronomieEinkehrmöglichkeiten im Dorf Hohtenn
Tipps
Ein bedrohter Lebensraum Sonnig und trocken. So könnte man die »Sonnigen Halden« charakterisieren, diese steinig steile Steppenlandschaft über dem breiten Boden des Rhonetals. Die besonderen geologischen und klimatischen Bedingungen haben einen Lebensraum geschaffen, der einen unwillkürlich an mediterrane Landstriche wie die Provence denken lässt: das Licht, die trockene Wärme. Im Sommer ist hier ein Zirpen und Summen, da und dort plätschert eine Suone dahin, und immer wieder, des Wanderers Weg kreuzend: Schmetterlinge. Über 135 verschiedene Arten sind an den Sonnigen Halden nachgewiesen, darunter ein Schmetterling, der in der Schweiz nur im Zentralwallis vorkommt. Der Blasenstrauchbläuling (Iolana iolas) ernährt sich ausschließlich von »seinem« Strauch; von den anderen – recht häufigen Bläulingen unterscheidet er sich durch seine Größe (Spannweite bis 4 cm). Zu den typischen Pflanzen dieser Felsensteppe gehören der Sefistrauch (Juniperus sabina), ein giftiger Wacholderstrauch, das Federgras (Stipa pannata) und der Wermut, ein wintergrüner Halbstrauch (aus dem der Absinth destilliert wird). Entlang der Suonen wachsen vielfach Birken, Erlen, Eschen und Espen; in höheren Lagen stößt man auf lichte Föhrenbestände.
Informationen
Tourist-Info Verkehrsverein Sonnige Halden, CH-3939 Eggerberg, Tel. 027/946 63 14, E-Mail: info@sonnige-halden.ch, www.sonnige-halden.ch