Die Königsbergtour

Anstieg zur Lenggrieser Hütte 1.45 Std., über das Seekarkreuz und den Auerkamp in den Hirschtalsattel 3–3.30 Std., weiter über den Fockenstein zum Geigerstein 2.30–3 Std., Abstieg ins Tal 1.30 Std.; insgesamt 8.45–9.45 Std. (Autor: Michael Pröttel)
33 km
1550 m
10.00 h
Freitag 6 km 2 Std. ’730 HmHüttenzustieg zum PürschlinghausSchattige Wanderung zu schön gelegener BerghütteUnterammergau – PürschlinghausWegverlauf Vom Bahnhof Unterammergau überquert man die Hauptstraße und die Ammer und folgt auf der anderen Seite immer der »Pürschlingstraße«. Nach den letzten Häusern wird die Straße zur breiten Schotterstraße, und man wandert nun das Tal der Schleifmühlenlaine bergan. Man kommt zu einer Gabelung (0.75 Std.) und folgt links dem Schild »Pürschling 1.15 Std. – Maximiliansweg«. Es geht jetzt auf etwas schmälerem Weg ein Stück lang steiler bergauf. Nachdem es wieder flacher wird, öffnet sich eine große Lichtung, wo man das Pürschlinghaus auch schon in der Ferne sieht. Wir stoßen wieder auf die breite Forststraße und folgen dieser geradeaus. An der nächsten Gabelung gehen wir nach halb links und über eine Brücke. Wieder steiler bergan, kommt man an einer Kapelle vorbei und quert zuletzt die Nordflanke des Sonnenberggrats in immer der gleichen Neigung bis zum Pürschlinghaus (2 Std., 1564 m).Samstag 16 km 6 Std. ’300 Hm, ‘640 HmÜber die Klammspitze zur KenzenhütteSchöne Kammwanderung in den nördlichen Ammergauer AlpenPürschlinghaus – Brunnenkopfhäuser – Gr. Klammspitze – Feigenkopf – KenzenhütteWegverlauf Von der Hüttenterrasse folgt man dem Schild »Brunnenkopfhäuser – 2 Std.«. Der schmale Fußweg quert nun in immer gleicher Höhe unterhalb des Laubenecks und des Hennenkopfes in Richtung Westen. Immer wieder hat man tolle Blicke auf das Ammertal. Nach einiger Zeit wird eine Abzweigung nach rechts hinauf zum Hennenkopf ignoriert. Leicht absteigend geht es wei-ter geradeaus. Der Weg verläuft dann ein Stück lang entlang der Klamm und stößt schließlich auf einen Fahrweg, der uns bald zu den Brunnenkopfhäusern (2 Std., 1602 m) leitet, die sich mit ihrer schönen Aussicht für eine Rast natürlich sehr anbieten. Bei der Hütte geht es nicht nach rechts zum Brunnenkopf hinauf, sondern geradeaus weiter nach Westen (Schild »Alpine Erfahrung und Trittsicherheit notwendig«). Man überquert einen kleinen Sattel und hat eine hervorragende Sicht auf die vor uns liegende Klammspitze. Leicht absteigend gelangen wir in den Bergkessel östlich der Klammspitze und dann wieder steiler auf zuletzt schlechtem Weg hinauf zu einem Sattel, wieder mit schönen Ausblicken auf das Ammertal. Von hier ist es nur ein Katzensprung zu einem weiteren Sattel, von dem es dann in leichter Kletterei, immer den roten Punkten folgend, über die Südflanke zum Gipfelkreuz der Großen Klammspitze hinaufgeht (3.30 Std., 1924 m).Vom Gipfel folgt man dem Grat weiter nach Westen, zunächst bergab zu einem ersten Sattel. Ein ausgesetztes Gratstück wird links umgangen. Eine Scharte ist kurz drahtseilversichert. Schließlich erreicht man in einem letzten kurzen Anstieg über Wiesenhänge den breiten Rücken des Feigenkopfes (4.30 Std., 1866 m), dem man weiter nach Westen folgt. Unser Weg wendet sich bald nach links (Schild »Kenzenhütte«) und führt als schmaler Wiesenpfad zu der bereits von oben sichtbaren Hirschwanghütte