Die große Krottenkopfrunde

Anstieg durch die Wolfsschlucht zur Blaubergalm 3 Std., über den Blaubergkamm auf die Halserspitze 2 Std., Abstieg ins Tal 2.30 Std.; insgesamt 7.30 Std. (Autor: Michael Pröttel)
22 km
2300 m
10.00 h
Freitag 3 km 3 Std. ’760 HmAus dem Lechtal zum BernhardseckUnschwieriger Hüttenzustieg mit großartiger AussichtElbigenalp – BernhardseckWegverlauf Man geht in Elbigenalp (1040 m) vom Großparkplatz über die Brücke und sogleich der Teerstraße nach rechts folgend am Hotel »Alpenrose« vorbei. Die Straße verläuft parallel dem Bach und wendet sich dann nach links. Kurz danach kann man rechts in einen Fußweg abzweigen, der steiler im Bergwald bergan führt. Das Gelände wird wieder flacher und freier und man stößt noch ein Stück vor der bewirteten Gibleralm auf eine Gabelung der Fahrstraße. Hier geht man nun links Richtung Bernhardseck und somit ein Stück den breiten Fahrweg aufwärts. Dieser kann immer wieder über schmale, aber deutliche Pfade abgekürzt werden. Zum Schluss läuft man wieder auf dem Fahrweg bzw. parallel dazu aus dem Wald heraus und zum Berggasthof Bernhardseck (2.30 Std., 1812 m), wo man eine wunderbare Aussicht auf das Lechtal und die Lechtaler Alpen genießen kann.Samstag 14 km 7.30 Std. ’ 1240 , ‘920 HmBesteigung des Großen KrottenkopfesAusgedehnte Runde auf der Sonnenseite der Allgäuer AlpenBernhardseck – Rothornjoch – Krottenkopfsattel – Großer Krottenkopf – Krottenkopfsattel – Hermannskar – Birgerkar – Hermann-von-Barth-HütteWegverlauf Von der Bernhardseck-Hütte (1812 m) folgt man zunächst dem breiten Bergrücken nach Westen. Der Weg verläuft erst entlang dem Rücken und quert dann die Südhänge der Mutte. Es geht auf die mächtige Rothornspitze zu. Dort, wo sich der Weg gabelt, folgt man nach halb links dem Schild »Panoramaweg«. Wichtiger Hinweis: Man sollte nicht den Weg in der Nordseite der Rothornspitze benutzen, denn dieser verfällt mehr und mehr! Also südlich um die Rothornspitze herum und zuletzt leicht ansteigend auf das Rothornjoch (1.15 Std., 2158 m), den Sattel zwischen Rothornspitze und Jöchlspitze. Hier wendet sich unser Weg nach rechts und quert entlang steiler westexponierter Wiesenhänge unter Rothornspitze und Strahlkopf hindurch nach Norden. Nun in eine breite Felsrinne hinab (Drahtseile) und wieder bergauf. Im leichten Auf und Ab führt der Weg in weitem Bogen um die Ramstallspitze herum. Nachdem man einen Bergrücken erreicht hat, wird der Blick auf den imposanten Großen Krottenkopf frei. Es geht ein Stück lang in das Kar östlich der Krottenkopfscharte hinab und an einer Wegkreuzung wieder steiler nach rechts hinauf zur Krottenkopfscharte (3.45 Std., 2350 m). Hier wendet man sich nach links und folgt den roten Markierungen zumeist im Gehgelände und zuletzt in leichter Kletterei auf den Krottenkopf, höchster Gipfel der Allgäuer Alpen (4.30 Std., 2656 m). Nach der äußerst aussichtsreichen Gipfelrast mit entsprechend genussvoller Brotzeit steigt man wieder zur Krottenkopfscharte (5 Std., 2350 m) ab und folgt dem Weg nun nach Osten in das weite Hermannskar, das man in einem großen Bogen durchquert. Wir passieren den einsam gelegenen Hermannskarsee. Dahinter führt der immer gut markierte Weg in einer leicht ansteigenden Querung hinauf zu einem Absatz südlich der felsigen Ausläufer der Hermannskarspitze. Hinter diesem Absatz steigen wir wieder bergab in die nächste große Karmulde, das sogenannte Birgerkar. An der dortigen Weggabelung gehen wir weiter geradeaus nach Os-ten und wandern ein letztes Mal an diesem Tag zu einem Bergrücken hinauf, hinter diesem nun angenehm bergab, und gelangen ohne Orientierungsprobleme zur wunderschön gelegenen Hermann-von-Barth-Hütte (7.30 Std., 2129 m).Sonntag 8,5 km 4.30 Std. ’ 300, ‘1400 HmSchlussakkord auf die WolfebnerspitzeSteiler Anstieg zum Hausberg der Hermann-von-Barth-HütteHermann-von-Barth-Hütte – Wolfebnerspitze – Hermann-von-Barth-Hütte – Kasermandl – ElbigenalpWegverlauf Von der Hermann-von-Barth-Hütte (2129 m) geht man an der Materialseilbahn vorbei und nun den gelb markierten Wegspuren folgend auf die markante Wolfebnerspitze zu. Vor dem Wandfuß verlässt man die gelben Markierungen und folgt nach rechts einem schmalen Serpentinenpfad steiler berg-an. Ab hier weisen rote Mar-kierungen die Richtung und erwarten uns erste leicht ausgesetzte Stellen. Man gelangt schließlich auf einen aussichtsreichen Sattel südlich der Wolfebnerspitze. Von dort wendet man sich auf die Ostseite des Berges und folgt einem Band