Die Klobenjochspitze

Ausgesprochen interessante, teils weglose Bergwanderung, die erstklassige Sichtverhältnisse und Orientierungsvermögen verlangt; Trittsicherheit ist angenehm. (Autor: Horst Höfler, Gerlinde M. Witt)
9 km
350 m
4.00 h
Von der Rofanseilbahn-Bergstation bzw. von der Erfurter Hütte kurz nördlich zur ersten Wegteilung. Dort dem AV-Weg Nr. 413 in Westrichtung zuerst etwas abwärts folgen, dann vielfach eben unterhalb des schroffen Felszahns der Rotspitze dahin, später nordwestlich hinüber zum Dalfazalm-Hochleger (1697 m). Jetzt nicht weiter dem AV-Weg nach, sondern auf kleinem Steig nordwestlich gegen die Kaltwasser-Jagdhütte hinauf. Noch vor ihr links über einen Grashang ins malerische Kühtalei. Weglos nördlich aufwärts, an felsigen Ausläufern des Klobenjochs entlang und über einen Grashang zu Steigspuren, die nach rechts in den latschenbewachsenen Südwesthang der Klobenjochspitze leiten. Durch Latschengassen nördlich hinauf, bis man das Gipfelkreuz sieht. Ziemlich in seiner Falllinie empor. Kurz unterhalb des höchsten Punkts über den erwähnten, an dieser Stelle unbedeutenden Felsspalt und rasch zum Gipfel. Abstieg - Unbedingt auf dem Anstiegsweg zurück zum Dalfazalm-Hochleger. Von dort in Südrichtung auf teilweise schlechtem Weg über die Durraalm (1424 m) zur Talstation der Rofanseilbahn.

Dauer - Rofanseilbahn, Bergstation – Dalfazalm-Hochleger 45 Min.; Dalfazalm-Hochleger – Klobenjochspitze 1 Std.; Klobenjochspitze – Rofanseilbahn-Talstation 2 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied350 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortMaurach (958 m) nahe dem Achensee-Südostende.
AusgangspunktRofanseilbahn-Bergstation (1840 m). Die Talstation befindet sich nördlich des Ortes auf der Nordostseite der Achenseestraße.
TourencharakterDie Klobenjochspitze, manchmal nur als Klobenjoch bezeichnet, ist der am weitesten westlich gelegene Gipfel des Rofanstocks. Ein eigenartiger Plateauberg mit steilen Wandbildungen. Die erste Kletterroute dort hat Ernst Schmid, der »Rofantiger« aus Kramsach, 1922 erschlossen. Der »Rofan-Schmid«, der vor einigen Jahren im hohen Alter gestorben ist und mit dem ich einen alpinistisch interessanten Briefwechsel wegen Hans Fiechtls Felshaken vom Roßkopf (siehe Tour 35) führen durfte, war wohl der letzte bis in die Jetztzeit Lebende, der mit ebendiesem Fiechtl kletterte. Die bekannteste Tour der beiden ist das »Ypsilon« an der Seekarlspitze-Nordwand aus dem Jahr 1923. Zwei Jahre später stürzte Fiechtl am Nordwandsockel des Totenkirchls tödlich ab. Am Klobenjoch gibt es heute eine Reihe von Kletteranstiegen – einige mittelschwere Touren, vor allem aber Sportkletterrouten. Nachdem also die modernen Freeclimber diesen eher wenig bekannten Rofanberg für sich entdeckt hatten, dachte ich mir - Warum ihn nicht auch den Bergwanderern empfehlen? Selbstverständlich kann man die Klobenjochspitze auch von Buchau am Achensee über die Dalfazalmen ersteigen. Es gibt aber noch andere Möglichkeiten: Von der Hochiß (Tour 34) über das Streichkopfgatterl herüber und an der Klobenjoch-Ostflanke zum Gipfel. Diese Route fordert trotz bester Sichtverhältnisse einiges an Findigkeit. Besonders deshalb, weil die Hochfläche von einem Felsspalt geteilt wird, der nicht an jeder Stelle überschritten werden kann. Ich empfehle diesen, wenn auch interessanten, Anstieg nicht. Am günstigsten ist der Übergang von der Rofanseilbahn-Bergstation zum Dalfazalm-Hochleger, von dort weiter ins Kühtalei und von Südwesten her auf die Klobenjochspitze. Hierbei ist der Überstieg über den erwähnten Felsspalt problemlos. Allerdings sind auch auf dieser Route wegen des ab Kaltwasser-Jagdhütte weglosen Geländes gute Sichtverhältnisse gefragt.
Beste Jahreszeit
KartentippAV-Karte Rofan, 1 - 25000.
VerkehrsanbindungVon Norden über Achenkirch, die Achenseestraße und Buchau; von der Inntalautobahn ab Ausfahrt Wiesing/Zillertal über die Kanzelkehre. Nächstgelegene Bahnstation ist Jenbach im Inntal; von dort Busverbindung nach Maurach (oder von Lenggries-Bf. dorthin).
GastronomieErfurter Hütte (1831 m), DAV-Sektion Erfurt in Ettlingen, bewirtschaftet von Christi Himmelfahrt bis Mitte Oktober, 68 Schlafplätze, Tel. - 0043/5243/55175. n Dalfazalm-Hochleger (1697 m), privat, bewirtschaftet von Mitte Mai bis Oktober, 30 Schlafplätze, Tel.: 0043/5243/5224.
Unterkunft
Erfurter Hütte (1831 m), DAV-Sektion Erfurt in Ettlingen, bewirtschaftet von Christi Himmelfahrt bis Mitte Oktober, 68 Schlafplätze, Tel. - 0043/5243/55175. Dalfazalm-Hochleger (1697 m), privat, bewirtschaftet von Mitte Mai bis Oktober, 30 Schlafplätze, Tel.: 0043/5243/5224.

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