hinab. Bei der kleinen Holzhütte wendet sich der Pfad nach links steil zum Bäckenalmsattel hinab. Hier nimmt man den Fußweg nach rechts, der weiter unten auf einen alten Fahrweg trifft. Bevor dieser Karrenweg ganz steil wird, wenden wir uns links von diesem ab und folgen einem Fußweg das letzte Stück hinab zur Kenzenhütte (6 Std., 1285 m).Alternative Wer diese zweite Etappe etwas verlängern möchte, der steigt vom Pürschlinghaus zunächst in Richtung Teufelstätt-kopf auf (siehe Freitag: »Alternative«). Vor diesem folgt man nun aber geradeaus dem Wegweiser in Richtung »Hennenkopf«. Dieser schmale Bergweg umgeht zunächst das Laubeneck auf der Nordseite und folgt dann der Kammlinie über den Hennenkopf in Richtung Brunnenkopfhäuser. Kurz hinter dem Hennenkopf stößt man wieder auf den oben beschriebenen Anstiegsweg (zusätzlicher Zeitbedarf etwa eine Stunde).Sonntag 14 km 8.30 Std. ’520 Hm, ‘1600 HmÜber die Hochplatte nach NeuschwansteinBeeindruckende Grattour mit königlichem AbschlussKenzenhütte – Hochplatte – Krähe – Tegelberghaus – Neuschwanstein – HohenschwangauWegverlauf An der Kenzenhütte (1285 m) folgt man zunächst einem Fahrweg leicht bergan (Wegweiser »Hochplatte, Gabelschrofen, Geiselstein«) und zweigt dann in der ersten Kurve rechts in einen Fußweg ab. Gleich kommt man an eine Weggabelung und geht hier links Richtung »Kessel, Hochplatte«. Steiler ansteigend, stößt man erneut auf den Fahrweg und geht hier nach rechts. Wieder flacher, durchwandert man bald ein schönes, freies Hochtal. Dort, wo es steiler wird und die Wegspuren sich aufteilen, hält man sich rechts und kommt an eine Gabelung. Hier rechts in Richtung »Hochplatte«. Zunächst flach, dann leicht ansteigend, quert der Weg einen Berg-kessel und führt kurz über Felsplatten in ein kleines Tälchen. An den nächsten zwei Weggabelungen geht es wieder rechts in Rich-tung »Hochplatte«. Durch Latschen- und Karstgelände (zumeist weglos) leiten uns nun rote Markierungen zum Gipfelkamm der Hochplatte. Nach einem Aufschwung wird ein ausgesetztes Gratstück (Geländer!) überschritten, von dem aus man dem wieder breiteren Kamm zum Gipfelkreuz der Hochplatte (2.45 Std., 2082 m) hinauffolgt. Weiter nun immer dem teilweise ausgesetzten und sehr aussichtsreichen Grat entlang nach Westen. Auf dem ziemlich schmalen Steig ist absolute Trittsicherheit erforderlich, wenige Stellen sind mit Drahtseilen gesichert. Über einen wieder breiteren Rücken steigt man in den Sattel zwischen Hochplatte und Krähe ab, wo sich ein markantes Felstor, das »Fensterl«, befindet. Immer in der gleichen Richtung geht es zunächst flach, dann etwas ansteigend zum Gipfel der Krähe (3.30 Std., 2010 m). Man steigt nun weiter den Kamm in eine Scharte hinab, wo man sich nach rechts in die Nordflanke wendet und bald darauf den Gabelschrofensattel erreicht. Hier folgt man dem Wegweiser »Niederer Straußbergsattel«. Der Weg ist zunächst schlecht und führt dann wieder in guten Serpentinen in den Schwangauer Kessel. Hier wendet er sich nach links und leitet zunächst in einer langen Querung (Abzweiger in Richtung Geiselstein ignorieren) und dann über zwei lange Serpentinen zum Niederen Straußbergsattel (4.45 Std.) bergab. Wir gehen hier abermals rechts (Richtung »Tegelberghaus«), steigen noch ein kurzes Stück leicht bergab und überqueren einen feuchten