Die Höhlenstadt Vitozza

Einfache Streckenwanderung auf überwiegend breiten, aber auch stückweise felsigen Wegen und Pfaden; Abstecher hier und dort steil und schmal. Keine Kraxeleien riskieren! Vormittags schattig; bei Nässe unangenehm. Ständig zugänglich; Eintritt Mitte März bis Mitte September von 10–18Uhr. (Autor: Helmut Dumler)
4 km
90 m
2.00 h
Vom Parkplatz geht es nördlich um den Sportplatz zu einem Haus und abwärts. Die ersten Höhlen dienen als Garagen und Lager, früher als Stallungen. Nach etwa 10Min. beginnt hinter einem Holzgatter die »Città rupestri di Vitozza«, die Felsenstadt; Übersichtstafel.
Vorgesetzt den einzelnen Quartieren belehren gelbe Täfelchen in Italienisch/Englisch und verdeutlichen die Vielfalt der Grundrisse. Einen anfänglichen »architektonischen« Glanzpunkt stellt Grotta3 dar, wo eine Tuffwand die Wohnung vom Stall trennte. In Grotta6 hieß der Bewohner von 1783 Domenico Dattili. Vielfach lagern vor Grotten, deren Eingänge dem Niveau des Weges entsprachen, Erdrutschhügel. Grotta11 bestand aus drei Wohnungen und hatte vier Öffnungen. Nach insgesamt 20Min. unterbricht die Biglietteria (Rastplatz, Toiletten) die Promenade über den tiefen Schluchten des Fosso di San Quirico. Kurz danach führt ein Weglein hoch zum Kammrücken und dort rechts auf einem Holzsteg über den aus dem Tuff geschnittenen Graben bis in den Primo Castello (1. Burg).
Anschließend weiter auf der Promenade. Grotta15 registriert für 1733 eine Witwe namens Agostina. Etwa 30m nach Grotta 18 befindet sich oberhalb des Weges – ausgetretene Steinstufen – eine interessante Ex-Wohnstätte. Ebenso etwas später, wobei die untere Höhle durch neun Treppenstufen (Holzleiter) mit dem Obergeschoss verbunden war.
Der nächste Anstiegsabstecher lässt uns zunächst die »Grotta con due entrate« durchschreiten. Dann leitet der holzgeländergesicherte Steig zu den Ruinen der »Chiesaccia«, der einschiffigen, einapsidialen Kirche San Quirico (13.Jh.), vorzeiten der religiöse Mittelpunkt von Vitozza. Dazu gehörte sowohl eine beachtliche Siedlung auf dem knapp 2000m langen Höhenrü-cken als auch die Höhlenstadt. Beider Nachfolgerin wurde die Ortschaft San Quirico.
An der Promenade sind die Befestigungsanlagen des Secondo Castello ersichtlich. Die Mauern greifen augenfällig in den Hang unterhalb. Dorthin bringt uns ein Weglein im Tuff. Es endet beim unzugänglichen, eisenträgergestützten »Colombaio« (1 1/4–1 1/2Std., abhängig von der Besichtigungsintensität). Bei diesem Beispiel dürfte es sich angesichts der Nischengröße und Nischendichte sowie des Fluglochs an der Steilwand ursprünglich um einen Taubenschlag (ital. colombaia) handeln, und nicht wie anderwärts um ein spätetruskisch-frührömisches »Colombario« (Urnenhalle).
Der Rückweg erfolgt auf dem Hinweg.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour4 km
Höhenunterschied90 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSan Quirico (486m).
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDie einzigartigen Wohnhöhlen von Vitozza finden 1208 erstmals Erwähnung und waren bis ins letzte Viertel des 18. Jh. besetzt – rund 200 Behausungen im Tuffgestein. Man geht davon aus, dass dort Menschen schon in der Prähistorie lebten. Inzwischen ist die archaische Urbanität eine Attraktion des im Jahre 2000 eröffneten Parco Archeologico della »Città del Tufo«.
Beste Jahreszeit
KartentippNicht erforderlich.
MarkierungenHinweistafeln.
VerkehrsanbindungVon Sorano (Tour24) 4,5km südöstlich. Busverbindungen. Parken an der Ostseite des Sportplatzes; aus dem Ort 300m beschildert (»Stadio comunale«).
GastronomieRistorante La Vecchia Fonte, bodenständige Küche.
Unterkunft
Albergo Agnelli*** (mit Ristorante La Vecchia Fonte), Tel 0564 61 90 15.
Tourismusbüro
Comune di Sorano, Piazza Municipio 1, I-58010 Sorano, Tel. 0564 63 30 23, E-Mail: info@comune.sorano.gr.it
Region:
Italien
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