In die Hügel über Florenz

Einfache Rundwanderung im erweiterten Stadtgebiet. (Autor: Helmut Dumler)
8 km
260 m
1.00 h
Nachdem man sich in Florenz vom Dom zur Piazza della Signoria durchgedrängt hat und dem Besucherstrom via Ponte Vecchio gefolgt ist, hält man sich vor der malerischen Brücke links arnoaufwärts. Zunächst spazieren wir vorbei am Querbau der Uffizien, dann geht es rechts über den Ponte alle Grazie. Am anderen Ufer befindet sich links an der Piazza dei Mozzi der Museo Bardini (u.a. Stuckplastik von Donatello, Terrakotten der della Robbia). Links biegt man ein in die Via San Niccolò. Nach der Kirche San Niccolò folgt rechts die Porta San Miniato sowie ein preiswerter Imbiss: Pizze »al taglio«. Wir bleiben in der Via San Niccolò. Links das Haus (Nr.30) der 1828 von Fürst Anatoli Demidoff, Neffe und Erbe Napoleons, als Modell gegründeten Russischen Schule. In der Hosteria del Bricco treffen sich am Mittagstisch fast nur Einheimische. Die Torre San Niccolò gehört zur dritten, 8,5km langen Stadtbefestigung (1283–1333). Sie hatte 73 Türme und 12 Torburgen. Vor dem Turm wenden wir uns rechts, durch Anlagen, die Straße dreimal querend, hinauf zum Piazzale Michelangelo, dem Platz mit der prächtigsten Sicht auf Florenz.
Nun wird die große Straße gekreuzt. Hinter dem Restaurant versteckt sich in einem Zypressenhain die Kirche San Salvatore al Monte von 1499, die aber verschlossen ist. Weiter aufwärts stehen wir vor der Freitreppe von San Miniato al Monte. Stufe für Stufe entwickelt sich die Frontseite eindrucksvoller. Die Marmorinkrustation besteht aus dünnen Platten. Auf der Freitreppe geht es anschließend wieder hinunter, dann links und nochmals links (Schranke). Die Festungsmauern entstanden um 1530 in Rekordzeit unter der Bauleitung von Michelangelo. Rechts zieht die Route zwischen Zypressen hindurch. Nach dem Linksknick der Mauer gehen wir nach rechts. Hinter den Mauern befindet sich der Cimitero della Porta Santa (Friedhof). Wir wandern auf der schmalen Via di Giramonte – im Blickfeld der Torre del Gallo der gleichnamigen Burg – und im Gegenanstieg zur Piazza degli Unganelli. Weiter geht es auf der Via della Torre del Gallo bis zum höchsten Punkt der Straße (1 1/4Std.).
Vor der Villa Placi folgt man der Straße rechts abwärts, vorbei an Villen. Links oben befindet sich das Observatorium des astronomischen Institutes der Universität Florenz.
An der Straßengabelung biegen wir halb rechts in die Via Vincenzo Viviano ein. An der nächsten Gabelung geradeaus durch die Via di San Lorenzo (nicht links halten!). Der Viale Galileo wird gekreuzt (Ampel). Weiter durch die Via di San Leonardo. Im ersten Haus links (Nr.64) lebte Tschaikowsky (1840–1893) eine Zeit lang, gefördert durch die von ihm verehrte Frau von Meck, die Besitzerin russischer Eisenbahnlinien.
Das typische Florentiner Landsträßchen passiert die San-Leonardo-Kirche. Vor der Porta San Giorgio machen wir links einen Abstecher in die Medici-Zwingburg Forte di Belvedere (1590–1595). Dann geht es zurück und durch die Porta San Giorgio weiter abwärts. Links (Haus Nr.19) gedenkt eine Tafel des Mathematikers Galileo Galilei. Ab der rumänisch-orthodoxen Kirche umfängt uns die Häuserschlucht der Costa di San Giorgio.
Unten auf der Piazza Santa Felicita ist es nach links nur mehr ein »Katzensprung« zur Piazza dei Pitti. Rechts, im Haus Nr.22, vollendete der russische Schriftsteller Dostojewski 1868/69 seinen Roman »Der Idiot«. Links scheint die 205m breite Front des Palazzo Pitti den Besucher schier zu erdrücken. Dahinter liegt der Giardino di Boboli, die wohl bekannteste Anlage italienischer Gartenbaukunst der Spätrenaissance.
Vom Palasteingang kehren wir wieder zur Piazza dei Pitti zurück und gehen jenseits das Gässchen Sdrucciolo dei Pitti. Die Kreuzung überschreiten. Es folgt die heiter anmutende, volkstümliche Piazza Santo Spirito mit der Chiesa Santo Spirito, einem der Hauptwerke sakraler Frührenaissance am Arno.
An der Ostseite der Kirche geht es durch die Via del Presto. Dann rechts weiter im Borgo Sant'Iacopo. Rechts (Haus Nr.9) ragt ein Geschlechterturm empor: Torre dei Marsili. Weitere »case torri« des feudalen Stadtadels reihen sich an der linken Straßenseite. Die ersten Turmhäuser – wie in San Gimignano – entstanden um das Jahr 1000. Anfang des 13.Jh. hatte Florenz mehr als 150 solcher Türme, hier und dort bis 70m hoch. Ab 1250 erlaubte die demokratische Verfassung nur noch 50 Florentiner Ellen (29,50m). Höhere Türme mussten abgetragen werden. In Lokalen wie der »Trattoria Camillo« (Nr.37) oder »Mamma Gina« (Nr.15) bekommt man köstliche heimische Gerichte. Schließlich tauchen wir wieder ein in die Menschenmenge am Ponte Vecchio.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied260 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktPonte Vecchio oder Piazzale Michelangelo.
EndpunktWie Ausgangspunkt
Tourencharakter»In der abendländischen Kunstentwicklung ist die Stellung von Florenz nur mit der von Athen vergleichbar«, wertet der Kunst- historiker Harald Keller. Das Zauberwort heißt Renaissance (ital. rinascimento): Rückbesinnung auf die Antike in sämtlichen Lebens- und Geistesbereichen.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass 1:50000, Blatt 660.
MarkierungenKeine.
VerkehrsanbindungSehr gute Straßen-, Bahn- und Busverbindungen. Parken: Fortezza da Basso (nördlich Bahnhof). Am Bahnhof (stazione) bewachte Tiefgarage. Günstig (am bestens morgens) auf dem Piazzale Michelangelo, von der Autobahn-Ausfahrt »Firenze-Certosa« 7,5km.
GastronomieAm Rundweg. Volkstümlich im Mercato Centrale di San Lorenzo, eine Institution: Trattoria Da Nerbone, 7–14Uhr. Bahnhofsnähe: Il Trippaio di Firenze (Via Finiguerra/Via Palazzuola), Innereien-Spezialitäten (8–19Uhr). Ristorante Cibreo (Piazza Ghiberti 35).
Unterkunft
Hotelbuchungen: Consorzio Firenze Albergo, Via G. Capponi 26, Tel. 055 270 72 08, E-Mail: info@firenzealbergo.it
Tourismusbüro
Ufficio Informazioni, Via Cavour 1r, I-50129 Firenze, Tel. 055 29 08 32-3, E-Mail: infoturismo@provincia.fi.it
Region:
Italien
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