Wiesenkessel (zum Teil Holzstege), um auf der anderen Seite zum Ahornsattel (5.30 Std.) aufzusteigen. Hier geht es nun nach rechts zum Tegelberghaus. Der Weg quert leicht ansteigend nach Westen, wobei ein abgerutschtes Wegstück rechts umgangen wird. Man kommt auf einen Absatz und sieht den Branderschrofen (das ist der Gipfel des Tegelbergmassivs) vor sich aufragen. Nachdem man ein letztes Mal zu einem Sattel abgestiegen ist, geht man dort geradeaus weiter. Zunächst ansteigend und dann recht flach führt uns der nun breite Fußweg direkt zum Tegelberghaus (7 Std., 1707 m).(Wer hier noch nicht genug hat und weiterhin fit ist, kann zusätzlich den Gipfel des Tegelbergs, den sogenannten Branderschrofen, 1879 m, besteigen. Der zusätzliche Zeitbedarf hin und zurück beträgt etwa eine Stunde.)Abstieg Hinter dem Tegelberghaus wenden wir uns nach rechts und steigen zunächst über eine breite Trasse bergab. An der folgenden Gabelung gehen wir nach links in Richtung »Hohenschwangau«. Den bald darauf folgenden Abzweiger nach rechts zur »Gelben Wand« ignorieren wir und steigen weiter geradeaus ab. Es folgen viele Serpentinen, dann ein leichter Anstieg, nach dem man einen tollen Aussichtspunkt zu den Königsschlössern mitnehmen kann. Ohne Orientierungsprobleme führt der Weg mit immer wieder schönen Ausblicken weiter bergab, und wir erreichen schließlich die Marienbrücke, wo sich auch viele japanische Touristen den Blick auf Schloss Neuschwanstein nicht entgehen lassen. Dahinter führt ein Teerweg zu einem Buswendeplatz. Hier gehen wir kurz nach rechts und dann nach links, um dem »Autofreien Weg nach Hohenschwangau« zu folgen. Über diese breite Fahrstraße erreichen wir schließlich Hohenschwangau (8.30 Std., 810 m) und die Bushaltestelle (rechts).Alternative A Wer diese lange letzte Etappe verkürzen möchte, kann von der Kenzenhütte direkt zum Kenzensattel und zum Gabelschrofensattel ansteigen, verpasst dafür allerdings die grandiose Überschreitung von Hochplatte und Krähe.Man folgt an der ersten Weggabelung dem Wegweiser Richtung »Geiselstein, Gabelschrofen«. Der Weg führt erst entlang dem Bach nach Süden und wendet sich dann nach rechts, um steiler ansteigend den Kenzensattel zu erreichen. Von dort geht es nun unterhalb der gewaltigen Hochplatte-Nordflanke nach Westen weiter. Bei den ersten beiden Gabelungen hält man sich links, bei der dritten rechts – hier wäre zudem eine weitere Variante über das »Fensterl« zum Gipfel der Krähe möglich – und steigt erst noch flach, dann zunehmend steiler zum Gabelschrofensattel auf. Von dort geht es weiter wie oben beschrieben. (Die eingesparte Zeit beträgt in etwa eine gute Stunde.)Alternative B Wer seinen Oberschenkeln den 900 Höhenmeter langen Abstieg nach Hohenschwangau nicht mehr zumuten möchte, der kann vom Tegelberghaus aus mit der Seilbahn zu Tal fahren. Die letzte Fahrt ist um 17 Uhr. Von der Talstation verkehren Busse zum Füssener Bahnhof.Zweitagesvariante Wer nur Samstag und Sonntag Zeit hat, kann von der Kenzenhütte aus mit einem Bus nach Halblech hinunterfahren. Dort gibt es ein Anruf-Sammel-Taxi, das einen zum Füssener Bahnhof bringt. Voranmeldung bitte bis eine Stunde vor Abfahrt, Tel. 08362/6222 oder /7700.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour33 km
Höhenunterschied1550 m
Dauer10.00 h
AusgangspunktUnterammergau (836 m).