nach Norden. Nach einer kurzen, sehr ausgesetzten Querung geht es unter einem Felsdach weiter, hinter dem eine weitere kleine Kletterstelle liegt (hier keine Drahtseile!). Dann wird der Weg wieder etwas breiter, und er wendet sich schließlich nach links steiler berg-an. In einigen kleinen Schleifen wird der vom Süd- zum Hauptgipfel führende Grat erreicht und danach – in leichter Kletterei durch eine Felsrinne hinauf – das Gipfelkreuz der Wolfebnerspitze (1.30 Std., 2432 m). Der Abstieg zurück zur Hermann-von-Barth-Hütte erfolgt auf dem gleichem Weg.Von der Hermann-von-Barth-Hütte (2.30 Std., 2129 m) steigt man nach Osten hinab und hält sich an einer Gabelung rechts. Der Hüttenabstieg verläuft nun in Serpentinen ein gutes Stück lang immer unterhalb der Materialseilbahn. Nach Erreichen der Waldgrenze wendet sich der Weg nach Norden in ein Tal, dessen Bach überquert wird. Auf der anderen Seite geht es unter einer Felsgalerie hindurch zu einer weiteren Gabelung. Hier bleibt man rechts und steigt somit weiter parallel oberhalb des Baches in Richtung Tal. Schließlich erreicht man den Holzschuppen der Materialseilbahn und weiter auf einem breiten Fahrweg die Jausenstation »Kasermandl« (3.45 Std., 1412 m). Indem wir weiter der Fahrstraße bergab folgen – bei Ab-zweigungen bleibt man einfach immer auf dem breiten Fahrweg –, erreichen wir zuletzt auf einem Teerweg den Ausgangspunkt Elbigenalp (4.30 Std., 1039 m).Variante Gerade wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln angereist ist, bietet es sich am letzten Tag an, nicht nach Elbigenalp, sondern nach Häselgehr abzusteigen. Der Weg über Balschte-Sattel, Luxnacher Sattel und Haglertal verläuft über weite Strecken höhenlinienparallel und ist sehr aussichtsreich. Allerdings muss man sich bei diesem weitaus längeren Abstieg überlegen, ob man die Besteigung der Wolfebnerspitze vorab zusätzlich unternehmen möchte. In Häselgehr hält ebenfalls der Bus nach Reutte.Zweitagesvariante Wer nur Samstag und Sonntag Zeit hat und über eine gute Kondition verfügt, der kann diese Runde auch an zwei Tagen bewältigen. Allerdings sollte man hierfür andersherum gehen und am ersten Tag zur Hermann-von-Barth-Hütte steigen und dort übernachten. Man spart sich am zweiten Tag somit ca. 300 Höhenmeter Anstieg und hat vom Bernhardseck auch einen kürzeren Tal-abstieg als von der Hermann-von-Barth-Hütte.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour22 km
Höhenunterschied2300 m
Dauer10.00 h
AusgangspunktElbigenalp (1039 m).
TourencharakterDie meisten Bergsteiger starten von Oberstdorf aus, um den höchsten Berg der Allgäuer Alpen zu erreichen. Der Anstieg vom Lechtal aus ist aber meiner Meinung nach empfehlenswerter, da sich einerseits auf der hier beschriebenen Rundtour gleich am ersten Tag vom Bernhardseck aus ein unglaublich schönes Panorama auf das Lechtal, die Lechtaler und die Allgäuer Alpen bietet. Andererseits wandert man auf der Südseite des Allgäuer Hauptkammes und wird somit auch noch bis in den späten Herbst hinein von der Sonne verwöhnt.Übrigens liegt der höchste Allgäuer Gipfel nicht direkt am Hauptkamm, sondern am Seitenkamm der Hornbachkette, die sich vom Allgäuer Hauptkamm etwa 15 Kilometer nach Osten erstreckt.Während die Gipfelbesteigung des Großen Krottenkopfes kaum technische Schwierigkeiten an den Bergwanderer stellt, sind für die für den Sonntag vorgeschlagene Besteigung der Wolfebnerspitze absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefragt. Auf dem zum Teil recht ausgesetzten Anstieg wird man vergeblich nach Drahtseilen oder Eisenstiften Ausschau halten.
Beste Jahreszeit
KartentippUK L 8 »Allgäuer Alpen«, 1:50000, Bayerisches Landesvermessungsamt. Oder noch genauer: Alpenvereinskarten Nr. 1/2 und 2/2 »Allgäuer – Lechtaler Alpen« 1:25000.
VerkehrsanbindungMit dem Auto: von München über Füssen von Stuttgart/Ulm über Pfronten nach Reutte. Hier folgt man der Beschilderung Richtung »Lechtal, Steeg und Warth«. Weiter auf der Hauptstraße durch das Lechtal bis nach Elbigenalp. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: mit Umsteigen in Füssen oder in Garmisch nach Reutte. Von hier mit dem Bus nach Elbigenalp. Aktuelle Verbindungen: www.oebb.at.
Unterkunft
Bernhardseckhütte (1812 m, privat), geöffnet von Anfang Mai bis Ende Oktober, Tel. 0043/5634/ 6218, Internet: www.bernhardseck.at; Hermann-von-Barth-Hütte (2131 m, DAV), geöffnet von Anfang Juni bis Anfang Oktober, Tel. 0043/ 5634/6671, Internet: www.hermann-von-barth.at.