Die große Karwendeldurchquerung

Beeindruckende Gebirgsdurchquerung unterhalb des Karwendelhauptkamms. Die Schwierigkeiten lassen sich zu Beginn und zum Schluss variieren. Scharnitz - Karwendelhaus - Falkenhütte - Lamsenjochhütte - Falzthurntal (Autor: Michael Pröttel)
48 km
2000 m
10.00 h
1. Etappe: Entweder direkt oder über die Pleisenhütte zum Karwendelhaus.
2. Etappe: Von hier zuerst auf einem Fahr-, dann auf einem Fußweg zum Hochalmsattel. Nun über Wiesen auf zum Teil erodierten, dann durch Latschen und zuletzt im Wald hinab zum Hermann-von-Barth-Denkmal. An der folgenden Weggabelung nach rechts dem Schild »Falkenhütte« folgen. Zunächst flach an den Bäumen des Kleinen Ahornbodens vorbei, dann im Wald ansteigend und wieder flacher aus dem Wald heraus zur Ladizalm. Zunächst geht es noch ein Stück auf dem breiten Fahrweg, dann biegen wir links ab und erreichen über einen Fußweg die schön gelegene Falkenhütte (3 Std., 1846 m). Bei dieser relativ kurzen Tagesetappe bietet es sich an, die Besteigung des Mahnkopfes noch dranzuhängen.
3. Etappe: Weiter bis zu den Engalmen. Dort wendet man sich gleich nach rechts, überquert zwei Bäche und folgt der ansteigenden Almstraße bis zur Binsalm. Dahinter wird der Weg zum Fußweg und führt, nachdem man sich bei einer Weggabelung rechts gehalten hat, auf das Westliche Lamsenjoch. Von hier geht es flacher in gleicher Richtung weiter und zum Schluss in ein paar Kehren zur Lamsenjochhütte (5 Std., 1953 m).
4. Etappe: Von der Lamsenjochhütte ein Stück zurück Richtung Lamsenjoch und bei einer Abzweigung dem Schild »Falzthurntal« nach rechts folgen. Über steile Serpentinen geht es hinab in den Grameier Grund und von dort wieder angenehm flach zum Gasthof Grameialm (2 Std.). Von hier entweder direkt mit dem Bus zurück oder durch den flachen Talboden wandernd bis nach Pertisau, wo der Bus ebenfalls hält (zusätzlich knapp 2 Std.).
Alternative: Wer noch einen Gipfel mitnehmen möchte, wendet sich am Grameier Grund nach rechts und steigt über den Lunstsattel und den Rizuelhals hinauf zur Naudersalm. Kurz davor zweigt links ein schmaler Steig zur Rappenspitze ab. Vom Gipfel gelangt man (siehe Wanderung 30) hinunter ins Falzthurntal (800 m Aufstieg; ca. 6 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour48 km
Höhenunterschied2000 m
Dauer10.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktScharnitz.
EndpunktFalzthurntal bzw. Pertisau
TourencharakterDer im Jahr 2002 vom DAV und dem RVO ins Leben gerufene Bergsteigerbus zum Achensee hat die Attraktivität dieser Karwendeldurchquerung nur noch gesteigert. Musste man früher aus dem Falzthurntal per Autostopp versuchen, den Bahnhof in Tegernsee zu erreichen, gibt es für den erschöpften Wanderer nun einen komfortablen Zubringer. Die Zukunft dieses Busses hängt natürlich auch von seiner Frequentierung ab – ein Grund mehr, sich zum Achensee aufzumachen!
Beste Jahreszeit
KartentippWK 323 »Karwendel – Mittenwald«, 1:50 000, Freytag & Berndt.
MarkierungenRote Punkte.
VerkehrsanbindungMit dem Zug: Anreise direkt von München über Garmisch nach Scharnitz. Zurück mit dem Bergsteigerbus 9550 nach Tegernsee (an Wochenenden) und von dort mit der BOB direkt nach München.
Tipps
Der Große Ahornboden. Auf dem seit etwa 1000 Jahren almwirtschaftlich genutzten Talboden konnten sich die Ahornbestände während des Dreißigjährigen Krieges verjüngen, als die Almen aufgegeben wurden. Auch geomorphologisch sehr aktive Phasen wie zur Mitte des 19. Jhs., als große Schuttmassen von den Gebirgsflanken das Tal zuschütteten und eine Almwirtschaft nahezu unmöglich machten, überstanden die Bäume ohne größere Probleme. Der Bergahorn ist nahezu unempfindlich gegen Steinschlag und verträgt sogar Vermurungen: Im Talschluss der Eng stehen Bäume, deren Stämme zwei Meter tief von Muren überschüttet wurden und die nach wie vor äußerst vital sind. Die ältesten Bäume blicken auf ein Alter von bis zu 500 Jahren zurück. Die beste Zeit, den Großen Ahornboden zu besuchen, ist der Oktober. Dann stellen das goldgelbe Laub zusammen mit den noch grünen Almböden und den in den höchsten Regionen oft schon verschneiten Felswänden eine wunderschöne Farbpalette dar. Allerdings sollte man in dieser Zeit möglichst unter der Woche herkommen – steht die herbstliche Eng doch auch bei Veranstaltern von Kaffeefahrten fest auf dem Programm.
Unterkunft
Karwendelhaus, 1765 m, Tel. 0043/5213/56 23; Falkenhütte, 1846 m, Tel. 0043/5254/245; Lamsenjochhütte, 1953 m, Tel. 0043/5244/6 20 63, (alle DAV und von Anfang Juni bis Mitte Oktober bewirtschaftet). Ggf. zusätzlich Pleisenhütte (privat), 1757 m, Anfang Juni bis Mitte Oktober sowie ganzjährig an Wochenenden, Tel. 0043/664/9 15 87 92
Tourismusbüro
Scharnitz, Pertisau.

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Michael Pröttel

Karwendel und Wetterstein

Glasklare Bergseen, idyllische Almen, imposante Gebirgsmassive. Im Wettersteingebirge und im Karwendel finden sich einzigartige Wanderziele.

Jetzt bestellen
Mehr zum Thema