EndpunktHohenschwangau (810 m).
TourencharakterEin aussichtsreicher Abstieg mit sensationellem Ausblick auf das Schloss Neuschwanstein bildet das Ziel dieser äußerst abwechslungsreichen Gebirgsdurchquerung. Mehr noch als König Ludwigs Märchenschloss begeistert jedoch die sowohl liebliche als auch teilweise schroffe Berglandschaft, die zwischen Unterammergau und Hohenschwangau durchwandert wird. Glücklicherweise erhielt das Ammergebirge schon vergleichsweise früh Schutzstatus: Bereits 1926 wurde es zum ersten Mal als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Aber beim Inkrafttreten des Reichsnaturschutzgesetzes 1935 versäumte man die Fortschreibung dieses Erlasses. 1952 plante die Regierung von Schwaben, einen Großteil des Ammergebirges unter Schutz zu stellen. Aber erst 1961 verfolgte die Naturschutzbehörde beim Landratsamt Füssen mit Nachdruck diesen Plan. Durch Landesverordnung vom 16. August 1963 wurde dann endgültig ein Naturschutzgebiet »Ammergauer Berge« in den Landkreisen Füssen und Garmisch-Partenkirchen festgelegt. Mit einer Fläche von 28850 Hektar ist es das größte Naturschutzgebiet Bayerns.Der Hauptteil dieses bezaubernden Gebirges ist vollkommen frei von Liftanlagen oder Skipisten, und auch Alpenvereinshütten sind in den zentralen Ammergauer Alpen absolute Mangelware. So stellt die hier vorgestellte Überschreitung meines Wissens nach die einzige Möglichkeit dar, eine Dreitagestour mit zwei Hüttenübernachtungen in den Ammergauern durchzuführen.Auch wenn man nur an zwei Gipfeln die 2000-Meter-Marke »reißt«, darf man den alpinen Charakter dieser Unter-nehmung nicht unterschätzen. Immer wieder ist auf ausgesetzten Passagen gute Trittsicherheit gefragt.
Beste Jahreszeit
KartentippUK L 31 »Werdenfelser Land« 1:50000, Bayerisches Landes- vermessungsamt.
VerkehrsanbindungAnfahrt Da es sich bei dieser Tour um eine Gebirgsüberschreitung mit unterschiedlichem Ausgangs- und Endpunkt handelt, reist man am besten mit dem Zug an. Anfahrt nach Unterammergau stündlich von München Hbf. mit Umsteigen in Murnau. Aktuelle Verbindungen: www.bahn.de. Rückreise Mit dem Bus mehrmals stündlich von Hohenschwangau zum Füssener Bahnhof und von dort stündlich Richtung Buchloe und München mit dem Zug. Gesamte Gehzeit
Unterkunft
August-Schuster-Haus (auch als »Pürschlinghaus« bekannt, DAV, 1564 m), ganzjährig außer November geöffnet, Tel. 08822/ 3567; Internet: www.dav-bergland.de; Kenzenhütte (privat, 1285 m), geöffnet von Christi Himmelfahrt bis Kirchweih, Tel. 083689/390, Internet: www.kenzenhuette-ammergebirge.de; sowie Brunnenkopfhäuser (geöffnet von Pfingsten bis Ende Oktober) und Tegelberghaus (ganzjährig geöffnet).